Montag, 23. Juli 2018

WSJT-X mit dem Icom IC-7400




Der IC-7400 ist ein Transceiver ohne Nachkommen. Ein bedauerlicher Fall in der Familiengeschichte Icom's. Zwar wollte uns Icom weis machen, dass der IC-7410 sein legitime Nachfolger wäre, doch das waren Fake-News. Dem IC-7410 fehlt das 2m Gen. Er ist eine reine KW-Kiste und in meinen Augen keinen Deut besser als sein Vorgänger.  Auch der IC-9100 konnte die Nachfolge nicht antreten, dafür war er schlicht zu teuer. Außerdem hatte er den falschen Namen und suggerierte damit ein Nachkomme des IC-910 zu sein. So wurde die Linie der großen KW+2m Transceiver, die mit dem IC-746 begonnen hatte, sang und klanglos beerdigt. 

Der IC-7400 entstand im gleichen Zeitraum wie der IC-756 Pro2 und verfügt über die gleichen elektronischen Gene:  Die digitale Signalverarbeitung mit frei wählbaren Filtereigenschaften, Passbandtuning und Notchfilter, sowie der NB und NR haben ähnlich gute Eigenschaften. Zwar verfügt er nicht über ein Spektrumskop wie der Pro2, dafür kann er 2m, und dies mit allen Goodies, des KW-Empfängers. Die 2m Endstufe ist separat ausgeführt und leistet mit zwei 2SC2694 satte 100 Watt. Notabene in SSB, CW und FM. Ein grosses Plus für den OM, der sein Funkerleben nicht nur auf KW verbringen will.
Doch als reine FM-Gurke für 2m ist dieser Transceiver zu schade. Er kann mehr: zum Beispiel FT-8 im 2m Band. neuerdings die populärste Betriebsart auf diesem Band, die zurzeit für ein fulminantes Revival von 2m DX verantwortlich ist.

Doch wie wird man mit dem IC-7400 QRV in FT-8 und all den anderen lustigen Betriebsarten von Joe Taylor?

Natürlich kann man einfach ein Modem Kaufen. Zum Beispiel ein von Tigertronics. Aber es geht auch günstiger. Meine Lösung, quick and dirty:

1. Ich zapfe das Audiosignal hinten am Gerät auf der 8-pologen ACC1 Buchse ab. Und zwar über einen in Serie geschalteten Widerstand von 33 kOhm auf dem Pin 5. Die Abschirmung des Kabels, das direkt und ohne weitere Umschweife zum Mikrofoneingang des PC's führt wird auf Pin 2 gelötet. Dieser Audio-Ausgang liefert ein konstantes Signal, unabhängig vom NF-Regler des Transceivers. Der Pegel wird mit dem Mikrofon-Regler des Computers eingestellt.

2. Zum Senden führe ich vom Kopfhörerausgang des Computers das Signal über ein 5k Poti und einen 1uF Kondensator (kein Elko!) auf Pin 1 eines separaten Mikrofonsteckers, den ich bei Digitalbetrieb anstelle des Mikrofons verwende. Auf Pin 7 kommt die Masse des abgeschirmten Kabels. Der Pegel (AGC-Anzeige beachten!) wird am 5k Poti eingestellt. Der Mik-Gain kann dabei so stehen bleiben, wie er für SSB-Betrieb eingestellt wurde und muss nicht verstellt werden.

3. Zum Umschalten von Empfang auf Senden benutze ich die VOX. Der Delay wird auf 0 gesetzt und der eingebaute Lautsprecher des PC muss ausgeschaltet werden (sonst klappert die VOX).
Zwar gibt es auch einen Modulator-Eingang auf der ACC1 Buches, doch dieser führt leider nicht über die VOX.






















Bei neueren Notebooks sind separate Audio Ein- und Ausgänge oft dem Rotstift zum Opfer gefallen.
Mik-Eingang und Kopfhörerausgang werden zusammen auf eine 3.5mm 4-Pol-Buchse geführt. Da hilft ein Splitterkabel aus dem PC-Shop.

Bilder zuoberst: Cyrano de Bergerac in Bergerac, wo sonst ;-)

Und noch ein bisschen OT zum Wochenstart. Die Musik aus dem Film "The Good, the Bad and the Ugly" von Ennio Morricone, gespielt vom Danish National Symphony Orchestra. Da bekommt man richtig Gänsehaut beim Zuhören und Zusehen :-)


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