Samstag, 23. Juli 2016

23cm und 13cm Transverter von LZ5HP


Einerseits gehört das 23cm Band - ebenso wie 13cm - noch zum UHF-Bereich (300 - 3000MHz), andererseits werden Frequenzen über 1GHz als Mirowellen bezeichnet.
Wie auch immer: Unser 23cm Band ist das Tor zum Mikrowellenbereich und ideal für einen Einstieg in dieses faszinierende Gebiet, in dem es für den neugierigen Funkamateur viel zu entdecken gibt.

Leider sind käufliche Transceiver rar und teuer (IC-9100, TS-2000). Aber dafür gibt es günstige Transverter zu kaufen - sogar als Bausatz. Zusammen mit einem FT-817 erhält der OM so eine Mikrowellenstation für wenig Geld.

Neben den bewährten Transvertern von Kuhne, der auch einen Bausatz verkauft, bietet nun auch Hristiyan LZ5HP aus Sofia einen 23cm Transverter an. Und das zu einem außerordentlich günstigen Preis:
156 Euro plus 8 Euro für den Versand (10 Euro für 2 Stk.)

Dieser Transverter - nun in der verbesserten Version V2.3 -  liefert 2.5 W und ist sehr empfindlich (Rauschzahl 1dB). Die Stabilität des internen Oszillators von +/- 1ppm bei 20 Grad lässt sich durch den Anschluss eines externen 10 MHz Oszillators verbessern (z.B. Rubidium, TCXO)

Doch das ist noch nicht alles:
Hristiyan hat nun auch einen Transverter für das 13cm Band im Angebot:
Er liefert 2 W und sein Lokaloszillator lässt sich für verschieden Frequenzbereiche per Jumper umstellen. Im Gegensatz zum 23 cm TVT setzt er nicht vom/ins 2m Band um, sondern in das 70cm Band. Das ist nicht nur bezüglich Spiegelfrequenz-Unterdrückung von Vorteil, sondern ermöglicht auch breitere Frequenzbereiche.
Auch dieser Transverter besitzt einen 10 MHz Eingang für einen externen Referenzoszillator. Hier die weiteren Daten:

Der 13 cm-Transverter kostet 210 Euro plus Versandkosten.

Beide Transverter sind fertig aufgebaut und können auf Eingangsleistungen von 0.2 bis 5W eingestellt werden.

Anfragen und Bestellungen an LZ5HP@dir.bg

Hier noch das Bild des 13 cm Transverters:




Donnerstag, 21. Juli 2016

Amateurfunk in der Türkei verboten?



Die türkische Regierung habe 3213 Amateurfunklizenzen zurückgezogen. Wer jetzt noch aus der Türkei sende, sei demnach ein Pirat, ist hier nachzulesen.
Achtung: Gemäß türkischen Funkamateuren ist das eine Falschmeldung!
Ob es jedoch unter den gegenwärtigen Umständen für Urlauber klug ist, mit einer CEPT-Lizenz in der Türkei zu funken, ist fraglich. Ich würde mich davor hüten, jetzt ein Funkgerät für einen Türkei-Urlaub in den Koffer zu packen. Vorsicht ist die Mutter der Funk-Kiste.

Mittwoch, 20. Juli 2016

FT-991 unter der Lupe #3



In Japan können die meisten der 400'000 Funkamateure keine großen Antennen errichten. Sie müssen sich auf Kompromiss-Antennen oder Mobilbetrieb beschränken. Ein Trend, der aufgrund der Verstädterung auch in anderen Teilen der Welt festzustellen ist.

Kleine Transceiver wie der FT-991 und der IC-7300 nehmen darauf Rücksicht. Die Empfindlichkeit der Empfänger ist sehr hoch - auf Mobilantennen ausgelegt.

Daher ist auch der FT-991 mit eingeschaltetem Vorverstärker sehr empfindlich. Doch was für Mobilantennen gut ist, ist bei ausgewachsenen Antennen Gift. Der Empfänger wird mit eingeschaltetem Vorverstärker übersteuert. Intermodulation entsteht.

Bei guten Antennen muss deshalb - zumindest auf den Bändern 160 bis 20m - der Vorverstärker ausgeschaltet werden. In der "Yaesu-Sprache" heißt das IPO. Intercept Punkt Optimierung auf Deutsch.

Doch das S-Meter nimmt darauf keine Rücksicht. In Position IPO habe ich für bei S9 140 Mikrovolt gemessen. Die Norm wären 50uV. Für S7 braucht's auch noch 70uV und für S5 35uV.
Wie man daraus ersehen kann, hat sich Yaesu - wie auch ICOM beim IC-7300 - für 3dB pro S-Stufe entschieden. 6dB/S-Stufe wären die Norm. Die dB Werte über S9 sind jedoch recht akkurat. 20dB über S9 entsprechen also ziemlich genau 1400uV mit IPO.

Schaltet man den Vorverstärker Nummer 1 ein, genügen bereits 35uV um S9 zu erreichen. Doch wie gesagt: Nur an schwachen Antennen ist das auf den langwelligeren Bändern angezeigt.

Ich habe die Anzeige inzwischen korrigiert und im Abgleich-Menü S9 bei IPO auf 50uV eingestellt. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass nun auch im 2m Band die Norm eingehalten wird: nämlich S9 = 5uV. Vorher waren es 10uV.
Nun zeigen die S-Meter sowohl beim IC-7300 und beim FT-991 die gleichen Werte. Die 3dB/S-Stufe habe ich bleiben lassen.
Aber ich geb's zu: Ich bin eben ein S-Meter Fetischist ;-)

Doch der Abgleich ist nicht ohne Tücken, und wer nicht über einen präzisen Messsender verfügt, dem muss ich davon abraten. Lasst lieber die Finger vom Abgleich-Menü, sonst besteht das Risiko, dass euer Transceiver in die Werkstatt muss.


Bild: Eine Goldgräber-Küche. Mich traf fast der Schlag, als ich sie zum ersten Mal sah. Hatte man mich doch als Koch engagiert - zum Schaufeln sei ich nicht zu gebrauchen, hieß es ;-)

Hier der Hauptgang meines Menüs: falsche Forellen mit Zwiebeln.
Dazu gab's Erbsen und Kartoffeln




Dienstag, 19. Juli 2016

FT-991 unter der Lupe #2



Zuerst zum Bilderrätsel vom letzten Mal: es handelt sich nicht um eine autonome Nudistenburg, wie Ekki meint. Der Wartburg, bzw. was von ihm übrig blieb, ist eine mobile Sauna. Darum auch der Kamin für den Holzofen. Aufgenommen im finnischen Tankavaara.

Aber jetzt zu ernsteren Themen. Jochen, DG2IAQ, möchte gerne wissen, wie ich meinen Mikrofon-Equalizer eingestellt habe. Hier sind die Daten:

121: 100
122: -2
123: 1
124: 1000
125: 6
126: 1
127: 2100
128: 10
129: 5
130: 100
131: -10
132: 2
133: 800
134 -3
135: 2
136: 2100
137: 8
138: 1

Lo und Hi Cut des Senders sind dabei breitbandig eingestellt:

104: 100
105: 18dB/oct
106: 3000 Hz
107: 18dB/oct

Doch was für Alpenindianer mit alemannischem Dialekt gut klingt, muss nicht unbedingt auch für stramme Preußen gelten ;-)

Video: Wettbewerb im Goldwaschen in Saariselkä. Aufgenommen von Hansjoerg HB9EWH
Der Sand ist "gesalzen" und es geht darum, in möglichst kurzer Zeit alle Goldkörner zu finden.









Montag, 18. Juli 2016

FT-991 unter der Lupe




Zuerst mal eine gute Nachricht: Es gibt jetzt noch etwas Dümmeres als stereotype 59 Rapporte:
Das ist Pokemon Go. Passt auf, dass ihr nicht mit den Zombies zusammenstoßt, die euren Weg kreuzen ;-)

Ihr lest auch keine Handbücher, wenn es nicht unbedingt nötig ist? Dann kann euch folgendes passieren:
Salü Anton
Zur Info, das Tastenmenü kann man beim 991er sehr wohl konfigurieren! Es lassen sich alle im Touch-Menü befindlichen Tasten auf die Front legen!
Es ist ganz einfach :- ) SWAP F1-4 kannst per tippen dem jeweiligen Platz zuordnen....
1. SWAP F1 drücken bis F1 unten links blinkt , dann FWD drücken und den gewünschten Butten auswählen und antippen, welcher auf F1 platziert werden soll. F2-4 dito! Nice feature, and easy to configure.
Die grau hinterlegten Button's, zB Wires-X können nur gewählt werden, wenn die Funktion aktiv ist, also das Gerät im DN oder VN Mode.

Und falls dich C4FM mal interessieren könnte, findest du hier http://c4fm.jimdo.com/ die aktuellen Infos für HB :-)
vy 73 de Martin, HB3YDL

Danke lieber Martin, das würde mich in der Tat interessieren. Mal schauen ob ich einen Gesprächspartner finde.

Inzwischen habe ich doch noch zum Handbuch gegriffen. Auch aus einem anderen Grund: Für SSB QSO's ziehe ich nämlich den FT-991 meinem IC-7300 vor.
Nein, nicht wegen dem Overflow des AD-Wandlers, den habe ich inzwischen mit dem selbstgebauten Preselector im Griff. Sondern aus einem ganz anderen Grund: 

Der FT-991 hat wesentlich mehr Talk Power als der IC-7300.
Mein IC-7300 hat nicht nur Mühe auf die versprochenen 100W PEP zu kommen, auch die durchschnittliche Sprechleistung ist mager. Trotz eingeschaltetem Compressor.
70W PEP zeigt mein DAIWA an. Nur wenn ich ins Mikrofon pfeife klettert die Zeigernadel auf 100W. Und in Stellung Average pendelt der Zeiger beim Besprechen nur um 10 bis 15 Watt.

Ganz anders der FT-991: Beim normalen Besprechen erreicht die Anzeige mühelos 100W PEP und in Stellung Average zappelt der Zeiger zwischen 35 und 40. Das sind zwischen 3 bis 6dB mehr Power! 
Denn es ist die mittlere Sprechleistung, die den Braten fett macht und nicht PEP.

Bei beiden Geräten bleibt dabei die ALC-Anzeige unterhalb des roten Bereichs. Beim 7300er habe ich den Comp auf 7, beim 991er auf 50% eingestellt.
Beide Geräte erhalten gute Modulationsrapporte. Der 991er bringt aber eine S-Stufe mehr. 

Wichtig ist, dass man beim FT-991 den Equalizer des Mikrofons einsetzt und nicht einfach die Werkseinstellungen übernimmt. Auch hier lohnt sich ein Blick ins Handbuch. Der Hinweis - auf Seite 64 unten im deutschsprachigen Manual - ist ein guter Tipp. Denn auch das mitgelieferte MH31 ist basslastig. Das tönt zwar schön rund und angenehm, aber nur im Lokalverkehr. Wer im Pile-up, QRM und QRN verstanden werden will, muss bei den Konsonanten mehr Gas geben und dafür die Vokale etwas dämpfen.  

73 de Anton

Bilderrätsel: Was ist das, wenn nackte Männer in einem Wartburg hocken?


Samstag, 16. Juli 2016

Update für den FT-991



Yaesu bringt endlich wieder für den FT-991 einen neuen Software Update. Im Gegensatz zu den beiden anderen Japanern, Kenwood und Icom, ist dieser etwas komplizierter. Die vier Domänen, "Main", "DSP", "TFT" und "C4FM" müssen einzeln und mit unterschiedlichen Prozeduren à jour gebracht werden.
Folgt man jedoch den Anweisungen, klappt der Update problemlos, wie ich feststellen konnte.

Ob ein Update notwendig ist, kann einfach überprüft werden: Man hält die beiden Tasten A=B und A/B gedrückt und schaltet das Gerät ein. Für einen kurzen Moment werden dann die gespeicherten Software-Versionen für alle vier Domänen angezeigt.

Wesentliche Verbesserungen bringt aber der neuste Update nicht. Zwar wird nun die Wasserfall-Anzeige farbig, doch das macht sie nicht nützlicher. Ein Scan unterbricht nach wie vor den Empfang. Das wird Yaesu auch in Zukunft leider nicht ändern können.
Im Gegensatz zum "Volkstransceiver" von ICOM, dem IC-7300, ist die Spektrumsanzeige des FT-991 ein Witz. Yaesu hätte sie auch weglassen können.

Ein konfigurierbares Funktionstasten-Feld wäre mir lieber gewesen und hätte den Gebrauchswert des Geräts wesentlich erhöht. Das lästige Hin- und Herblättern zwischen den Menü-Seiten würde dann für viele Benutzer wegfallen.

Trotzdem: Der FT-991 hat seine Vorzüge und ist ein gefälliges und recht gutes Gerät. er ist in fast allen Bereichen hör- und sichtbar besser als sein Vorgänger, der FT-897. Kein Wunder werden diese nun massenhaft in den Ham-Börsen zum Verkauf angeboten.

Für erstaunlich wenig Geld erhält der OM eine komplette Station von 160m bis 70cm in einem kleinen und robusten Gehäuse. Mein erster Transceiver, ein TS-510, hat vor 45 Jahren (unter Berücksichtigung der Teuerung) ein Mehrfaches gekostet.
Sogar das anfangs geschmähte und belächelte C4FM scheint sich nun vermehrt zu verbreiten und zu einer ernsthaften Konkurrenz für die beiden anderen digitalen Systeme zu werden (D-Star und DMR).

Ich meinen nächsten Bog-Einträgen werde ich etwas näher auf den FT-991 und seine "Spezialitäten" eingehen.

Bild: Vor zwei Monaten noch ein friedlicher Ort









Samstag, 2. Juli 2016

Morgen Sonntag: SAQ auf 17.2 kHz!



Morgen Sonntag wird in Grimmeton, Schweden, wieder der Anderson Generator angeworfen. Die VLF Station SAQ wird dann auf 17.2 kHz zu empfangen sein. Und zwar um 09:00 UTC und um 12:00 UTC, also um 11:00 und um 14:00 mitteleuropäische Küchenzeit.

Gleichzeitig wird auch die Sonderstation SK6SAQ QRV sein. Auf 7035, 14035, 21035 kHz in CW und auf 3755 in SSB.

QSL via Büro oder an : info@alexander.n.se

Oder direkt an:

Alexander – Grimeton Veteranradios Vaenner,

Radiostationen Grimeton 72

SE-432 98 GRIMETON
SWEDEN

Wie man mit dem PC und einem Stück Draht SAQ empfangen kann, habe ich hier beschrieben.
Jeder, der dieses Blog auf dem PC liest, verfügt also automatisch auch über einen Längstwellen-Empfänger ;-)

Bild: Ein Nordkapp-Reisender. Man beachte das Nummernschild :-)

Nachtrag: Technische Informationen zum Längstwellensender SAQ