Sonntag, 3. Mai 2015
PIXIE - unheilbar krank
Ich habe bereits über diesen famosen Bausatz berichtet.
Nun habe auch ich einen PIXIE Transceiver für 7023 kHz gebaut. Sieht er nicht hübsch aus, der kleine Transceiver für weniger als 5 Euro?
Doch in Betrieb nehmen, werde ich das Teil nicht. Auch nicht modifizieren, wie ich es ursprünglich vorgehabt habe. Denn dieses Design ist unheilbar krank.
Doch kommen wir zu den Messresultaten:
Bei 12V liefert der Sender 25dBm, bei 13.8V sogar 26dBm, das sind satte 400mW. Allerdings ist der Wirkungsgrad katastrophal und die Verlustleistung für den kleinen Sende-Transistor jenseits von Gut und Böse (1.6W Input für 316mW out bei 12VDC). Lange schafft er das nicht. Doch das wäre einfach zu lösen. Gute und kräftige Transistoren gibt es wie Sand am Meer.
Leider sieht es bei den Oberwellen schlecht aus. bei 12V sendet der PIXIE auf 14.046 MHz mit sage und schreibe 9dBm, also 8mW! Das sind nur 16dB Oberwellenunterrdückung. Mit 8mW funkt man bei guten Bedingungen quer durch Europa.
Rufen wir uns doch kurz mal ins Gedächtnis, was wir für die Lizenzprüfung gelernt haben:
-40dB Dämpfung müssen es sein, wenn o.25uW überschritten werden. Siehe hier.
Auch bei 21.069 reicht es noch nicht: -11dBm, bzw. 80uW habe ich da gemessen. Also nur -36dB Oberwellendämpfung.
Dieses Problem wäre mit einer kleinen Modifikation leicht aus der Welt zu schaffen. Ein siebenpoliges Tiefpassfilter mit guten Komponenten, wie beim Ultimate 3, würde reichen.
Doch leider ist das nicht alles: Der Empfänger strahlt ebenfalls, und das nicht zu knapp.
Ganze -7dBm, bzw. 0.2mW kommen im Empfangsbetrieb an die Antenne. Also nur -32dB gegenüber der Senderleistung.
Und im Empfangsfall gilt erst noch eine schärfere Norm, nämlich die
EN 301 783 1
Und dort steht für den Empfangsfall -57dBm. Wir liegen also 50dB daneben!
Laut BAKOM Vorschriften gilt diese Norm übrigens auch für Amateurfunksender und das sind dann auch im Sendefall nicht mehr bloss -40dB, sondern -43dBc. Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass die Regulierungsbehörden selber im Normendschungel herumirren.
Doch zurück zum Empfänger:
Da dieser wegen des verwendeten DC-Prinzips ebenfalls auf der Sendefrequenz strahlt, hilft kein Filter dieser Welt. Dieses Design ist unheilbar. Ende aus. Der PIXIE darf von einem Funkamateur nicht in Betrieb genommen werden. Nicht mal als Empfänger.
Helfen würde höchstens ein aufwändiger Trennverstärker, Doch da kann man gerade so gut einen anständiges Empfangsteil einbauen, und dann sieht die Schaltung ganz anders aus. Vielleicht so wie im Rock Mite oder Night Hawk. Dort kriegt der OM dann auch eine Morselektronik und einen Mithörton, eine anständige Vorselektion und einen kräftigen Sender ;-)
Vielleicht liegt deshalb ein 50 Ohm Widerstand beim PIXIE als Kunstlast bei ;-)
Das ist die einzige legale Art, dieses Schrott-Teil zu betreiben.
Samstag, 2. Mai 2015
Das 80m Band versinkt im Störnebel - Teil 4

Quelle: ARRL
Wie wir bisher gesehen haben, sollte der OM zuerst vor seiner eigenen Haustür kehren, bevor er mit dem Peiler in Nachbars Garten rumschleicht. Trotzdem kommen in vielen Fällen etliche Störer von der anderen Seite des Zauns. Je dichter wir zusammen wohnen, desto grösser ist diese Gefahr.
In diesem Fall sind gute Beziehungen über den Gartenhag wichtiger als der Peiler.
Wer mit allen und jedem im Clinch liegt, einen Ruf als Sonderling und Rechthaber trägt, wird es schwierig haben.
Neben den bereits erwähnten Störquellen gibt es leider auch PLC (Power Line Communication).
Internet übers Stromnetz. Im vorletzten HB-Radio erschien auf Seite 33 ein Bericht mit folgendem Titel:
PLC: Praxistest bestanden.
Da hat doch ein OM bei sich zuhause PLC eingerichtet und kommt zum Schluss, dass dieses den Funk nicht stört. Die Replik ist glücklicherweise nicht ausgeblieben, wie man im letzten HB-Radio nachlesen kann (z.Z. noch nicht im Archiv).
Natürlich kann ich mir vorstellen, dass je nach Zustand der elektrischen Hausinstallation und der Art der Antennenlage in einigen Fällen wenig Störungen auf den Amateurfunkbändern zu hören sind. Die Amateurfunkbänder werden ja "ausgespart": bzw. dort wird der PLC Pegel abgesenkt.
Praxistest bestanden aufgrund eines Einzelfalls? Wie seriös ist das denn? Hurra, wir stören uns selbst!, hätte man auch schreiben können. Dass ein OM im HB-Radio Werbung für PLC macht, war hoffentlich nur ein verfrühter Aprilscherz.
Was ist mit CB-Funk und SWL? Wir sind ja nicht allein. Was mit einem zukünftigen 60m Band? Wird das auch "ausgespart!"
Glücklicherweise gibt es auch andere Berichte zu dieser Schrott-Technik.
Hier die PLC-Info des DARC
und hier kann man hören, wie Power Line bei mir klingt: Distanz >100m
Freitag, 1. Mai 2015
Das 80m Band versinkt im Störnebel - Teil 3
Der grösste Störer von allen ist die Antenne des OM. Davon kann sich jeder leicht überzeugen: Stecker raus und das S-Meter strebt seinem Nullpunkt zu.
Leider geht es nicht ohne Antenne. Die HF direkt ins Internet zu speisen ist keine Lösung. Da fällt mir gerade ein: Dieser Punkt sollte in den Fragenkatalog für die zukünftige Lizenzklasse K aufgenommen werden.
Doch Scherz beiseite: Art und Aufbau der Antenne sind ein wesentlicher Faktor bei der Störsituation.
Wer kein Low Band DXer ist und nicht abseits von allem CE-Zeug wohnt, der sollte auf Vertikalantennen verzichten. Wir hier im Alpenland sowieso. Vertikalantennen sind gut für feuchte Ebenen und nahe beim Wasser. Hierzulande sind sie generell schlechter als horizontale Drähte.
Und bei den Drähten schneiden die Zweibeiner besser ab als die Einbeiner.
Mit Zweibeiner meine ich klassische Dipolantennen. Einbeiner sind Drähte, die als Gegengewicht die "Erde" benutzen. Denn je nachdem wie diese "Erde" aussieht (Erdpfähle, Gartenzäune, vergrabene Radiale) können Störsignale aus der Umgebung eingeschleppt werden.
Doch oft geht es nicht anders als mit einem Einbeiner - zum Beispiel einer Inverted L. Wichtig ist dann, dass der Speisepunkt möglichst weit weg von potentiellen Störquellen ist (weg vom Haus) und dass das Koax mit einer Mantellwellensperre unmittelbar beim Speisepunkt und beim Hausientritt versehen wird.
Denn der Mantel des Koaxialkabels ist für die Störwellen ein gefundenes Fressen. Störsignale gelangen so aus dem Haus zur Antenne und von dort zurück in den Empfänger.
Elektriker wissen es, OM meist nicht: Der Strom gelangt über drei Phasenleitungen ins Haus. Vom EW, bzw. dem nächsten Trafo kommt keine Erdleitung. Die Netzerdung geschieht direkt beim Haus - bei Neubauten mit einem Fundamenterder. Je nachdem, was da so alles am Netz hängt, geistern dann allerhand suspekte Erdströme ums Haus. Eine ziemlich unübersichtliche Situation, von der die HF-Installation des OM Abstand nehmen sollte.
Der typische Amateurfunk-Dipol für 80m ist ein Steilstrahler. Er hängt auch bei 20m Höhe noch zu tief, um flach zu strahlen und die Wellen sprudeln wie bei einem Springbrunnen in die Ionosphäre. Meistens hängt ja der Draht viel tiefer. Das hat zwar auf den Springbrunnen-Charakter keinen wesentlichen Einfluss, wohl aber auf die Effizienz. Die Bodennähe frisst Leistung weg - SWR hin oder her.
Doch der Springbrunnen hat auch einen Vorteil. Diese Art Antenne strahlt nicht nur himmelwärts, sie empfängt auch vorzugsweise die Signale aus den Wolken. Daher nimmt sie weniger Störsignale aus der Umgebung auf, als ein Flachstrahler wie zum Beispiel eine Vertikalantenne.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich wieder einmal erwähnen, dass eine Antenne nicht resonant sein muss, um zu strahlen. Auch zweimal 15m oder weniger gehen auf 80m noch gut. Vorausgesetzt man setzt einen Tuner an den Speisepunkt oder ans Ende der Zweidrahtleitung, mit der man das Teil speist. Als Bonus kriegt man in diesem Fall noch eine Allband-Antenne.
Bild: Die 80g "Abrissbirnen" aus Bernds SOTA-Set im Großformat. Erste Übungswürfe verliefen erfolgreich: keine Beule, keine kaputten Ziegel und Fenster ;-)
PS. Die Antenne ist das wichtigste Teil jeder Funkstation. Wer mehr wissen will, sollte sich den Rothammel und das Schweizer Antennenbuch in den Shack stellen.
Donnerstag, 30. April 2015
Das 80m Band versinkt im Störnebel - Teil 2
Um den Störungen Herr zu werden, genügt es nicht, über den bösen China-Schrott zu lamentieren. Der OM muss aktiv werden. Und zwar in zwei Bereichen:
1. Nach dem Strategem: Angriff ist die beste Verteidigung, müssen die Störer aufgespürt und
2. Der OM muss seine Station gegen Störungen immunisieren.
Natürlich kann er sich auch durch Flucht auf einen Radiohill dem Störangriff entziehen. Oder durch Rückzug ins Automobil. Aber nehmen wir an, wir möchten zu Hause bleiben und auch von dort aus funken.
Was wir in jedem Fall zuallererst tun müssen ist folgendes:
Wir nehmen eine 12V Autobatterie, hängen unseren Transceiver dran und gehen dann in den Keller. Dort schrauben wir die Hauptsicherungen raus. Alle drei Phasen. Sind sie plombiert, werden wir bei der nächsten Kontrolle behaupten, die Plombe sei von selbst abgefallen.
Jetzt sollte es im Haus zappenduster sein, rien ne vas plus. Ausser dem Transceiver an der Autobatterie.
In vielen Fällen ist nun der Störnebel auf 80m nicht ganz verschwunden, aber erheblich reduziert. Denn wenn einem die Läuse jucken, sitzen sie meistens im eigenen Pelz.
Wer diesen ersten wichtigen Schritt unterlässt, wird nie die ganze Wahrheit erfahren. Denn in den letzten Jahren haben wir uns unzählige Läuse in den Pelz gesetzt. Sie heißen zumeist Steckernetzteile oder Wall Warts bei den Angelsachsen. Wir brauchen sie für unser ganzes elektronisches Leben. Als Ladegeräte und als Stromversorgungen. Nur in den Veteranen steckt noch ein richtiger Trafo drin. Alle anderen sind Schaltnetzteile.
Das sind alles kleine Sender mit hübschen Antennen. Natürlich Dipole, wie es sich gehört. Das Anschlusskabel auf der Ausgangsseite und die ganze Hausverkabelung auf der Netzseite.
Selbstverständlich sind sie alle mit China Export beschriftet, abgekürzt CE, Doch das hindert die Hersteller im fernen Osten nicht daran, nur das Notwendigste einzubauen. Und dazu gehören leider keine Teile zur HF-Entstörung. Öffnet man die Dinger, springen einem oft die leeren Plätze nicht bestückter Bauteile auf der Leiterplatte ins Auge.
Manchmal spendiert ihnen ein Importeur, vom schlechten Gewissen geplagt, eine Ferritperle im Piggyback Format. Doch diese Perlen sind keine Funkperlen, schon gar nicht für unsere tiefen Bänder.
Ganz schlimm sind die nachträglich aufgeschnappten Klappferrite, die einem überall angedreht werden. Ihr Luftspalt reduziert die Wirkung erheblich. Etwas Abhilfe bringt nur ein festes Zusammendrücken, zum Beispiel mit einem Kabelbinder.
Aber für 80 oder gar 160m können wir Ferritperlen getrost vergessen. Sie bringen nichts.
Die damit erzielte Induktivität ist zu gering - auch bei mehreren Windungen.
Doch zurück zu den Schaltnetzteilen. Meistens lassen wir sie auch stecken, wenn wir sie nicht benutzen. Doch das hindert sie nur bedingt am Strahlen. Nur Ausschalten oder Ausstecken hilft wirklich.
Aber wie wir aus Kinofilmen wissen, gibt es nicht nur die Bösen, sondern auch die Guten. Also Schaltnetzteile, die recht gut entstört sind. Doch wie im Film manchmal ein Guter zum Bösewicht wird, geschieht dies auch bei den Schaltnetzteilen. Kondensatoren sterben den Wärmetod und nach einiger Zeit wird das Netzteil zum Störsender. Man baut ja nicht die teuersten Komponenten ein.
Wie dem auch sei. Spätestens nachdem die XYL Soupe à la grimace (Grimassensuppe) serviert und der Hausmeister Amok läuft, müssen die Sicherungen wieder rein. Dann fängt die Feinarbeit an. Meistens ist es nicht ein einzelner Störer, der dem OM Kopfschmerzen bereitet, oft stören sie im Chor.
Hier die Liste meiner Störer, die ich eliminieren musste:
- Der DVD Player
- Venta Luftbefeuchter
- Netzteil des Internet Modems
- Netzteil der 12V Küchenbeleuchtung
- Sparlampen aller Couleur
- Ladegeräte für Akkus
- Ladegerät meines 2m Handys!
Die Liste ist nicht abschließend und immer wieder schleicht sich ein Neuer unter die Störer.
Beim Luftbefeuchter hilft nur das Abschalten während der Funkzeiten. Für das Internet-Modem habe ich ein Trafonetzteil gebaut und das mitgelieferte entsorgt. Sparlampen wurden rausgeschmissen und dafür ein "Lebenslager" Glühlampen angelegt. Vielleicht bleib ich darauf sitzen: inzwischen habe ich störfreie LED Lampen gefunden. Aber für dieses Problem gibt's ja noch den Flohmarkt in Zofingen.
Beim DVD Player musste ich das Gerät bloß erden und bei allem anderen Karsumpel halfen die bewährten N30 Ringkerne von Epcos. Mit diesem Material und mehreren Windungen (mindestens 5) erreicht man genügend Dämpfung für 80 und 160m.
Leider ist das nur die Spitze des Eisbergs. Im nächsten Teil werde ich über weitere Störquellen und Abhilfemaßnahmen berichten.
Bild: Gestern brachte mir Sonja, die Briefträgerin, ein Päckchen aus Kassel. Es enthielt Bernds Starter Kit für den SOTA-OM. Mit den beiden "Abrissbirnen" werde ich etwas üben müssen. Leider konnte ich bei der Abgabe meines Militärmaterials den Helm nicht behalten.
Danke Bernd!
Mittwoch, 29. April 2015
Das 80m Band versinkt im Störnebel - Teil 1
160m ist für viele total unbrauchbar geworden. Der Zeiger des S-Meters sinkt kaum mehr unter die S9-Marke.
Aber auch 80m versinkt immer mehr im QRM. Die Störwelle aus unserem Elektronikschrott frisst sich in immer höhere Frequenzen hinein. PLC, Plasma-Fernseher, Schaltnetzteile und Sparlampen heißen die Störer. Alle mit CE-Zeichen, versteht sich. CE = China Export.
Viele Stationen klagen heute über den Störpegel im 80m Band. Wer kann, weicht für Kurzstrecken auf das 40m Band aus. So auch die RAOTC-Runde (Radio Old Timer Club), bei der ich am Montagmorgen manchmal mitmache.
Es ist schon nicht leicht, in unserer verdichteten Wohnsituation eine gute Antenne für das 80m Band zu errichten. Wenn dann noch ein S9-Gebrodel dazu kommt, vergeht den meisten die Lust am QSO.
Zurzeit stecken wir noch im Sonnenmaximum, die Ausbreitung ist gut und tagsüber gibt’s auf 40m kaum tote Zonen. Doch das wird nicht immer so bleiben. In einigen Jahren wird 40 für kürzere Distanzen ausfallen. Für den Funkverkehr über einige 100km wird dann nur noch das 80m Band übrig bleiben. Und manchmal vielleicht nicht einmal das. Ich mag mich erinnern, dass die berühmte „Bernerrunde“ im letzten Sonnenminimum auch schon Schwierigkeiten hatte, weil die Senkrechtgrenzfrequenz unter 3.5 MHz gesunken ist.
Wenn wir weiter NVIS funken wollen – von DX auf den tiefen Bändern, will ich gar nicht erst reden – so bleibt uns nichts anderes übrig, als die Störsituation zu verbessern.
In den folgenden zwei Berichten möchte ich deshalb über die Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen und über meine Erfahrungen berichten. Auch bei mir stand das S-Meter vor einigen Jahren bei S9. Nun bewegt sich der Zeiger kaum noch und ich höre fast das Gras wachsen.
Im nächsten Teil werde ich berichten, wie es dazu gekommen ist und was ich getan habe.
Bild: Kürzlich hatte ich ein interessantes QSO mit einer Mobilstation. Ich wette, die Gegenstation benutzte genau diese Taste ;-)
Sonntag, 26. April 2015
75-NS-3, ein Empfänger in der Fleischkonserve
National RF heißt die Firma, die diesen schnuckeligen Kurzwellenempfänger als Bausatz vertreibt. Bei diesem Namen ist mir sofort die alte Marke National Radio in den Sinn gekommen. Ihre Empfänger waren damals wie Schlachtschiffe gebaut und sind heute beliebte "Bootsanker". Ich denke, die Firma hat ihren Namen nicht ohne diesen Hintergedanken gewählt. Das zeigt schon das rote rautenähnliche Symbol auf der Frontplatte des Prototyps (Eine Raute ist das, was Frau Merkel macht, wenn sie nachdenkt). Es ähnelt zu sehr dem Label der ehemaligen Empfänger von National Radio.
Wie dem auch sei. Aus meiner Sicht ist das Design sehr gut gelungen und die analoge Skala eine wohltuende Abwechslung in der digitalen Welt, wo sogar kleine Selbstbau-Transceiver eine LED-Zeile als S-Meter haben und die Frequenzanzeige meistens ein LCD ist. Das Teil hat unbestreitbar einen nostalgischen Touch. Doch wie sieht es mit der Technik aus?
Der Empfänger wird in eine mitgelieferte Konservendose gebaut, wie man sie für Fleisch verwendet, zum Beispiel für SPAM. Mit seinem Bereich von 3.5 bis 10.8 MHz deckt er die Amateurfunkbänder 80, 40 und 30m ab, sowie die Rundfunkbänder 75, 60, 49, 41 und 31m.
Selbstverständlich kann man sowohl AM, SSB, wie auch CW empfangen.
Röhren werden natürlich keine verwendet. Russische Miniaturröhren hätten aber gut zu dem Gerät gepasst. Dafür kommt der Empfänger mit einer kleinen 9V Batterie aus, die man hinten ans Gehäuse angeschnallt hat. Piggyback, nennen das die Amis. Dort sitzen auch die BNC-Buchse für die Antenne und der Stecker für den Kopfhörer. Lautsprecher besitzt der 75-NS-3 keinen.
Etwas misstrauisch macht mich der Einfachsuper mit der niedrigen ZF von 455 kHz. Zwar besitzt der RX offenbar eine Art Preselektor (Peak Regler), den man abstimmen muss. Trotzdem wird die Spiegelfrequenz-Unterdrückung auf den höheren Frequenzen nicht gerade überragend sein. Auch die Filter mit 6 und 9 kHz sind eher für Rundfunkempfang als für SSB oder gar CW ausgelegt. Doch das ließe sich durch den gewieften Bastler allenfalls ändern. Nur ist der 75-NS-3 dann kein Anfängerprojekt mehr. Auch die verwendete Leiterplatte sieht nicht gerade danach aus. Aber vielleicht wird das in der Serie verbessert und auch die provisorisch gelöteten Piggyback-Komponenten werden vielleicht noch ihren Platz finden.
Der Bausatz kostet 185 $. Ein stolzer Preis für eine Fleischkonserve.
Samstag, 25. April 2015
Meine Erfahrungen mit Morse Decodern für PC und Android Smartphones
Nicht immer lässt sich ein CW Signal gut aufnehmen. Liegt es am QRM, dann hilft nur das Ohr des OM. Es ist ein ausgezeichnetes Filter und den besten DSP Algorithmen immer noch überlegen.
Wenn jedoch der OM am anderen Ende die Geschwindigkeit nicht anpasst und auch auf PSE QRS nicht reagiert, dann kann ein Decoder Programm ganz nützlich sein.
Ich lasse vielfach einen Decoder mitlaufen, um im Zweifelsfall rasch einen Blick darauf zu werfen. Vor allem bei Kauderwelsch, wenn mein Gehirn nicht mehr in der Lage ist, Fehler automatisch zu korrigieren. Wenn PTON daher kommt, weiß ich, dass Anton gemeint ist und auch aus einer 5 mache ich ggf automatisch ein H oder umgekehrt. Doch bei einem Brei voller Fehler und zufälliger Lücken stehe ich manchmal vor einem Rätsel.
Auf meinem PC habe ich drei verschieden Decoder Programme getestet. Sie sind allesamt Krücken und der menschlichen Ohr-Gehirn-Kombination hoffnungslos unterlegen. Ich habe CW Get gekauft und benutzt, das 35$ kostet, sowie das MRP40 für stolze 49.90 Euronen und auch den kostenlosen CW Decoder (der mit der blauen Taste).
Und das Resultat meiner langjährigen Versuche? Heute benutze ich ausschließlich den kostenlosen CW Decoder. Interessant, nicht wahr?
Ähnlich ist es mir nun mit meinem Smartphone Galaxy S5 ergangen. Zuerst habe ich den kostenlosen Morse Code Reader (der mit dem Walross) geladen.
Später habe ich dann aus purer Neugier noch die Morse Decoder App gekauft.
Ein Schuss in den Ofen. Diese App funktioniert auf meinem Smartphone zwar. Doch muss man das Smartphone direkt an den Lautsprecher halten, damit es decodiert.
Auch wenn die Balkenanzeige schon grün zeigt und die Zeichen auf der Scope-Darstellung schon sauber vorbeiziehen: die Text-Anzeige bleibt leer.
Dafür hat die App ein DSP-Filter, das man umständlich auf den richtigen Ton ziehen muss. Vollständig überflüssig. Meine Transceiver haben bereits CW Filter.
Ich werde also beim Walross bleiben und die paar Franken, die ich Wholpi Solutions gezahlt habe, abschreiben.
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