Samstag, 18. April 2015
Anton in den Baunataler Nachrichten
Mein Besuch beim DARC ist jetzt auch in den Baunataler Nachrichten aufgeschlagen (Seite 34).
Einen ersten Blogeintrag dazu habe ich wieder gelöscht, wie vielleicht einige von euch bemerkt haben. Aus folgendem Grund:
Ich hatte dort danach gefragt, ob noch andere als Mitglieder des DARC abgelehnt worden sind. Die darauf folgenden Zuschriften haben mich dermaßen erschreckt, dass ich den Eintrag gelöscht habe.
Da ist soviel Toxisches aus vergangenen Jahren und Jahrzehnten hochgekommen, dass es mir zuviel wurde. Ich beschäftige mich lieber mit positiven Dingen.
Hoffentlich gelingt es dem DARC, die Vergangenheit aufzuarbeiten und so den Weg in eine neue Zukunft freizumachen.
Röhrenaudion für Amateurfunk mit 2 x ECC81
Was gibt es Schöneres, als beim warmen Glühen der Röhren den Signalen aus dem Aether zu lauschen?
Audion-Empfänger stammen aus den Anfangszeiten des Amateurfunks und sind schon längst aus der Mode gekommen. Nur noch als Bastelprojekte werden sie ab und zu gebaut, doch meistens mit Transistoren, wie das zum Beispiel "Popcorn" tut.
Röhren sind NOS (New Old Stock) noch massenweise erhältlich, doch die Spannungsversorgung bereitet manch einem Kummer. Woher soll ich 6.3 Volt für die Heizung nehmen? Und dann die lebensgefährliche Hochspannung! Ein falscher Griff in die Schaltung und plötzlich ist man SK. Das kann einem mit Transistoren nicht passieren.
Ein Freund von mir, Andy HB3YAF, hat es trotzdem gewagt. Er hat ein Röhren-Audion gebaut und kürzlich haben wir bei einem Glas Epesses das Teil in Betrieb genommen. Mit zirka zwei Meter Draht als Antenne. Die Schaltung stammt aus Jogis Röhrenbude und man findet dort nicht nur das Schema sondern eine genaue Bauanleitung. Hier ist sie!
Der Empfänger lief auf Anhieb, der Rückkopplungseinsatz war butterweich und die Signale im abendlichen 80m Band glasklar. Keine DSP-Artefakte, kein Rauschen schlecht dimensionierter NF-Verstärker. Das Hören war ein Vergnügen und die Schaltung erstaunlich stabil. SSB-Signale waren problemlos aufzunehmen und als wir dann im CW-Bereich landeten (Andy macht fast ausschließlich Telegrafie), konnte ich zu meiner Freude einige bekannte Signale hören. Aus Kassel/Baunatal notabene.
Euch ist sicher auf dem Bild ein Teil aufgefallen, das inmitten der "antiken" Bauteile wie ein Alien aussieht. Es handelt sich dabei um einen Ringkern-Trafo und er stammt vom Musikerkram. Er liefert 6.3V für die Heizung und 250V für die Anodenspannung.
Mittwoch, 15. April 2015
Externe 10 MHz Referenz für alle Transceiver!
Was bedeutet das? (Ingschenöre bitte den nächsten Abschnitt überschpringen)
Für viele Transceiver gibt es einen TCXO. Entweder ist das Teil schon eingebaut oder kann als Option eingebaut werden. Es handelt sich dabei um einen Temperatur kompensierten Oszillator, mit dem das Funkgerät frequenzstabiler ist, als mit dem bereits eingebauten "gewöhnlichen" Oszillator.
In letzter Zeit werden solche TCXO für die Yaesu-Geräte FT-817, FT-857, FT-897 sehr günstig aus chinesischer Produktion auf Ebay angeboten. Erstaunlicherweise halten diese Teile meistens, was sie versprechen. Die Frequenzkonstanz der Transceiver wird wesentlich verbessert. In der Regel auf +/-0.5ppm. Das heißt, auf +/- ein halbes Hertz pro Megahertz. Im 144 MHz-Band sind das also +/- 144 Hertz. Das reicht in der Regel.
Für einige Anwendungen genügt das aber nicht mehr. Zum Beispiel für Mikrowellen und einige digitale Betriebsarten.
Um eine höhere Frequenzkonstanz zu erzielen, muss der Oszillator des Transceivers noch stabiler werden. Das geschieht, indem dieser an eine externe Referenzquelle angebunden wird, die eine noch höhere Präzision und Konstanz hat. Standard ist 10 MHz und die Referenz kann zum Beispiel aus einem Atom-Normal (Rubidium) oder aus dem GPS-Netz oder vom Zeitsender DCF77stammen. Auch ein OCXO, ein "Quarzofen" ist eine Möglichkeit. Noch genauer wäre eine Cäsium-Fontäne, aber diese Atomuhr ist so schweineteuer, dass sie sich nur Warren Buffet leisten kann.
Aber ein GPS-Modul, das die Navigations-Satelliten empfängt und daraus ein hochstabiles 10 MHz-Signal "zieht", kann sich jeder OM leisten.
Doch die meisten Transceiver haben keinen 10 MHz-Eingang und der interne Oszi, bzw. TCXO benutzt eine krumme Frequenz.
(Ingschenöre bitte wieder lesen)
VK3HZ bietet nun einen universellen Referenzoszillator an, der sich in jeden Transceiver einbauen lässt. Damit erhält der TRX einen 10 MHz Eingang und kann an ein externes Referenzsignal angebunden werden.
Zum Beispiel der IC-910, IC-9100 oder der altbewährte IC-706. Aber auch der TS-2000 von Kenwood oder der FT-847 von Yaesu. VK3HZ liefert dazu detaillierte Einbauanleitungen. Hier als Beispiel für den IC-910.
Für viele Transceiver gibt es einen TCXO. Entweder ist das Teil schon eingebaut oder kann als Option eingebaut werden. Es handelt sich dabei um einen Temperatur kompensierten Oszillator, mit dem das Funkgerät frequenzstabiler ist, als mit dem bereits eingebauten "gewöhnlichen" Oszillator.
In letzter Zeit werden solche TCXO für die Yaesu-Geräte FT-817, FT-857, FT-897 sehr günstig aus chinesischer Produktion auf Ebay angeboten. Erstaunlicherweise halten diese Teile meistens, was sie versprechen. Die Frequenzkonstanz der Transceiver wird wesentlich verbessert. In der Regel auf +/-0.5ppm. Das heißt, auf +/- ein halbes Hertz pro Megahertz. Im 144 MHz-Band sind das also +/- 144 Hertz. Das reicht in der Regel.
Für einige Anwendungen genügt das aber nicht mehr. Zum Beispiel für Mikrowellen und einige digitale Betriebsarten.
Um eine höhere Frequenzkonstanz zu erzielen, muss der Oszillator des Transceivers noch stabiler werden. Das geschieht, indem dieser an eine externe Referenzquelle angebunden wird, die eine noch höhere Präzision und Konstanz hat. Standard ist 10 MHz und die Referenz kann zum Beispiel aus einem Atom-Normal (Rubidium) oder aus dem GPS-Netz oder vom Zeitsender DCF77stammen. Auch ein OCXO, ein "Quarzofen" ist eine Möglichkeit. Noch genauer wäre eine Cäsium-Fontäne, aber diese Atomuhr ist so schweineteuer, dass sie sich nur Warren Buffet leisten kann.
Aber ein GPS-Modul, das die Navigations-Satelliten empfängt und daraus ein hochstabiles 10 MHz-Signal "zieht", kann sich jeder OM leisten.
Doch die meisten Transceiver haben keinen 10 MHz-Eingang und der interne Oszi, bzw. TCXO benutzt eine krumme Frequenz.
(Ingschenöre bitte wieder lesen)
VK3HZ bietet nun einen universellen Referenzoszillator an, der sich in jeden Transceiver einbauen lässt. Damit erhält der TRX einen 10 MHz Eingang und kann an ein externes Referenzsignal angebunden werden.
Zum Beispiel der IC-910, IC-9100 oder der altbewährte IC-706. Aber auch der TS-2000 von Kenwood oder der FT-847 von Yaesu. VK3HZ liefert dazu detaillierte Einbauanleitungen. Hier als Beispiel für den IC-910.
Dienstag, 14. April 2015
KO für 23 Euro/CHF
Die Dinger heißen heute nicht mehr KO, Kathodenstrahloszillografen, weil sie keine Kathodenstrahlröhren mehr haben, sondern schlicht Oszilloskope.
Doch nützlich sind sie mehr denn je. Neben einem Multimeter und einem SWR/PWR-Meter ein Teil, das in keiner Funkbude fehlen sollte.
Ja, eigentlich noch fast wichtiger als das Multimeter. Denn gewiefte Bastler lassen dieses gerne links liegen und messen mit dem Oszilloskop. Denn es zeigt nicht nur die Spannung (oder via Seriewiderstand auch den Strom), sondern auch, wie diese aussieht.
Oszilloskope waren früher teuer und sperrig. Heute sind sie billig und flach wie Flundern. Und sie können mehr als je zuvor. Meines kann speichern, rechnen, Frequenz, Zeit, Spannung direkt in Zahlen anzeigen und überhaupt viel mehr, als ich je brauchen werde (oben im Bild).
Alte Kathodenstrahloszillografen werden daher reihenweise ausgemustert. Man kann von sehr günstig bis gratis erwerben. Für den weniger betuchten Funkamateur eine gute Gelegenheit.
Wem die Dinger zu sperrig sind und wer trotz klammer Kasse ein modernes Scope haben möchte, der kann sich auch selbst eins bauen. Zum Beispiel dieses hier für 23 Franken/Euronen.
Einen Nachteil hat das Bausatz-Instrument jedoch: Es ist nur für NF geeignet. So kann man damit zum Beispiel nicht die Ausgangsleistung eines Senders messen, indem man das Scope an die 50 Ohm Dummyload klemmt und aus der angezeigten Spannung die Leistung ausrechnet.
Vorsicht! Angezeigt wird immer Upp (Das ist der Wert Spitze zu Spitze). Erst durch 2.88 dividiert, erhält man den benötigten Effektivwert der Spannung und kann dann mit der bekannten Leistungsformel P ausrechnen (Mein Scope rechnet das selbst aus). Eine bewährte Methode und oft genauer als das SWR/PWR-Meter.
Natürlich nur, wenn die Bandbreite des Scopes genügend groß ist. Achtung! Die angegebene Bandbreite bezieht sich auf -3dB. Für KW muss es also schon ein 60MHz oder 100MHz Oszi sein.
Wer noch nie mit einem Oszilloskop gearbeitet hat: hier ein Grundkurs zum Thema.
Sonntag, 12. April 2015
Mini Whip Aktivantenne - ein Versuch
Die Mini Whip ist vermutlich die kleinste Aktiv-Antenne für Lang- bis Kurzwelle. Sie wurde vom holländischen Funkamateur Rohloff Baker PA0RDT entwickelt und wird von SWL und Funkamateuren als Empfangsantenne eingesetzt. Prominentestes Beispiel ist der SDR an der Universität Twente. Über diesen Empfänger, der das Spektrum von 0 bis 29.16 MHz empfängt, hören täglich Tausende von SWLs und Funkamateuren via Internet gleichzeitig auf verschiedenen Frequenzen und in verschiedenen Betriebsarten in den Aether. Und alle über die gleiche Mini Whip auf dem Dach des Gebäudes.
Ich habe schon viele Aktivantennen ausprobiert und im Garten steht auch eine ALA1530LF von Wellbrook, eine magnetische Aktivantene, die ich verwende, wenn der Empfang über die Sendeantenne kritisch wird. Manchmal hilft's, manchmal nicht - die Bilanz ist durchzogen.
Nun wollte ich einmal die berühmte Mini Whip ausprobieren. Bausätze oder fertige Antennen werden von verschiedenen Händlern angeboten und im Internet findet man unzählige Berichte zu dieser populären Empfangsantenne. Ich habe in der Bucht einen Printsatz bestellt. Die Komponenten dazu lieferte meine Bastelkiste. Meine Print kamen aus den USA und wurden von WA3IAC entworfen:
Der Print links ist die eigentliche Antenne. Das heißt, die freie Printfläche links wirkt als Antenne, rechts befindet sich die zugehörige Elektronik. Der kleine Print rechts ist die Weiche zur Fernspeisung. Die Antenne wird über das Koaxialkabel mit 12VDC versorgt.
Bestückt habe ich sie an einem Abend zwischen zwei CW QSO's ;-) Und so sehen meine bestückten Print aus:
Wie meistens, wenn das Material aus der Bastelkiste kommt, hat man nicht gerade die verlangten Komponenten zur Hand. Ich habe anstelle des Transistors 2N5109 einen 2N3866 eingesetzt und anstelle der 470uH Drosseln 1mH. Das sind die beiden dicken schwarzen Töpfe.
Die Mini Whip, mit ihrer winzig kleinen Antennenfläche, ist natürlich eine kapazitive Antenne mit einer sehr großen Impedanz. Diese wird mittels eines FET heruntertransformiert, und das schwache Signal wird dann durch einen nachfolgenden NPN HF-Transistor verstärkt. Eine solche Antenne nimmt praktisch nur die elektrische Feldkomponente der elektromagnetischen Wellen auf.
Das kann ein Vorteil sein - magnetische Störungen aus der Umgebung werden kaum empfangen - aber auch ein Nachteil: Elektrische Störfelder nimmt sie bevorzugt auf. Dies im Gegensatz zu den aktiven Loopantennen wie die erwähnte Wellbrook. Bei denen ist es gerade umgekehrt.
Am meisten Erfolg hat man mit der Mini-Whip, wenn sie möglichst weit weg vom häuslichen Störnebel platziert wird.
Für einen ersten Versuch habe ich sie an eine Angelrute geklebt und durch das Dachfenster geschoben:
Erstaunlicherweise war damit das Signal etwas stärker als von der Wellbrook unten im Garten. Aber auf KW waren die Resultate nicht berauschend. Besonders auf 160 und 80m war der Geräuschpegel vom China-Schrott aus dem Haus noch sehr hoch. Doch von der Mittelwelle an nach unten, begann die Mini Whip ihre Qualitäten auszuspielen. Der Langwellenempfang war fantastisch und als ich sie direkt an den Mikrofoneingang meines Notebooks anschloss, konnte ich mit dem SAQ-Programm, das ich hier vorgestellt habe, Signale bis in den kHz-Bereich hinunter empfangen, die ich bisher nicht hören konnte, auch nicht mit meiner Langdraht am PC. So sah das Spektrum von 0 bis 22 KHz aus:
Eine Mini Whip in Kombination mit dem PC dürfte also ideal sein, um die sporadischen Aussendungen von SAQ auf 17.2 kHz zum empfangen. Die Signale im kHz Bereich sind wahrscheinlich Netz-Steuersignale. Diese werden vom EW zwar auf das Stromnetz eingespeist, aber von diesem eben auch abgestrahlt. Dabei können sie recht große Distanzen überbrücken. Bekannt ist zum Beispiel, dass hierzulande die Netz-Steuersignale aus Italien empfangen werden.
Als nächster Versuch werde ich mal mit dem FT-817 und der Mini Whip durch die nähere Umgebung streifen, um einen optimalen Standort zu finden. Die Antenne ist ein Keeper und ich werde sie fix installieren, wenn ich sie in ein Gehäuse verpackt und Lust darauf habe, ein weiteres Koaxkabel im Garten zu vergraben.
Dabei werde ich auch nach einigen Meter Koax eine Mantellwellensperre einbauen. Denn auch die Mini Whip ist - wie alle Antennen - ein Dipol. Das Gegenstück zur Printfläche ist der Mantel des Koaxialkabels. Ein bisschen davon muss man der Antenne also lassen ;-) Aber es gilt zu verhindern, dass Störungen aus dem Haus zur Antenne verschleppt werden.
Ich habe schon viele Aktivantennen ausprobiert und im Garten steht auch eine ALA1530LF von Wellbrook, eine magnetische Aktivantene, die ich verwende, wenn der Empfang über die Sendeantenne kritisch wird. Manchmal hilft's, manchmal nicht - die Bilanz ist durchzogen.
Nun wollte ich einmal die berühmte Mini Whip ausprobieren. Bausätze oder fertige Antennen werden von verschiedenen Händlern angeboten und im Internet findet man unzählige Berichte zu dieser populären Empfangsantenne. Ich habe in der Bucht einen Printsatz bestellt. Die Komponenten dazu lieferte meine Bastelkiste. Meine Print kamen aus den USA und wurden von WA3IAC entworfen:
Der Print links ist die eigentliche Antenne. Das heißt, die freie Printfläche links wirkt als Antenne, rechts befindet sich die zugehörige Elektronik. Der kleine Print rechts ist die Weiche zur Fernspeisung. Die Antenne wird über das Koaxialkabel mit 12VDC versorgt.
Bestückt habe ich sie an einem Abend zwischen zwei CW QSO's ;-) Und so sehen meine bestückten Print aus:
Wie meistens, wenn das Material aus der Bastelkiste kommt, hat man nicht gerade die verlangten Komponenten zur Hand. Ich habe anstelle des Transistors 2N5109 einen 2N3866 eingesetzt und anstelle der 470uH Drosseln 1mH. Das sind die beiden dicken schwarzen Töpfe.
Die Mini Whip, mit ihrer winzig kleinen Antennenfläche, ist natürlich eine kapazitive Antenne mit einer sehr großen Impedanz. Diese wird mittels eines FET heruntertransformiert, und das schwache Signal wird dann durch einen nachfolgenden NPN HF-Transistor verstärkt. Eine solche Antenne nimmt praktisch nur die elektrische Feldkomponente der elektromagnetischen Wellen auf.
Das kann ein Vorteil sein - magnetische Störungen aus der Umgebung werden kaum empfangen - aber auch ein Nachteil: Elektrische Störfelder nimmt sie bevorzugt auf. Dies im Gegensatz zu den aktiven Loopantennen wie die erwähnte Wellbrook. Bei denen ist es gerade umgekehrt.
Am meisten Erfolg hat man mit der Mini-Whip, wenn sie möglichst weit weg vom häuslichen Störnebel platziert wird.
Für einen ersten Versuch habe ich sie an eine Angelrute geklebt und durch das Dachfenster geschoben:
Erstaunlicherweise war damit das Signal etwas stärker als von der Wellbrook unten im Garten. Aber auf KW waren die Resultate nicht berauschend. Besonders auf 160 und 80m war der Geräuschpegel vom China-Schrott aus dem Haus noch sehr hoch. Doch von der Mittelwelle an nach unten, begann die Mini Whip ihre Qualitäten auszuspielen. Der Langwellenempfang war fantastisch und als ich sie direkt an den Mikrofoneingang meines Notebooks anschloss, konnte ich mit dem SAQ-Programm, das ich hier vorgestellt habe, Signale bis in den kHz-Bereich hinunter empfangen, die ich bisher nicht hören konnte, auch nicht mit meiner Langdraht am PC. So sah das Spektrum von 0 bis 22 KHz aus:
Eine Mini Whip in Kombination mit dem PC dürfte also ideal sein, um die sporadischen Aussendungen von SAQ auf 17.2 kHz zum empfangen. Die Signale im kHz Bereich sind wahrscheinlich Netz-Steuersignale. Diese werden vom EW zwar auf das Stromnetz eingespeist, aber von diesem eben auch abgestrahlt. Dabei können sie recht große Distanzen überbrücken. Bekannt ist zum Beispiel, dass hierzulande die Netz-Steuersignale aus Italien empfangen werden.
Als nächster Versuch werde ich mal mit dem FT-817 und der Mini Whip durch die nähere Umgebung streifen, um einen optimalen Standort zu finden. Die Antenne ist ein Keeper und ich werde sie fix installieren, wenn ich sie in ein Gehäuse verpackt und Lust darauf habe, ein weiteres Koaxkabel im Garten zu vergraben.
Dabei werde ich auch nach einigen Meter Koax eine Mantellwellensperre einbauen. Denn auch die Mini Whip ist - wie alle Antennen - ein Dipol. Das Gegenstück zur Printfläche ist der Mantel des Koaxialkabels. Ein bisschen davon muss man der Antenne also lassen ;-) Aber es gilt zu verhindern, dass Störungen aus dem Haus zur Antenne verschleppt werden.
Samstag, 11. April 2015
Ein Transceiver für weniger als 5 Euro:
Pixie heißt ein Transceiver-Bausatz, der zurzeit auf dem Internet angeboten wird. Er kann CW im 40m Band und liefert so um ein Watt HF. Hier ein Screenshot dieses famosen Teils:
Betrachtet man das Schema, wird einem rasch klar, dass der Pixie nur etwas für hartgesottene QRPeter ist:
Der Transistor Q1 spielt den Oszillator, Q2 hat eine Doppelrolle als Sendeverstärker und Empfangsmischer und für die Verstärkung der NF sorgt der venerable IC LM386. Ein dreipoliges Tiefpassfilter soll für die Harmonischen genügen und eine Vorselektion für den Empfänger sucht man vergebens. Der RX wird nicht sehr empfindlich sein, trotzdem wird man mit diesem Teil funken können, in günstigen Fällen sogar von Pixie zu Pixie quer durch Europa.
In China heißt er übrigens Schuh.
Doch jetzt kommt der Clou! Dieser Bausatz wird von verschiedenen Händlern angeboten. Dieser hier will dafür nicht 4 Franken, sondern sage und schreibe 40 Euronen. Notabene ohne BNC Buchse.
Den Pixie haben übrigens nicht die Chinesen erfunden, sondern im Jahre 1982 George Burt GM3OXX. Damals hatte er noch fünf Transistoren, lieferte 2.5 Watt und hieß Foxx.
Oleg Borodin RV3GM vereinfachte darauf die Schaltung zum "Micro 80" und schließlich brachte WA6BOY den Transceiver in die heutige Form, indem er den Transistor für die NF Verstärkung durch den LM386 ersetzte.
Natürlich fehlt dem Pixie oder Pixie2, wie er auch genannt wird, eine Schaltung für ein Paddle. Der mutige OM muss also eine Klopftaste bemühen. Auch empfiehlt es sich, einen Kopfhörer zu benutzen. Die Gesamtverstärkung im Empfangszweig ist für schwächere Signale ungenügend.
Wer etwas mehr Geld in der Portokasse hat und weniger masochistisch veranlagt ist, der greift lieber zum Frog Sounds, der ebenfalls von mehreren Händlern aus China angeboten wird. Die Schaltung hat zwar auch keinen Morsegenerator für ein Paddle, ist aber komfortabler mit einem empfindlicheren Empfänger und mit einem zusätzlichen Quarz zur Vorselektion. Zudem hat der zweistufige TX die doppelte bis dreifache Leistung. Da wird schon eher ein Schuh draus:
Wie im Schema zu sehen ist, hat der Frog Sounds, der auch als Forty-9er verkauft wird, einen NE602 als Mischer/Oszillator. Eine in QRP-Schaltungen bewährte integrierte Schaltung. Zudem sorgt ein Vierfach Nand-Gatter 74HC00 für einen Mithörton.
Frog Sounds gibt es schon ab 10 Dollar, free shipping. Wer in der Bucht taucht, wird diese Perle finden.
Freitag, 10. April 2015
Die Herstellung von Lötsauglitze
Wer lötet, muss zuweilen auch entlöten. Am besten eignet sich dazu Lötsauglitze, in der Bucht auch unter "Solder Wick" zu finden. Oft sind die kleinen Spulen mit dem bisschen Litze teuer oder von schlechter Qualität. Doch wirklich penibel ist der Umstand, dass man breite Litze für große Lötstellen kaum findet. Mein letztes Stück 6 mm breite Lötsauglitze hatte ich kürzlich aufgebraucht und so musste ich mich nach einer Alternative umsehen.
Wieso Lötsauglitze nicht selber machen? Das Prinzip ist einfach und ein ideales Projekt für den OV-Abend. Es braucht dazu jede Menge Koaxialkabelreste, von dick bis dünn, einen Viertelliter Spiritus, ein Gefäß, alte Zeitungen, Abisolierwerkzeug und als Wichtigstes: ein Stück reines Kolophonium.
Musikern mit Streichinstrumenten ist dieser Stoff wohlbekannt. Sie behandeln die Saiten ihrer Instrumente damit. Er wird aus dem Harz von Koniferen gewonnen und ist auch ein ausgezeichnetes Flussmittel in der Löttechnik. In seiner reinen Form, unversetzt mit chemischen Zusätzen, wird Kolophonium auch als Räucherwerk geschätzt.
Der "Fabrikationsprozess" ist denkbar einfach: Ein Kolophonium-Stück von 100 Gramm in einem Viertelliter Brennsprit aufgelöst, reicht für den Lebensbedarf eines ganzen Amateurfunk-Ortsverbandes. Mindestens sechs Stunden vor dem OV-Abend sollte das Kolophonium in den Spiritus gegeben werden, damit er genügend Zeit hat, sich aufzulösen.
Nachdem aus den Koaxresten die Abschirmlitze gewonnen wurde, wird diese kurz in die Lösung getaucht und dann auf dem Zeitungspapier zum trocknen ausgelegt. Sobald der Spiritus verdunstet ist, ist die Lötsauglitze fertig.
Oben im Bild sind zwei Kolophoniumbarren à je 100 Gramm zu sehen (das Harz ist sehr leicht), links die angesetzte Lösung und davor einige Koaxreste. Vorne im Bild das fertige Produkt. Es funktioniert mindestens so gut wie gekaufte Ware und duftet beim Entlöten angenehm. Die Kolophoniumreste müssen nach dem Löten/entlösten nicht unbedingt entfernt werden. Sie schaden den Lötstellen nicht und bilden sogar einen Schutzfilm.
PS. Ich habe das Kolophonium hier gekauft
Abonnieren
Posts (Atom)














