Donnerstag, 28. September 2017

10 GHz via Reflexion an Bergen




Mit Interesse verfolge ich den Ausbau des HamNet - ein unabhängiges Internet für Funkamateure. Auch wenn ich z.Z. noch nicht weiß, für was ich das brauchen würde ;-)
Zwischen den Knoten und als Zugangsfrequenzen für die OM werden dort Mikrowellen eingesetzt. Vor allem im 13 und 6cm Band. Doch hohe Datenraten bedingen hohe Bandbreiten. Daher muss in der Regel zwischen Sender und Empfänger eine Sichtverbindung bestehen.

Anders sieht es aus, wenn die Datenrate und daher die Bandbreite gering ist, wie bei SSB, CW oder schmalbandigen digitalen Betriebsarten. Da geht es auch ohne Sichtverbindung.
Bekannt sind Überreichweiten bei bestimmten Wetterlagen, Regenscatter und Reflexionen an Flugzeugen.
Doch für eine Über-Horizont-Verbindung braucht man nicht auf das Wetter oder vorüberfliegende Flugzeuge zu warten. Mikrowellen reflektieren sehr gut auch an Gebirgswänden.

Das ist ein Plus für uns Alpenbewohner und eine Kompensation für unseren hohen (Radio-) Horizont. Wir brauchen nicht unbedingt auf einen Berg zu kraxeln um den Mikrowellen zu frönen. Wir können den Berg einfach vom Tal aus anstrahlen.

In diesem Blog habe ich bereits über unsere Versuche im 23cm Band berichtet. Zum Beispiel hier und hier.

Nun haben wir das Spiel über Bande auf dem 3cm Band wiederholt. Und nach einigen Anlaufschwierigkeiten hat es auch hier geklappt. Gestern hatten wir unser erstes QSO via Reflexion am Chasseral. Das SSB Signal war beidseitig weit über 59 und mindestens ebenso gut wie im 23cm Band.
Doch was die 23cm Welle noch halbwegs toleriert, ist für die 3cm Welle ein No-Go. Bereits ein einzelner Baum vor der Antenne ist ein unüberwindbares Hindernis. Die 3cm Welle will den Berg sehen, an dem sie umgelenkt werden soll.
Deshalb musste der Spiegel von Hansjörg HB9EWH diesmal aufs Dach. Siehe oberstes Bild.
Meine 33cm Technisat-Schüssel durfte bleiben wo sie ist (zweites Bild). Sie hat eine ungestörte Sicht auf unseren Reflexions-Berg. Im folgenden Bild ist der Pfad zu sehen, den unsere Wellen zurücklegen mussten, eine Strecke von fast 80km:


Aber auch hier gilt der Spruch: Auf die Dauer hilft nur Power. Die Strahlungsleistung liegt bei beiden Stationen über einem Kilowatt EIRP :-)


1 Kommentar:

josef Strittmatter hat gesagt…

Es ist schon sehr interessant, wo sich diese Striche befinden. Dabei würde ich mich nicht wundern, wenn einer der Beteiligten seine Erfahrungen beim vaterländischen Verein gesammelt hätte.

Denn von der gleichen Organisation sind mir dieses Gebiete sehr gut vertraut. Wir mussten allerdings vor diesen Richtfunkversuchen noch immer zuerst unsere Geräte reparieren, die durch ein Störzentrum extra vorbehandelt waren, bevor wir dann die schon erprobten Strecken in Betrieb nehmen durften. Was bei dem beschrieben Experiment noch fehlt, sind Nebel, Platzregen und intensiver Schnellfall. Auch die Fresnellzone könnte man über dem Bielersee noch erproben.
Dazu müsste man allerdings bei 3 cm Wellenlänge viel näher an die Wasseroberfläche mit dem Richtstrahl.

Mit ein wenig Übung können die Links auch zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeit verwendet werden. Und mit einer noch längeren Erfahrung zur Wetterbeobachtung.
Eigentlich ist die Installation vor allem „Schönwetter“ tauglich. Während eines Platzregens verzieht man sich am Besten in ein dunkles Kellerloch , da nun kaum mehr Kommunikation möglich ist. Auch mit einem Kilowatt ERP nicht.

73 de HB9CRN