Freitag, 17. August 2018

Ein FT-8 Interface für ältere ICOM Transceiver

Neue ICOM wie der IC-7300 haben einen USB-Anschluss und nichts ist leichter, als diesen direkt in einen Computer zu stöpseln und die Wunder digitaler Betriebsarten zu geniessen. Amateurfunk per Mausklick - noch nie war es so einfach, Funker zu sein ;-)

Doch älteren ICOM fehlt dieses praktische USB Dingens und eine andere Lösung muss her. Dass diese aus dem eigenen Lötkolben kommen kann, habe ich in diesem Beitrag hier beschrieben.
Aber was tun, wenn der alte ICOM im häuslichen Shack keine VOX besitzt, wie zum Beispiel mein alter IC-475H, den ich kürzlich von seiner Lötstellen-Arthrose befreit hatte?

Dann hilft nur noch der altbewährte ACC1 Stecker auf der Rückseite. Der ist glücklicherweise fast so alt wie ICOM selbst und seine Stiftbelegung hat sich über all die Jahrzehnte nicht geändert. Darum funzt mein ICOM-Universalinterface auch beim IC-475H.



Ob ich jedoch einen QSO Partner für FT-8 auf 70cm finden werde, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich vertraue auf das Fortschreiten der digitalen Revolution. Wer braucht noch Mik, Taste und Beamantenne, wenn es die Maus und etwas Draht als Antenne auch tun ;-)

Apropos Blatt: hier das Schema aus meinem Labor-Notizbuch:


Es handelt sich bei dieser Schaltung im wesentlichen um eine simple VOX, um einen Ton-Schalter. Sendet der PC den FT-8 Ton aus, dann geht der Ausgang des Komparators in Form des bewährten Urgesteins aller OP-Amps auf Plus und der Transistor (2N222 o.ä.) schaltet den Sendereingang des ACC1 Steckers auf Masse.

Am oberen 10k Poti wird die Aussteuerung des Senders mit einem scharfen Auge auf die ALC eingestellt. Das untere Poti regelt die Ansprechschwelle des Ton-Schalters. Man sollte sie bei 600Hz und bei 2000Hz kontrollieren und ggf. nachjustieren.

Der Rest meines Gekritzels ist hoffentlich selbsterklärend. Die Nummern rechts sind mit den Stiftnummern der ACC1 Buchse identisch. Der Audiopegel vom Transceiver muss nicht eingestellt werden, der 33k Widerstand sorgt in den meisten Fällen für den richtigen Pegel.

Donnerstag, 16. August 2018

Wurm drin?


Nur kein Stress ist zurzeit meine Devise, darum weist auch mein Blog größere zeitliche Lücken auf.
Allerdings steckt auch die Welt des Amateurfunks noch im Sommerloch und bei den Bedingungen steckt zurzeit sowieso der Wurm drin.

Trotzdem gäbe es das eine oder andere zu berichten. Zum Beispiel über einen neuen QRP-Transceiver. Von denen gibt es zwar soviel wie junge Katzen, aber das hindert die Entwickler nicht daran, immer wieder einen neuen Wurf zu versuchen. Der neueste Spross aus der QRP-Küche heisst
RGO ONE und kommt aus Bulgarien und ist - wie es sich gehört - ein Bausatz:



Dieser SSB/CW-Transceiver soll zwischen 450 und 550$ kosten und sieht nicht nur toll aus. Er soll bei Bedarf auch etwas mehr als QRP können, nämlich 50 Watt!

Im Gegensatz zu chinesischen Blackboxes hat LZ2JR, der die Federführung des vierköpfigen Entwicklungsteams hat, auch bereits ein Schema publiziert:

Nicht nur die Front des Transceivers ist klassisch, sondern auch die Signalverarbeitung. In der 9 MHz ZF werkeln zwei variable vierpolige Quarzfilter für SSB und CW. Arbeiten soll das Teil auf 9 Amateurbändern mit 160m als Option. 
Wie es sich heute gehört, wird ein SI570 Chip als LO eingesetzt. Das garantiert, zusammen mit dem H-Mischer einen störfesten Empfang (H-Mixer von DL6GL)
Für Telegrafisten ist eine Full BK Schaltung ohne Relais-Geklapper vorgesehen und für Telefonisten eine VOX.
Das Gerät ist modular aufgebaut und so bleibt doch einiges optional, das man bei anderen Geräten inklusive bekommt: NB, ATU und sogar ein NF-Verstärker für Lautsprecherbetrieb sind Optionen, aber auch ein Transverteranschluss.

Bild zuoberst: Fakenews by Anton. Insect food ist ja gerade angesagt. Lecker, nicht wahr?



Montag, 6. August 2018

Kleines Teil, grosse Wirkung

Wer einmal in der Industrie gearbeitet hat, der weiß, was Eingangskontrolle bedeutet: Die angelieferte Ware - Komponenten, Rohmaterial - wird nach strengen Vorgaben kontrolliert: optisch, mechanisch, elektrisch, chemisch. Entspricht die Ware den Spezifikationen, die der Bestellung zugrunde lagen?
Kleine Dinge können grosse Wirkung haben. Wird ein einziges fehlerhaftes Teil weiterverarbeitet, bzw. in das Endprodukt eingebaut, kann das für das Unternehmen verheerende Auswirkungen haben.

Auch wir Funkamateure sollten eine Eingangskontrolle durchführen, wenn wir Bastelmaterial bestellen. So zum Beispiel bei mir im Shack: die zwei bestellten Koax-Adapter wanderten nach einem kurzen Augenschein in die Schublade. Ist ja ein simples Teil: UHF-Buchse zu BNC-Stecker. Da kann man nicht viel falsch machen, dachte ich.

Erst gestern habe ich eins von den Dingern benötigt.
Wann und wo ich diese bestellt hatte, habe ich schon längst vergessen.


Ihr werdet es kaum glauben: aber der Adapter links ist unbrauchbar. Unmöglich einen UHF-Stecker reinzudrücken - gleich welcher Marke. Die Buchse rechts jedoch, macht keine Fisimatenten. Eine Frage der Verarbeitungstoleranz.

Steckerprobleme sind ärgerlich und entscheiden über die Zuverlässigkeit einer Funkanlage. Je höher die Frequenz und die Leistung, desto kritischer wird es. Ganz besonders trifft das auf Adapter zu, die unterschiedliche Steckernormen miteinander verbinden. Wer auf UKW unterwegs ist, tut gut daran, in Markenstecker/Adapter zu investieren. Und für den Mikrowellenamateur sind  Suhner, Rosenberger, Radiall  und Telegärtner , um nur einige zu nennen, sowieso ein Begriff.

OT: Kleines Instrument, grosse Wirkung. Buddy Greene mit dem Orange Blossom Special



Mittwoch, 1. August 2018

Hokuspokus



Vielen Dank für die netten Zuschriften, die sich nach meinem Befinden erkundigt haben. Es geht mir gut und der neue Hohlleiter hält wie versprochen. Ein echtes Steampunk-Teil.

Wieder einmal sind die Pyramiden in Ägypten das Ziel des Sommerlochs. Angeblich haben russische Wissenschaftler (oder war es sogar Putin selbst?) herausgefunden, dass die Cheopspyramide Resonanzen aufweist, wenn man sie mit elektromagnetischen Wellen erregt. Natürlich nur theoretisch und nicht in der Praxis ;-)
Dabei wurden Mittelwellen zwischen 500 kHz und 1500 kHz verwendet. Wer weiß, vielleicht sendeten schon die Pharaonen im Mittelwellen-Rundfunkband?

Auch wir Funkamateure kennen solche Antennen, bei uns heißen sie Hornstrahler und sind wesentlich kleiner.
Hier geht's zu einem interessanten Artikel über den Unfug mit der "Pyramidologie".

Bild oben: Der Truffadou (Trüffelzug) hoch über dem Tal der Dordogne bei Martel. Doch werfen wir noch kurz einen Blick in den Führerstand: