Donnerstag, 27. April 2017

Eine unendliche Geschichte

Jeder Funkamateur hat eins, nur draußen in der Natur braucht es keins. Ein lästiges Zubehör, schrötig aber nötig, und oft sogar störend. Ein Teil, für das man nur ungern Geld ausgibt und das im Shack ein Schattendasein fristet.
Das Netzteil. 13.8 Volt und jede Menge Amperes.

Früher waren die Dinger groß und schwer. Heutzutage sind sie klein und leicht. Dafür haben viele dieser Schaltnetzteile einen zusätzlichen Knopf erhalten. Mit dem kann man die Störung verschieben, wenn sie auf der Frequenz auftaucht, auf der man gerade funken will. Denn stören tun die meisten und es ist weitaus billiger, ein Poti einzubauen als eine ordentliche Entstörung.
Denn kosten darf das lästige Teil möglichst wenig.

Doch diese Sicht kann ins Auge gehen.
In meinem Funkerleben sind schon drei Netzteile gestorben. Eines still und leise. Zwei mit Überspannung im Todeskampf. Das kostete einen Transceiver und einen kleinen Bleiakku das Leben.

Kaum auszudenken, wenn mein aktuelles Netzteil den Geist mit Überspannung aushauchen würde:
Zwei Transceiver und jede Menge Zubehör als Kollateralschaden?

Vielleicht ist in diesem Fall "Geiz ist geil" keine so gute Idee. Vielleicht sollte man nicht nur auf das CE-Zeichen (China Export) achten, sondern darauf:
dass das Teil gegen Überspannung, Überlastung und zu hohe Temperatur abgesichert ist. Und wenn wir schon dabei sind: nicht nur einen Noise-Shift hat, sondern gar keinen Noise produziert.
Doch das ist noch nicht alles: idealerweise sollte so ein Netzteil den OM überleben.
Nichts ist so nervig wie ein früher Exitus, auch wenn er ohne Krach, still und leise erfolgt.

Die Lebensdauer eines Netzteils wird wesentlich von einer Sorte Bauteile bestimmt: den Elkos. Sind sie von schlechter Qualität und starker Erwärmung ausgesetzt, ist ihre Lebensdauer kurz.
Ein Blick unter die Haube bringt Klarheit: sind nur No-Name oder gar Fake-Name 85Grad Elkos verbaut oder Markenelkos mit 105Grad Spezifikation?

Die Bastler unter den Funkamateuren greifen immer mehr zu ausrangierten Netzteilen aus der IT-Branche. Diese Server-Netzteile erfüllen die meisten der oben genannten Bedingungen und sind trotz ihrer Kompaktheit von hoher Qualität.

Kürzlich haben einige meiner Funkfreunde und ich solche Teile gekauft und ausprobiert:


Die NT sind günstig und liefern neben 12V häufig noch andere Spannungen wie z.B. 5V. Die beiden oben im Bild schaffen 82A bei 12V. Mehr als genug für die meisten OM.
Tricks wie man die Spannung erhöhen kann, findet man im Web zuhauf. Denn die Server-Netzteile sind auch bei den RC Hobbyisten beliebt, um ihre dicken Akkus schnell aufzuladen.

Wir haben eine Weile mit unseren Netzteilen rum gespielt (DPS-800GB A). Interessanterweise haben wir nicht alle die gleichen Ausführungen erhalten. Die Spezifikationen und Anschlussbelegungen sind zwar gleich, doch im Innern treten die Unterschiede zwischen den verschiedenen Herstellern deutlich zu Tage. Auch bei der Leistungsaufnahme im Leerlauf gibt es deutliche Unterschiede. Hier die beiden Typen, die wir erhalten haben:



Das von China TSE (oben) ist eindeutig moderner und nimmt im Leerlauf weniger Leistung auf. Auch lässt es sich leicht auf 13.8V oder mehr einstellen, während beim anderen (unten) bei 13.5V Schluss ist.

Beide sind aber gut geeignet, den Shack mit Energie zu versorgen. Es gibt allerdings zwei Wermutstropfen:

1. Auch diese NT kommen nicht ganz ohne zusätzliche Entstörmaßnahmen aus

2. Die beiden Lüfter sind richtige Heuler.

Der letzte Punkt führte zu einer Reihe von Experimenten mit neuen Low-Noise Lüftern:




Und schließlich forderten die Experimente auch ein erstes Opfer. Hier die Autopsie des unglücklichen Probanden:


   Wie der Titel bereits antönt: hier ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Fortsetzung folgt.

Mit besonderem Dank an Hansjörg HB9EWH, der den Hauptteil unserer "Erkundungsarbeit" geleistet hat.









 

Sonntag, 23. April 2017

Stromausfall in den USA wegen Sonnensturm?



Wenn ein mächtiger Sonnensturm wie 1859 die Erde treffen würde, wäre es vorbei mit der ganzen elektronischen Herrlichkeit. Der Strom wäre weg und das Internet tot. Die Bankkarten wären wertloses Plastik - nur Bares wäre Wahres. Auch der Aether wäre danach wie ausgestorben. 

In den letzten Tagen war die Sonne wieder "wütend" und hat ihre Fackeln gegen die Erde geschleudert. Die Funkamateure haben dies weltweit zu spüren bekommen. Freuen tun sich nur die Anhänger der langen Wellen: im Nachgang zu Sonnenstürmen sind die Bedingungen auf unserem 2200m-Band oft besonders gut.

In den letzten Tagen gab es in den USA großflächige Stromausfälle. Nun wird in einem Bericht darüber spekuliert, ob diese etwas mit den Sonnenstürmen zu tun haben.

Wie dem auch sei: Für Notfunker und andere Prepper empfielt es sich, ein Funkgerät EMP sicher in Bereitschaft zu halten - und auch die entsprechenden Batterien dazu. Doch die meisten werden im Falle eines Falles wohl andere Sorgen haben, als im leeren Aether nach entfernten Leidensgenossen Ausschau zu halten.

Bild: Am Nordkap spiegelt sich die Mitternachtssonne im Meer


Mittwoch, 19. April 2017

Back to the roots

Unsere Mittelwelle bei 630m ist ein ausgesprochenes Nachtband. Tagsüber verschluckt die Ionosphäre die Wellen und es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als dem Boden entlang zu kriechen. Über Land geht das nicht besonders gut und nach zirka 100km ist im hiesigen Terrain Schluss. Weiter geht's natürlich übers Meer. Darum konnten die Schiffe auch bei Tageslicht über viele 100km telegrafieren. Doch diese Zeiten sind längst vorüber. Wir Funkamateure sind die letzten Überlebenden im unteren Mittelwellenbereich. Scheinbar ein Anachronismus in der digitalen Moderne. Ein Tummelplatz für hoffnungslose Nostalgiker?

Keineswegs! Denn in unserem Mittelwellenband sind vor allem digitale Signale zu hören. Natürlich wird auch noch telegrafiert wie zu Marconis Zeiten. Aber in den meisten Funkbuden lauschen nun Computer in die Aethernacht.

Zwar ist mein neues Variometer noch nicht installiert, aber mein altes kann sich auch sehen lassen. Hier das Resultat der vergangenen Nacht in der Betriebsart WSPR:

  
Von Finnland bis zur Hochburg der deutschen Rentner in Spanien - Benidorm, von Norwegen bis zur griechischen Insel Zakynthos lief es kreuz und quer durch Europa. 
Doch über den großen Teich nach Amerika haben es meine Signale auch diesmal nicht geschafft und ich habe auch keine Stationen von drüber empfangen können. Nur G8HUH ist es gelungen WG2XPJ aus Vermont aufzunehmen.
Die Bedingungen waren gut - im Gegensatz zu den Kurzwellenbändern und die Gewittertätigkeit war gering. Dafür liegt heute Morgen etwas Schnee auf den Dächern. Wie immer macht der April was er will ;-)

Montag, 17. April 2017

Ein neues Variometer für Mittelwelle

Wenn Piloten von einem Variometer sprechen, meinen sie damit ein Instrument, das die Sink- oder Steiggeschwindigkeit eines Flugzeugs anzeigt.

Für Funker ist ein Variometer jedoch eine variable Spule, die zur Antennenanpassung verwendet wird. Im Gegensatz zur Rollspule kommt das Variometer ohne Schleifkontakte aus.
Das Prinzip: Eine kleine Spule dreht in einer großen. Ist ihr Wicklungssinn gleich, vergrößert sich die Gesamtinduktivität. Sind die Wicklungen entgegengesetzt, verringert sich die Induktivität des Variometers.

Damit kann man wunderbar Antennen verlängern und abstimmen, die für die verwendete Wellenlänge zu kurz sind. Aber das Variometer kann noch mehr: wird zur Einspeisung durch ein Koaxialkabel nur ein Teil der Windungen angezapft, wirkt es zugleich als Autotransformator und passt die Impedanz der Antenne an die des Koaxialkabels an.

Das Variometer ist also ein vollständiger Antennentuner, der ohne Kondensator auskommt.
Das ist im Mittel- und Langwellenbereich ein wichtiger Punkt, denn die Drehkondensatoren für einen herkömmlichen Tuner würden zu groß. Nicht nur wegen den großen, benötigten Kapazitätswerten, sondern auch wegen der hohen Spannungen, die beim Anpassen viel zu kurzer Antennen entstehen.

Hier ein Variometer des ehemaligen Mittelwellensenders Sottens (765 kHz):


Hier habe ich beschrieben, wie die Anpassung einer sehr kurzen Drahtantenne für Mittelwelle mit einem Variometer gemacht wird.
Und hier ist der Bau eines kleinen Variometers für kurze Strahler im 160m Band beschrieben. Der Vorteil: nebst einem einfachen Aufbau kann das Vario die Antenne über das ganze Band abstimmen.

Bei mir wird es Zeit, mein superprovisorisches Variometer für Mittelwelle zu ersetzen. Meine Antenne hat sich inzwischen zwar nicht verändert und besitzt nach wie vor eine Kapazität von ca. 366pF, aber das Wetter hat meinem Vario doch arg zugesetzt.
Außerdem bin ich am vorletzten Flohmarkt in Zofingen auf einen hübschen Spulenkörper gestoßen. Und wie ihr sicher wisst, ist manchmal ein bestimmtes Bauteil Anlass genug, um ein neues Projekt zu starten ;-)

Der dicke Draht langweilte sich schon eine ganze Weile und auch das Planetengetriebe mit 1:6 Untersetzung.

Hat man die Bauteile einmal beisammen und kennt man ungefähr die benötigte Induktivität, ist der Rest Pipifax: Denn Claudio IN3OTD hat auf seiner Webseite ein tolles Programm zur Berechnung von Variometern.
Das hat auch bei mir geklappt, und so sieht nun mein neues Vario aus:

 
Die Außenspule ist mit Cu-Trafodraht von 3mm Durchmesser bewickelt. Die Innenspule mit Litze von der gleichen Stärke. Man möchte ja die Verluste so klein möglich halten, sind doch die Erdverluste bereits groß genug. Der große Spulenkörper besteht aus Pertinax, der kleine aus Polypropylen. Jetzt braucht das Teil nur noch einen passenden Wetterschutz. Am besten ein altes Schnapsfass ;-)







Samstag, 15. April 2017

Eine kleine NVIS-Antenne für 1.8-7.2 MHz

Viele OM können sich schon glücklich schätzen, 20m Draht aufhängen zu können. Aber nicht nur die Länge, auch die Höhe ist vielfach ein Problem. Mehr als 8m liegen vielfach nicht drin, wenn einem der Frieden mit den Nachbarn lieb ist. So behilft man sich eben mit 20m Draht, die man vom Dachfirst runter zum Gartenzaun spannt. Das ist zwar eine Viertelwelle für das 80m Band, doch das Resultat lässt oft zu wünschen übrig. Gar nicht zu reden vom 160m Band.
Der OM experimentiert dann vielleicht noch mit Kurzdipolen und verkürzten Endfeed-Antennen, vielleicht sogar mit einer T2FD. Schließlich kauft er beim Händler seines Vertrauens eine teure Spezialantenne die alles verspricht und doch nicht besser ist, oder er wird HF-religiös und tritt der Kirche der Wunderantennen bei. 
Doch am Ende setzt sich die Erkenntnis durch: der Draht ist zu kurz für die langen Bänder.

Klar, wer auf 160 und 80 DXen will, muss ins weite Land ziehen, wo Gittertürme noch keine Kopfschmerzen auslösen. 

Für den weniger ambitionierten OM, der noch nicht im Lotto gewonnen hat, trotzdem aber auf 160m funken möchte, habe ich eine Lösung:
Die braucht zwar auch mehr Draht, aber mit einem Trick passt dieser trotzdem in den Garten. 
Hier ist sie, die NVIS-Antenne für die Bänder 160-40m für die Vorstadtgärten:



Es handelt sich dabei um eine geneigte, umgekehrte und zurückgefaltete L-Antenne. Der Abstand zwischen den beiden Stützpunkten (Masten) beträgt 20m, die maximale Höhe 8m. Gespeist wird sie mit einem automatischen Antennentuner. Vorzugsweise dem Stockcorner JC-4, der über 80uH Induktivität verfügt. Wichtig ist wie immer bei einbeinigen Antennen eine gute Erde. Zum Beispiel fächerartig vergrabene oder ausgelegte Radiale unter der Antenne.
Die durch den Tuner anzupassenden Impedanzen führen zu recht großen Spannungsüberhöhungen: c.a. 2kV bei 100W im 160m Band. Entgegen den Spezifikationen verträgt also der JC-4 in diesem Fall keine 1000W.
Wer seine Spannungsüberhöhung mal "bewundern" möchte, nachdem er die Impedanz des Drahtes seiner Wahl mittels Antennensimulation eruiert hat, guckt hier.

Hier noch die Abmessungen meiner "Wunderantenne": L1=20.4m, L2=19m

Doch was leistet die Antenne? 
Sie strahlt bis ins 40m Band steil nach oben (NVIS) und ist deshalb für den Verkehr auf mittlere Distanzen geeignet (bis ca. 500km). Gegenüber einem einfachen Draht (nur L1, ohne L2) bringt sie im 160m Band etwa 6dB mehr. Einerseits durch den erhöhten Strahlungswiderstand (5.1+j80 Ohm anstatt 3.1-j280 Ohm bei 1.9 MHz). Andererseits durch eine verbesserte Steilstrahlung (+3dB mehr in der Vertikalen).

Neu ist eine elektrische "Verlängerung" der Antenne durch ein Zurückfalten nicht. Taucht man in den Tiefen des Webs findet man allerhand "Foldback-Lösungen". Oft fährt man damit besser (mit weniger Verlusten) als mit Verlängerungsspulen. 

Frohe Ostern




  





Donnerstag, 13. April 2017

Was für ein Deal!

Kürzlich auf Ricardo gesehen (Screenshot):


Dann kurz bei Reichelt reingeschaut (Screenshot):


Reichelt liefert übrigens für 7.80 CHF Versandkosten in die Schweiz und verzollt selbst. Das heisst, die deutsche MwSt ist schon abgezogen und unsere von 8% drauf geschlagen. Es fallen daher keine weiteren Kosten an.

Beim Ricardo-Verkäufer aber schon: Der will noch 3.4% plus 55 Rappen bei Bezahlung über PayPal - bei Reichelt ist das gratis.

Diese Wette auf die Dummheit der Funker ist nur ein Beispiel unter vielen, wie dreist gewisse Dealer Funkamateure abzuzocken versuchen.

Dienstag, 11. April 2017

Der ICOM IC-7200 wird wieder produziert!



Der IC-7200 ist meines Erachtens der am meisten unterschätzte Transceiver auf dem Markt.
Das Gerät ist robust und spritzwasserfest. Man kann ihn mit zusätzlichen Frontgriffen bestücken und dank zwei "Bumpern" rückseitig auf den Boden stellen. Zwar ist sein Gehäuse aus Kunststoff, doch darunter kommt ein massives Aluchassis mit abgeschirmten und mit Gummidichtungen versehenen Abteilen zum Vorschein. Ideal für den rauen Portabel-Einsatz.
Er hat alles, was der OM braucht für CW/SSB und Datenbetrieb von 1.8 bis 52 MHz. Dank SDR braucht man keine zusätzlichen Quarzfilter zu kaufen. 3 Filterbandbreiten lassen sich für jede Betriebsart frei wählen, wie beim IC-7300. Zusätzlich kann die Bandbreite über das Icom-typische Twin Passband-Tuning stufenlos verändert werden. NB und NR sind auch sehr gut und die Ergonomie ist typisch Icom. Das bedeutet eine (fast) intuitive Bedienung und kein Hirnkrampf wie beim FT-991 - oder noch schlimmer beim FT-891. Zu letzterem lese man den Testbericht im Funkamateur: eine einzige Bedienungs-Katastrophe!

Der IC-7200 verfügt über ein automatisches und ein manuelles Notchfilter.
Ein TCXO ist bereits eingebaut und dank dem Sprach-Kompressor hat der 100W-Sender viel Talkpower und ist ein richtiger DX-Bohrer. Zumindest, nachdem man die "Filzbremse" aus dem mitgelieferten Mikrofon entfernt hat.
Digitalbetrieb ist über den USB-Anschluss problemlos und einfacher als bei manch neuerem Transceiver. Nur Updaten lässt sich das Gerät nicht via USB.
Als Besonderheit verfügt er standardmäßig über einen Voice-Synthesizer, der auf Knopfdruck Frequenz und Rapport in Englisch oder Japanisch ansagt.

Was er nicht hat, ist die Betriebsart FM. Das hat ihn wohl bei Eham die Höchstnote gekostet. Doch mit 4.8/5.0 rangiert er dort unter den Spitzentransceivern.

Mit der Einführung des IC-7300 hatte Icom die Fabrikation dieses Gerätes eingestellt. Nun wurde sie wieder aufgenommen. Für rund 1000 Dollar erhält man sehr viel Transceiver und das m.E. beste Gerät in dieser Preisklasse.

Mein IC-7200 (einer der ersten) ist kreuz und quer durch Europa gereist und hat mich dabei nie enttäuscht. Es ist eines der wenigen Geräte, dem ich ebenfalls treu geblieben bin ;-)





























Bild oben: Spezialausführung für Army-Fans
Bild unten: Mein IC-7200 in einem Cadillac Deville.

Sonntag, 9. April 2017

Konkurrenz für den KX3 aus China?

Was bisher an QRP Geräten aus China kam, war zwar interessant, aber kaum eine echte Konkurrenz für die Portabel-Transceiver von Elecraft.
Doch das könnte sich in Zukunft ändern.


Nämlich dann, wenn ein SDR mit integrierter Spektrum- und Wasserfallanzeige daher kommt.
Die Firma RISEN hat jetzt ein solches Gerät angekündigt.
Es soll 215x74x62mm groß sein und 623 Gramm auf die Waage bringen.
Zum Vergleich: ein KX3 misst 188x89x41mm und wiegt 680g.
Der Risen soll in SSB/CW/FM und Free-DV  auf allen KW Bändern von 160 bis 10m QRV sein. AM soll er zwar empfangen, aber nicht senden können. Er soll zwischen 5 und 15W an die Antenne bringen und mit Spannungen von 9 bis 15 Volt laufen.
Das Mikrofon soll Standard-Zubehör sein.

Doch der Risen ist bei genauem Hinsehen kein Unbekannter und so neu auch nicht. Er war bisher als Bausatz unter dem Namen mcHF bekannt und wurde von versierten OM begeistert nachgebaut und mit einem Gehäuse versehen. Kein einfaches Unterfangen, wie das verlinkte Forum zeigt.


Neu ist also nur, dass das Teil nicht mehr nur als Bausatz, sondern als fertiges Gerät angeboten werden soll! Ob der Entwickler dieses Transceivers, Chris, M0NKA damit einverstanden ist, weiß ich nicht. Die Bausätze wurden bisher von ihm vertrieben. 


Chris ist ein begnadeter Entwickler, aber ist er auch ein Businessman? Ob er nun das Gerät in Lizenz bei RISEN bauen lässt, oder ob es ihm schlicht und einfach geklaut wurde, wird sich zeigen. Eine spannende Geschichte!

Mittwoch, 5. April 2017

Das Leben ist ein Provisorium - die Antenne auch!



Das Leben ist ein Provisorium. Wieso sollen wir Antennen für die Ewigkeit bauen?

Es gibt Probleme, die wir ruhig unseren Erben überlassen dürfen, aber muss es unbedingt ein Gittermast mit einem massiven Betonfundament sein?
Klar, wer das begehrte DX mit einem Beam bejagen will, der braucht was Stabiles. Doch für uns "Drahtfunker" genügt ein Baum oder ein Dachgiebel als Stützpunkt. Eine Baubewilligung für einen "provisorisch" aufgehängten Draht wird man nur in seltenen Fällen benötigen. Außer der OM ist so blöd und fragt danach ;-)

Bäume sind die Freunde der Funkamateure. Sind sie nicht da - z.B. weil das vorgängige Hobby Rasen vertikutieren und mähen war - kann ein Fahnenmast aushelfen. Auch für diesen braucht es in den meisten Fällen keine Baubewilligung. Außer in Deutschland sieht man es überall gerne, wenn eine hübsche Landesfahne im Winde weht. Zur Not tut's auch die EU-Flagge, oder bei uns die Fahne mit dem Kanton. Ganz fiese OM hissen die Gemeindefahne. Welche Gemeinde hat schon was gegen das eigene Wappen?

Dass da nach einiger Zeit noch ein unscheinbarer Draht dran hängt und am Fuß des Mastes ein graues Truckli vor sich hin klimpert, fällt kaum auf. Sofern es nicht wie eine feste Installation aussieht.

Portabel von Zuhause aus, heißt die Devise. Dann klappt es auch besser mit dem Experimentieren, bzw. neue Antennen ausprobieren.  

Ich funke seit Jahrzehnten mit "zufällig" aufgeknüpften Drähten und Tunern, die in der Landschaft liegen wie bestellt und nicht abgeholt. Mein Lieblingsstück ist dabei ein alter Fiberglasmast. Nicht einer dieser praktischen Fischruten, die benutze ich nur im Urlaub. Sondern ein richtiger Glasfibermast. Ich habe ihn vor gut 20 Jahren bei VDL gekauft und er hat alle Stürme, Schnee und Eis überlebt, obschon ich ihn nie abgespannt habe. Es ist eigentlich ein 15m Mast, aber ich habe ihn nur auf 12m ausgefahren. Der unscheinbare graue Draht zieht seine Spitze deshalb nur unwesentlich krumm.
Meine Freude war groß, als ich kürzlich entdeckte, dass es die Firma immer noch gibt. Die gleichen Masten in unveränderter Qualität! Und neuerdings sogar im Internet bestellbar!
Diese Masten enthalten kein Carbon und bedämpfen daher auch keine Vertikalantenne, sollte sich der OM entschließen, einfach einen Draht senkrecht hochzuziehen.
Und obschon sie dauerhaft und unverwüstlich sind, sind sie höchst portabel. Ich habe meinen nur auf ein Wasserrohr gesteckt, das ich im Boden eingeschlagen habe. Es braucht keine ganze Mannschaft oder gar einen Kran um ihn aufzustellen, ein Pensionär bringt das ganz alleine fertig.  Ein wichtiger Punkt, wenn man älter wird.
Das Teil wird einfach Stück für Stück ausgezogen und mit den montierten Klemmen festgestellt.

73 de Anton    

Sonntag, 2. April 2017

Ein Jahr mit dem FT-991 und dem IC-7300



Die meisten werden es wohl gemerkt haben: Antonia war ein Aprilscherz. Den ausrangierten Nagellack meiner XYL benutze ich sonst nur als Sicherungslack und mit politischer Korrektheit habe ich wenig am Hut. Kurz: Ich heiße immer noch Anton.
Die üblichen Scherze zum Foolsday wie die xte Wunderantenne oder schon wieder ein neuer Traumtransceiver dünken mich langweilig. Auch das SWR-Öl hat ausgedient, genauso wie die DXpedition zum Mond.

Kürzlich fragte mich ein OM, was ich vom FT-991 halte, der auf dem Bild meines letzten Blogs zu sehen ist.
Es ist nun etwa ein Jahr her, seit ich mein Equipment gewechselt habe und das Paar FT-991/IC-7300 friedlich nebeneinander auf dem Stationstisch steht. Noch heute schalte ich immer wieder zum Vergleich vom einen zum anderen.
Zu Beginn war ich vom Yaesu wenig begeistert. Das Bedienungskonzept ist ein Hirnkrampf und die Spektrum/Wasserfall-Anzeige ein Witz. Auch beim FT-991A wird die Anzeige kaum besser sein. Freilich kann man sie jetzt parallel zum Empfänger benutzen, doch dem IC-991 kann sie nicht das Wasser reichen. Dazu ist das Guckloch im FT-991A einfach zu klein und der Power eines echten Direct Samplers auch nicht vorhanden. Der Flick ist also ein Murks - eine Notlösung um dem IC-7300 Paroli zu bieten.

Es gibt nur zwei Dinge, die der FT-991 besser als der Icom kann:

1. Er kann 2m und 70cm Allmode.

2. Er hat wesentlich mehr Talkpower als der IC-7300, sofern der parametrische Mikrofon-Equalizer richtig eingestellt wird. Er ist immer noch mindestens 3dB im Vorteil, auch wenn Kompression und Mik-Gain beim IC-7300 bis an die Schmerzgrenze aufgedreht werden.
Unter Talkpower verstehe ich die mittlere Sprechleistung oder das PAPR (Peak to Average Power Ratio) und nicht etwa PEP. Letzteres ist bei beiden etwa gleich.

Zwar geistert eine Modifikation für den IC-7300 im Netz herum, der ihm auf die Sprünge helfen soll. Zu diesem Zweck wir die ALC-Zeitkosntante massiv verlängert. Ein zweifelhaftes Unterfangen. Trotzdem werde ich das mal ausprobieren und IMD-Messungen vornehmen (vorher und nachher), wenn sich mein Projektstau mal aufgelöst hat.

Ich habe mich inzwischen mit dem FT-991 arrangiert. Der Empfänger ist recht gut (in dieser Klasse) und was ich mit dem IC-7300 hören kann, kann ich auch mit dem Yaesu aufnehmen. Der NB ist nur um Nuancen schwächer als der im Icom. Für mich ein wichtiges Utensil, bin ich doch von Weidezäunen umgeben und benutze eher die längeren Bänder.
Die NR ist wie bei den meisten Transceivern so von Artefakten verseucht, dass man am liebsten in die Tischkante beißen möchte. Im Gegensatz dazu besitzt der IC-7300 die einzige genießbare NR, die ich bisher gehört habe. Der Icom hat es aber auch dringend nötig. Ohne NR rauscht er wie ein Wasserfall und ich habe sie deshalb immer eingeschaltet.

Wie auch immer: beide Transceiver haben so ihre Macken und Pluspunkte. Wenn ich nur einen haben könnte, würde ich den FT-991 bevorzugen, denn SSB/CW auf UKW ist für mich wichtig.
Wenn dem nicht so wäre, würde ich aber den IC-7300 behalten.

73 de Anton


Samstag, 1. April 2017

Wichtige Mitteilung in eigener Sache



Liebe Leserinnen und Leser

heute beginnt für mich ein neues Leben. In Zukunft werde ich euch nicht mehr als Anton sondern als Antonia schreiben, also nicht mehr als OM sondern als OL (Old Lady).
Mein Rufzeichen bleibt leider das gleiche. Das BAKOM hat meinen Antrag auf Neuzuteilung abgelehnt.

Aber meine Blogin wird eine Änderung erfahren. Ich werde nun ganz besonders auf eine gendergerechte Sprache achten. Und ich werde mich dafür einsetzen, dass das Kürzel XYL zugunsten von OL verschwindet.

Ich hoffe, ihr bleibt meiner Blogin weiterhin treu, mit den besten
88 eure Antonia, HB9ASB


Dienstag, 21. März 2017

Wie man seinen Transceiver wieder auf die Schiene kriegt



Wie bereits erwähnt, driften Funkgeräte nach einiger Zeit ins Abseits und stehen dann eines Tages frequenzmäßig neben den Schuhen. Das liegt an der Alterung der Bauteile im Referenzoszillator (Kondensatoren, Trimmer, Spule, Quarz).

Auch wenn man über keinen Frequenzzähler oder einen Signalgenerator verfügt, auf den man sich verlassen kann: es gibt ein einfaches Mittel, um seine Kiste wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Alles was der OM dazu braucht, ist ein Computer.

Denn auch der hat einen Oszillator, der ihm seine Referenzfrequenz liefert. Ok, IT-Experten sagen dazu Taktfrequenz. Aber ich bin nur ein Radiomann, und wenn man nur einen Hammer hat, dann sieht jedes Problem wie ein Nagel aus ;-)

In der Tiefe unserer PC steckt also ein Pierce-Oszillator mit einem Quarz von meistens 14.318 MHz. Der ist heutzutage in einem IC versteckt, zusammen mit den Schaltungen zur Frequenzaufbereitung. Unter anderem auch für die Soundkarte. Natürlich ist dieser Oszi für uns Funker nicht ein Muster an Stabilität. Doch für die Frequenzen, die die Soundkarte verarbeiten muss, genügt das.
Auch wenn er z.B. 100 ppm daneben liegen sollte, also 1430 Hz Abweichung hat. bei 1.4318 kHz sind das nur noch 0.143 Hz. Darum ist die Soundkarte ein sehr genaues Instrument. Wäre sie es nicht, könnte man viele digitale Betriebsarten vergessen.

Kurze Rede, langer Sinn: Ich verwende meine Soundkarte und stelle meinen RX auf einen Zeitzeichensender. Vorzugsweise auf 10.000 MHz. Dort sendet der WWV. Sein Ticken interessiert uns dabei nicht, wir wollen nur den Träger. Auch der ist nämlich exakt.

Auf dem PC lasse ich ein Programm laufen, das mich nicht mit seiner Kompliziertheit überfordert. Für mich ist das Argo. Ein Programm, wie es zum Beispiel für QRSS benutzt wird.
Mode QRSS3, besser QRSS10, Speed fast. Die Empfindlichkeit wird zurückgenommen, bis man nur noch einen dünnen Strich sehen kann. Diesen sieht man bei der am Transceiver eingestellten Frequenz des Mithörtons. Ist dieser 500 Hz, sieht man bei 500 Hz auf dem "liegenden" Wasserfall-Diagramm einen Strich. Im Idealfall.

Wenn nicht, dreht man an der richtigen Schraube, das heißt am Trimmer des Referenzoszis im Transceiver. Moderne Geräte wie der IC-7300 oder der FT-991 brauchen keinen Schraubenzieher und auch das Gehäuse muss nicht gelüftet werden. Die Frequenz lässt sich bequem im Menü korrigieren.



Eine Einstellung auf +/- 1 Hz oder besser ist so problemlos möglich. Damit ist der TRX dann auch auf 50Mhz auf +/- 5 Hz genau geeicht. Meteorscatter sollte damit nichts mehr im Weg stehen.

Natürlich sollte man vorher seinen Transceiver warm laufen lassen. Und wer Bedenken wegen der Stabilität des Mithörtons hat: Auch der ist sehr exakt. Denn er stammt in der Regel vom Referenzoszi des Transceivers und somit gilt auch das, was ich bereits für die Soundkarte erklärt habe.

Bild1: Quelle Wikipedia
Bild2: ist während des Schreibens am PC entstanden ;-)

  

Montag, 20. März 2017

Auf der Suche nach 100Hz



Das 6m Band ist nicht nur in der Es-Saison interessant. Europaverbindungen kann man das ganze Jahr hindurch bewerkstelligen. Die Ingredienzien: Digitale Betriebsarten und Meteoriden.

Kürzlich hat mich eine Email von Remo erreicht:

Er ist im 6m Band mit MSK144 auf der Jagd nach Sternschnuppen-QSO's. Ziemlich erfolgreich, wie es scheint, mit seiner 2ele Quad.

Aber Remo sucht nicht nur nach Meteoriden, sondern auch nach 100 Hertz.

Er schreibt dazu:

Mir ist aufgefallen, dass ein benachbarter Funkamateur gemäss Pskreporter.info kaum gehört wird von anderen Stationen. Auf Ursachensuche bin ich darauf gestossen, dass seine Aussendungen gemäss meinem Empfang um rund 100Hz tiefer liegen, als ich sie erwarten würde.

Einige andere OMs und ich verwenden die SW MSHV für MS. Andere OMs verwenden WSJT-X.

Der Default bei WSJT-X betreffend tolerierter Abweichung von der Sollfrequenz soll deutlich geringer sein als bei MSHV, was eine Ursache sein könnte, dass die betreffende Station nicht gehört, oder besser decodiert wird. In SSB und auch CW oder JT-65 sind 100Hz no big deal, im Gegenteil, ich höre gerne einige Hz höher, weil mein angeschlagenes Gehör, zusammen mit dem Prozessor zwischen den Ohren, dort mehr aufnimmt als im normalen Bereich. In MSK144 sind aber 100Hz Abweichung viel "Holz" die über Sein oder nicht Sein entscheiden können.

Frage an dich, als Experte für die Praxis. An was kann es liegen, wenn die Aussendung 100Hz tiefer liegt (die Schwankungen selber liegen innerhalb von einigen Hz) als sie sein sollte? Muss man beim Transceiver die Schwingkreise neu auswuchten :-).

E liebe Gruess
Remo


Lieber Remo

Zwar bin ich kein Experte, sondern bloss ein Amateur und von Meteorscatter habe ich keine Ahnung. Aber seit ich ein Rubidium-Normal besitze, bin ich ein Frequenzfetischist. Als solcher würde ich dem fehlbaren Transceiver mal die Schwingkreise anziehen.

Aber anstatt an allen Schrauben zu drehen, dürfte es reichen, den Referenzoszillator auszumachen und diesen mit einem geeichten Frequenzzähler einzustellen.

100Hz Abweichung auf 6m scheint mir viel und vermutlich handelt es sich dabei um eine alte Kiste.

Als Frequenzfetischist und Ohne-Computer-Funker kenne ich dieses Problem natürlich zur Genüge. Schon meine Funkfreunde auf der sonntäglichen 2m SSB-Runde nerven mich damit. Ihre alten Schrottkisten sind alle neben den Schuhen.

Ja, ich weiss, auch mein Gerät hat einen RIT. Aber wer fährt seinen Wagen 30 Jahre und 200‘000km ohne einen Ölwechsel zu machen? Auch alte Funkgeräte müssen mal in die Garage.

73 de Anton

Mittwoch, 15. März 2017

Die Sache mit dem I und dem Q

Keine Ahnung wie es euch geht, aber ich kann mit komplizierten Erklärungen nichts anfangen. Mein mathematische Verständnis ist nicht so hoch entwickelt, dass ich seitenweise komplizierte Formeln mühelos nachvollziehen kann und am Schluss noch weiß, wo mir der Kopf steht.

Aber ich glaube nicht daran, dass Antworten auf einfache Fragen kompliziert sein müssen.

Da ist zum Beispiel diese Sache mit dem I und dem Q. In diesem Fall geht es nicht um den Strom und den Q aus Star Trek, der mit seinem Zauber das Raumschiff und seine Besatzung in die Zwickmühle bringt. Auch nicht um den Intelligenzquotienten IQ.

Nein, das I und das Q, das ich meine, hat mit dem Siegeszug der digitalen Signalverarbeitung in der Funktechnik Einzug gehalten. Plötzlich sprachen alle von I/Q und wie unabdinglich die beiden Buchstaben seien.

Aber was sind diese I und Q eigentlich? 

I heißt In Phase und ist nichts anderes als das Empfangssignal, wie es von der Antenne kommt. Wir haben seit Marconis Zeiten nichts anderes getan als I-Signale zu decodieren.

Q steht für Quadratur und ist nicht mehr als das gleiche Empfangssignal um 90 Grad phasenverschoben. Es ist also noch das genau gleiche Signal, nur "hinkt" es dem I-Signal 90 Grad hinten nach.

Diese Verschiebung kann unter anderem in einem Mischer geschehen. Dieser hat dann die beiden Ausgänge I und Q. Wie zum Beispiel in einem KX3.

Wozu braucht mein Empfänger I und Q; früher ging es doch auch ohne?

So ist es: Unsere analogen Empfänger waren bisher in der Lage, alle Informationen aus dem I-Signal zu rekonstruieren. Nichts was gesendet wurde, ging verloren.

Doch wenn Computer Signale verarbeiten, sieht das anders aus. Im Computer arbeiten spezialisierte Chips als Vektor-Prozessoren und wie schon der Name sagt, brauchen sie Vektoren als Input um effektiv arbeiten zu können:

  
Denn mit den Sinuswellen haben's diese Chips nicht so. Da nehmen sie zum Rechnen doch lieber den Pythagoras.

Wer es noch genauer wissen möchte, dem kann ich den Artikel von Steve Ireland VK6VZ empfehlen, der im Radcom erschienen ist. Er erklärt darin simpel und einfach, wie der Computer mit dem I/Q-Signal rechnet:

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Und zur Entspannung zeige ich euch jetzt, was passiert, wenn man in Transsylvanien, in der Heimat Frankensteins Draculas*, ein Haus abdeckt ;-)



* Danke Willi für den Hinweis









Samstag, 11. März 2017

Bastelwut



In letzter Zeit habe ich dieses Blog etwas vernachlässigt. Der Grund ist einfach: Die Bastelwut hat mich gepackt. Fast jeden Tag bringt mir die Pöstlerin ein neues Päckli, das meiste aus Fernost. Während der Versand aus den USA in vielen Fällen prohibitiv teuer ist - vielleicht sollte ich Trump mal anrufen - kommen die Päckli aus China oft "free shipping". Kürzlich sind mir die LM386 ausgegangen. Das sind NF-Verstärker IC's wie sie meist in QRP-Projekten verwendet werden. 50 Stück für weniger als 2 Euros lagen zwei Wochen später im Briefkasten. Versand inklusive.

Aber ich wollte eigentlich erzählen, was ich zur Zeit so alles zusammenlöte:

Da ist mal der SDR-Empfänger von Hans Summers (der mit dem Ultimate3S). Ein winziges Gerätchen mit dem genialen Tayloe Mischer. Das Teil hat exzellente Eigenschaften, doch der Mischer braucht einen VFO, der auf der vierfachen Empfangsfrequenz arbeitet. Aber auch den kann man von Hans bekommen.
Doch das Beste kommt zum Schluss: Anstatt die I/Q-Ausgänge in die Soundkarte eines Computers zu stecken, kann man den RX an ein Polyphasen-Netzwerk anschließen und hat dann einen Stand Alone RX, der trotz Direktüberlagerung das unerwünschte Seitenband unterdrückt.
Ich denke, ihr habt es schon erraten: dieser Phaser wird auf Wunsch auch von Hans geliefert.

Es gibt ja heutzutage jede Menge Kits zum selber löten. Über ein paar spaßige Projekte der QRP Guys hat kürzlich die Seite der Funkamateure e.V. berichtet.

Ein anderes Projekt, das mich vom Schreiben abhält, ist das ewige Thema Netzteil. Da gibt es ja allerhand Schrott zu kaufen. Nach dem Motto Geiz ist geil. Dafür fehlen dann die Hälfte der Bauteile (EMV-Filter, Schutzschaltungen) und die andere Hälfte ist Ausschussware (Lowcost Elkos).

Wer sorgenfrei funken will, kauft sich ein echtes Meanwell (zum Beispiel bei Reichelt) und hängt dann noch ein Netzfilter vorne dran. Wer mit Budget funkt, der ist mit einem ausrangierten Server-Netzteil gut bedient. Der Servershop24 hat gerade wieder eine Ladung DSP-800GB A an Lager. Die Dinger gehen weg wie der Schnee an der Sonne und im Web sind jede Menge Anleitungen zu finden, wie man diese Schaltnetzteile in Betrieb nimmt und die Nominal-Spannung von 12 Volt höher schraubt.

Wie man Schaltnetzteile entstört, darüber habe ich bereits berichtet. Zwar ist der Artikel schon älteren Datums, doch das Entstörprinzip hat nach wie vor Gültigkeit. Der OM, der damals wegen dem gelbgrünen Draht reklamiert hat, darf jetzt nochmals einen Kommentar schreiben ;-)

Bild: Ein Schaf kommt selten allein (alte Bauernregel)

Sonntag, 5. März 2017

Geister kommen und verschwinden...

...wie es ihnen beliebt. Das 23cm Band rauscht wieder vor sich hin wie eh und je.
Einen Tag, nachdem ich über den störenden Besucher geschrieben hatte, verzog er sich von 1300 auf 1330 MHz und auf 1296 MHz waren seine Seitenbänder nur noch schwach zu hören. Interessanterweise konnte ich noch einen zweiten Geist auf 1260 MHz aufpüren - ein Doppelgänger. Der war allerdings weniger giftig, was die Seitenbänder anbelangt. Nun sind beide verschwunden. Im Bereich von 1200 bis 1400 MHz höre ich nur Rauschen.
Dass es sich um Radarstationen gehandelt haben muss, daran zweifle ich nicht mehr. Konnte ich doch sogar Reflexionen aus verschiedenen Richtungen empfangen, wenn sich ihre Antennen gedreht haben. Doch wem die beiden Geisterstationen gehört haben, darüber kann man nur spekulieren.
Preisfrage: Wer baut mobile Radarstationen für ein paar Tage auf und verschwindet dann wieder spurlos?

PS. Gerade hat mir jemand zugeflüstert, dass es sich um dieses System gehandelt haben soll. Kann aber von den Frequenzen her nicht stimmen. Vlt sind die Frequenzangaben auf Wikipedia falsch oder man hat das alte System wieder mal "entstaubt".

Apropos "verschwinden": nicht nur Geister verschwinden wieder wie sie gekommen sind, auch Amateurfunk-Händler können plötzlich verschwinden. Nun hat es einen alten Bekannten erwischt: Thiecom hört auf. Kein großer Verlust, wie manche Erfahrungen zeigen. Hoffentlich habt ihr dort nicht noch Ware ausstehend, die bereits bezahlt ist.

Dafür tauchen andere Dinge auf, die uns Funkamateure interessieren. Zum Beispiel diese freundliche Lady hier, die auf ihrem Youtube-Kanal alle zwei Wochen über das Funkwetter berichtet. Tamitha Skov tritt auf wie eine Wetterfee am Fernsehen und zeigt uns, was wir in der nächsten Zeit von der Sonne zu erwarten haben. Für DXer ist ihre Sendung ein Muss.

Donnerstag, 2. März 2017

Ein übler Geist erscheint im 23cm Band

Gestern, am 1. März, so gegen 15:00 MEZ erschien auf meiner Standby-Frequenz 1296.2 MHz plötzlich ein seltsames Signal. Ein U-Boot im Murtensee? Ausserirdische, die auf dem Chasseral landen? Oder einfach irgend ein Trottel, der ein illegales Teil in Betrieb genommen hat?
Wieso nicht, dachte ich mir. Man kriegt nicht jeden Tag die Gelegenheit für eine Fuchsjagd vor der eigenen Hütte.

Doch bei Sturm und Regen wollte ich nicht raus. Erst mal darüber schlafen. Viele Dinge verschwinden ja wieder von selbst.

Heute Morgen ist das Signal immer noch da. Es ist extrem stark: -33dBm mit dem Spektrumanalyzer an meiner Yagi gemessen (ca. 17dBi). Der Träger ist exakt auf 1300 MHz und die Seitenbänder reichen weit ins 23cm Amateurfunkband hinein.

Das Signal kommt aus Norden, von mir aus also Richtung Elsass. Aber so weit weg muss es ja nicht sein. Vielleicht steht der Sender nur jenseits des Gartenzauns. Ein kaputter Computer, wie ein Funkfreund meinte. Oder eine jener drahtlosen Videokameras, die man bei Aliexpress und Konsorten für eine Handvoll Dollar bekommen kann.

Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit, und meine bisherigen Recherchen scheinen diesen Verdacht leider zu erhärten: Der Geist könnte ein neues Radar sein (1,2). Irgendwo im Mittelland oder auf den Jurahöhen. Oder eben doch auf dem gossen Belchen (Grand Ballon) im Elsass. Wer weiß. Im Moment ist jede Theorie so gut wie die andere.

Auf jeden Fall ist hier mal Schluss mit Lustig auf 23cm. Ade du großes, schönes und rauschendes Mikrowellenband auf dem ich so viele Versuche unternommen habe.




 

Freitag, 24. Februar 2017

Antennendraht: Kupfer oder Stahl?



Immer wieder gibt es unter OM Diskussionen darüber, was nun besser sei: Kupfer oder Stahl als Antennendraht. Man möchte ja nicht dB's verschenken, nur weil man den "falschen Draht" aufgehängt hat.

Vom mechanischen Standpunkt betrachtet, ist der Fall klar: Ein Stahlseil ist leichter und hält mehr Zugkraft aus als eine Kupferlitze gleichen Durchmessers.
Doch wie sieht es elektrisch aus? Wie wirkt sich der Skineffekt aus, von dem wir zumindest vor der Lizenzprüfung einmal gehört, bzw. gelesen haben?
Skin heißt übrigens Haut, das wissen zumindest die Skinheads ;-)

Hochfrequente Ströme fließen wegen dem Skineffekt nur an der Oberfläche eines Leiters. Die Erklärung dazu findet man hier.
Je höher die Frequenz, desto geringer ist die Eindringtiefe. Bei 1.8 MHz beträgt diese in Kupfer 48.6um und bei 30 MHz sind es noch 11.9um (Mikrometer = Tausendstel eines Millimeters).

Daher ist der Hochfrequenz-Widerstand eines Drahts wesentlich kleiner grösser als sein DC-Widerstand.
Wie wir mit diesem Online-Rechner mühelos berechnen können, hat ein Dipol im 30m Band mit 0.3mm Cu-Draht einen HF-Widerstand von 13,4 Ohm. Mit 2mm Kupferdraht dagegen nur noch 2 Ohm.
Trotzdem halten sich die Verluste auch beim dünnen Draht noch in Grenzen, denn der Speisewiderstand (bei Resonanz = Wirkwiderstand) des Dipols liegt (je nach Aufbauhöhe) in der Regel irgendwo um 50 Ohm und ist daher ca. viermal höher als der Widerstand des Drahtes.
Die Effizienz einer Antenne hängt ja vom Verhältnis ihres Wirkwiderstandes zum Verlustwiderstand ab.

Im Jahr 2009 hat die USKA-Sektion Luzern einen Feldversuch mit verschiedenen Drähten durchgeführt, der dies bestätigt. Zwischen einem 1.5mm und einem 0.3mm Cu-Draht ergaben sich nur geringe Differenzen. Höchstens eine halbe S-Stufe (3dB) und im Mittel nur ein Bruchteil davon.
Auch der Vergleich mit Stahl- und Aludraht fiel nicht allzu schlecht aus.

Achtung: Angenommen wurden 6dB pro S-Stufe, heutige Transceiver haben oft nur 3dB pro S-Stufe (z.B. FT-991, IC-7300)

Trotzdem geht die Diskussion weiter. Einige OM behaupten, dass das Drahtmaterial keine große Rolle spiele, andere wollen gegenteilige Erfahrungen gemacht haben. Woran liegt das?

Vielleicht an der Frequenz?

Wenn wir schon einen so schönen Online-Rechner zur Verfügung haben, schauen wir uns doch einmal einen Dipol für das 160m Band an. Gesamtlänge ca. 80m. Der Rechner will übrigens ein Komma als Komma und keinen Punkt, sonst spinnt er.

Bei 0.3mm Cu-Draht bekomme ich jetzt bereits 31 Ohm und bei 2mm Drahtdurchmesser 4.66 Ohm. Da der 160m Dipol im Verhältnis zur Wellenlänge in der Regel beim OM niedrig hängt, wird der Speisewiderstand eher bei 40 Ohm als bei 50 Ohm liegen. Da werden die 31 Ohm des 0.3mm Drahtes schon spürbar und fressen fast die Hälfte der Leistung weg. Also fast eine "moderne" S-Stufe.

Wir stellen also fest: Der HF-Widerstand wird wegen der grösseren Drahtlänge auf den langen Bändern grösser, trotz des geringeren Skineffekts.

Bisher haben wir aber nur Kupferdrähte untersucht. Wie steht es mit dem verzinkten Stahlseil, das oft als Antennendraht angeboten wird? Leider macht da der Online-Rechner nicht mehr mit. Von Stahl will er nichts wissen.

Das liegt daran, dass es von Stahl unzählige Varianten (Legierungen) gibt. Unlegierter Stahl (Eisen) besitzt eine Leitfähigkeit von 0.1 bis 0.15 Ohm mm2/m. V2A Edelstahl 0.72. Zum Vergleich: Kupfer hat 0.0172.

Aber das ist noch nicht alles. Zu der schlechteren Leitfähigkeit kommt noch ein anderer Malus hinzu: Die Eindringtiefe ist bei Stahl wesentlich geringer als bei Kupfer, wie aus diesem Diagramm zu entnehmen ist (Quelle Wikipedia):











Und zwar, je nach Legierung, bis zu hundert Mal geringer als bei Kupfer. Das hängt von den magnetischen Eigenschaften des Stahls ab. Je höher dessen Permeabilität ist, desto geringer ist die Eindringtiefe. Zur Erinnerung: Kupfer ist nicht magnetisch!
Je "magnetischer" also ein Stahldraht (oder generell ein Leiter) ist, desto schlechter ist er als Antennendraht geeignet.

Doch die meisten Stahlseile, die als Antennendraht angeboten werden, haben Beschichtungen aus einem nichtmagnetischen Material. Kupfer, Zink, Zinn oder Messing sind nicht magnetisch und sind deshalb als HF-Leiter geeignet, obschon sie nicht ganz so gut leiten wie Kupfer.

Doch dieser Trick mit der Oberflächenbeschichtung funktioniert unterschiedlich gut. Ist die Schicht zu dünn, fließt ein Teil des Stromes auch im darunter liegenden Stahl.

Eine galvanische Verzinkung ergibt zum Beispiel Schichtdicken von 10 bis 20um. Viel zuwenig für die Eindringtiefe von fast 50um im 160m Band.

Das Problem ist also komplex und man findet nur wenige Informationen dazu im Internet.

Wer bei Langdrähten und Dipolen für die unteren Bänder auf Nummer Sicher gehen will, verwendet am besten Cu-Draht oder Cu-Litze.

Man könnte jetzt einen weiteren Feldversuch machen und diesmal das 80 und 160m Band hinzuziehen. Aber es gibt ein anderes, bequemeres Instrument: ein Programm zur Antennensimulation wie zum Beispiel EZNEC 6+.

Ich habe ein wenig damit gespielt und einen Dipol für das 160m Band in 12m Höhe simuliert. Frequenz 1.9 MHz mit 2mm Cu-Draht. Mein EZNEC gab in diesem Fall einen Gesamt-Gewinn (Verlust) von -4dB an. Ich habe dann den spezifischen Widerstand und die relative Permeabilität für Stahl eingegeben. Die relative Permeabilität kann - je nach Stahl-Sorte - von ca. 30 bis 3000 variieren. Das Resultat ist verblüffend. Der 2mm Stahldraht ist, je nach eingegebener Permeabilität, 6 bis 10dB schlechter als der gleichstarke Kupferdraht.
Gerade im 160m oder 80m Band, wo man wegen dem immer höher werdenden Störnebel um jedes dB kämpfen muss, scheint mir das ein wichtiger Punkt zu sein. Wenn mir ein Verkäufer nicht sagen, kann, wie dick die Beschichtung auf seinem Stahlseil ist, kaufe ich lieber die teurere Cu-Litze ;-)

Bild: Das Auto eines Goldgräbers, fotografiert in Saariselkä

PS. Eine weitere Untersuchung. Diesmal auf 7MHz und einem Vergleich Cu - Stahl mit geringer Permeabilität.

 

Montag, 20. Februar 2017

Coole Power

Nein, ich baue keine PA mehr. Auch wenn mich dieses Projekt reizen würde.
W5IG hat hier wirklich eine einzigartige PA in Betrieb, die alle Bedürfnisse des OM zufrieden stellen kann:


Danke Bernd für den Hinweis :-)

Sonntag, 19. Februar 2017

Ein 80m Peiler mit Lautsprecher und S-Meter



Als Spaßpeiler jenseits der reglementierten und ernsthaften Wettbewerbe haben mich auf meiner ersten Fuchsjagd drei Dinge gestört:

1. Die Kopfhörer auf den Ohren
2. Der unstabile VFO und wacklige Bedienung
3. Dass ich kein S-Meter hatte

Ja, ich weiß: echte Peilsportler brauchen sowas nicht. Man peilt nicht mit einem S-Meter, sondern nach Gehör. Aber ihr wisst ja: Ich bin ein S-Meter Fetischist. Deshalb habe ich mir jetzt einen Peiler selbst gestrickt.

Zuerst hielt ich nach einer geeigneten Schaltung Ausschau - man will ja das Rad nicht neu erfinden. Superhet-Empfänger habe ich verworfen. ZF-Filter und BFO sind m.E. unnötiger Ballast und eine AGC wäre kontraproduktiv. Ich entschied mich für den klassischen DC-Empfänger mit einem NE602 (SA612) als Mischer und den bewährten LM386 als NF-Verstärker. Der Kleine ist kräftig genug, um bei Bedarf einen Lautsprecher zu treiben.

Am besten hat mir die Schaltung von YO5AT gefallen. Ich habe sie mit einigen Änderungen abgekupfert. Rausgeworfen habe ich den Verstärker für die Vertikalantenne: da ist m.E. ein FET besser am Platz als ein klassischer Transistor.
Auch die Abstimmung mit der Kapazitätsdiode musste einem Drehko weichen. Der Foliendrehko (Polyvaricon) von der BOX73 passte perfekt in mein Konzept. Er ist nicht so leichtgängig, sodass auch vor Aufregung zitternde und behandschuhte Hände die Frequenz gut einstellen können. Für eine gute Bedienung sind auch die überdimensionierten Knöpfe aus der Veteranenabteilung meiner Bastelkiste verantwortlich. Drehko und Potmeter sind absolut spielfrei montiert. Benutzt wird übrigens nur das 60pF Paket des Polyvaricons.

Genial finde ich bei der YO5AT-Schaltung die HF-Stufe mit einem Dual-Gate-MOSFET. In meinem Fall ein BF961 Über das zweite "Gitter" dieser Tetrode wird die Verstärkung geregelt und man erzielt dabei einen Regelumfang von ca. 50 dB. Das sollte genügen.

Reicht der Lautsprecher infolge Umgebungslärm oder altersschwachen Ohren nicht, habe ich parallel dazu einen Kopfhöreranschluss installiert. Den Lautsprecher dabei zu unterbrechen, hat sich als unnötig erwiesen.

Am Lautsprecher-Ausgang hängt die S-Meter-Schaltung. S-Meter ist natürlich übertrieben. Aber das 100uA-Instrument, dessen Empfindlichkeit mit dem Trimmer am Eingang der Schaltung eingestellt wird, zeigt schon bei kleinsten Signalen einen Ausschlag. Hängt es am Anschlag, ist der Moment gekommen, den HF-Regler zurückzudrehen.

Einen NF-Regler besitzt der Peiler nicht. Dafür ein abgeschirmtes Gehäuse, das ich aus Platinenmaterial gebaut habe. Seit ich eine Proxxon FET zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, ist der Gehäusebau eine wahre Freude :-)

Ein abgeschirmtes und stabiles Gehäuse trägt viel zur Stabilität des Empfängers bei.

Wie üblich bei meinen Prototypen habe ich mit aufgeklebten Leiterbahnen gearbeitet (UHU hart). 0.5mm oder 0.8mm FR4 lässt sich mit der Haushaltschere der XYL gut in Streifen schneiden. Dass dabei die Schärfe der Schere abnimmt, ist ein Kollateralschaden, den man in Kauf nehmen muss. Inzwischen habe ich meine eigene Platinenschere ;-)

Hier ein Blick in das Innere des Peilers. Ich bitte um Nachsicht - es ist ein intuitiv aufgebauter Prototyp, organisch gewachsen und mit Artefakten durchsetzt.



Und hier das Schema dazu. Ich habe dazu etwas mit dem TinyCAD geübt. Wie man sieht, bin ich Anfänger. Von Hand gezeichnet wär's zehnmal schneller gegangen:


Hier noch die S-Meter Schaltung. Diesmal direkt aus dem LT-Spice. Darum die "amerikanischen" Widerstände. Dabei ist das Poti am Eingang Fake-News, in Wahrheit ist es ein Trimmer. Wie man sieht, bin ich auch hier Anfänger:

Hier noch meine beiden Peiler im Vergleich. Wie man sehen kann, ist die Ferritantenne beim Eigenbau als Außenbordmotor montiert. Achtung: Ferritstäbe können auf einen Schlag hin in die ewigen Jagdgründe eingehen.


Ich bin mit dem Neuen bisher zufrieden und habe damit bereits eine Störquelle ausfindig gemacht. Wie so oft in diesen Fällen natürlich ein Schaltnetzteil im eigenen Haus. Endgültig bewähren muss er sich dann auf der nächsten Spaßfuchsjagd.

Montag, 13. Februar 2017

Vom Old Man zum Fake Man



Nach meinem letzten Post über DMR hat es nicht lange gedauert und Alfred OE5AKM stand auf der Matte - ein alter Bekannter. Sein Kommentar: Einspruch!, und ein Link auf seine Seite.

Alfred ist ein passionierter Wanderer, der seine Expeditionen mit schönen Bildern auf seinem Blog dokumentiert.
Für viele ist Alfred jedoch nicht ein Naturliebhaber, sondern ein rotes Tuch, wie man in einschlägigen Foren nachlesen kann. Denn Alfred hat eine Mission, und die heißt: Amateurfunk wird zu verschmilzt mit ARoIP - Amateur Radio over Internet Protocol. 
Er ist der Meinung, unser Hobby müsse nicht zwangsläufig etwas mit Funkwellen zu tun haben und verlagere sich mehr und mehr auf den Draht, bzw. auf die Glasfaser. Darum spricht er - wenn ich das richtig verstanden habe - nicht von Amateurfunk, sondern von Amateur Radio. Denn der Begriff Radio beinhalte auch die drahtgebundene Übertragung.

Hamsphere, eine Amateurfunk-Simulation über Internet, gehört für ihn zu dieser Sparte. Die simulierte Ionosphäre sorgt für Rauschen, Conteste und Diplome für den Adrenalin-Kick und der FM (Fake Man) kann sogar QSL-Karten verschicken. Prüfung und Lizenz sind nicht von Nöten. Für eine Handvoll Dollar ist man dabei  

Ich habe nichts dagegen. Im Gegenteil, so werden unsere echten Bänder entlastet. Es soll schließlich jeder nach seiner Fasson glücklich werden. Leben und leben lassen gehören zum Ham-Spirit.
  
Für mich ist Hamsphere jedoch wie Sex mit einer Gummipuppe. Eine clevere Geschäftsidee um den armen Teufeln, die keine Antenne aufstellen können oder dürfen, den Aether vorzugaukeln.  

Ich kann mit Alfreds Philosophie nichts anfangen. Ich bevorzuge das echte Gefühl. 
Amateurfunk, bzw. Amateur Radio findet für mich über elektromagnetische Wellen statt, die von meiner Funkstation via Antenne ausgesendet und empfangen werden.
Verbindungen ausschließlich via Internet gehören für mich nicht dazu.

Doch versteht mich nicht falsch: Das Internet ist auch für mich ein wunderbares Tool, ein Hilfswerkzeug für den Amateurfunk. Die Bauanleitungen, Foren, Online-SDR, Grabber, Blogs etc. bereichern unser Hobby ungemein. Auch wenn es vielleicht spannender wäre, ohne Cluster auf die DX-Jagd zu gehen und wieder die Bänder nach seltenen Stationen abzusuchen.

Bild: https://euphonie-nocturne.blogspot.ch/2015_05_01_archive.html



  
OT: Filmmusik. Hommage an den verstorbenen Komponisten James Horner (u.a. Star Trek, Avatar, Titanic)

Samstag, 11. Februar 2017

DMR und tote Pferde



Auf meinen letzten Beitrag hin habe ich sowohl positive, wie auch negative Rückmeldungen erhalten. Offenbar gibt es eine ganze Reihe OM, die gerne twittern, bzw. dem Gezwitscher der Reichen und Schönen und sonstigen Vögeln folgen.

Ein Leser hat mich gefragt, was ich denn von DMR halte.
Auch auf die Gefahr hin, mich in die Nesseln zu setzten, gebe ich darüber gerne Auskunft. Doch für all die OM, die nicht wissen, was DMR ist, hier eine kurze Erklärung:

Digital Mobile Radio ist eine digitale Modulation, die mit einem Zeitmultiplex-Verfahren arbeitet. Das heißt: Zwei Sprechkanäle werden auf dem gleichen Kanal in unterschiedlichen Zeitschlitzen übertragen. DMR kann deshalb in einem einzigen 12.5 kHz Kanal zwei Sprechwege gleichzeitig übertragen. Bei kommerziellen Diensten wird das für Vollduplex genutzt (Gleichzeitiges Sprechen und Hören).

Neben den digitalen Modulationen C4FM von Yaesu und D-Star von Icom wird auch DMR im Amateurfunk eingesetzt, und in der Zwischenzeit existieren bereits hunderte von Umsetzern, die über das Internet miteinander verbunden sind und so eine weltweite Kommunikation ermöglichen.
Im Gegensatz zu C4FM und D-Star wurde DMR zuerst für den kommerziellen Einsatz entwickelt und von den Funkamateuren in der Folge übernommen.
DMR-Geräte müssen vor ihrem Einsatz programmiert und konfiguriert werden.

Persönlich finde ich DMR eine interessante Technik, die sparsam mit der Ressource Frequenz umgeht. Sie zu erforschen, auszuprobieren und damit zu spielen entspricht dem Gedanken des Amateurfunks. Für die Pioniere, die kommerzielle Geräte für den Amateurfunk umgebaut und Umsetzter installiert haben, war das sicher eine spannende Aktivität.

Doch der flächendeckende Einsatz mittels über das Internet verbundenen Umsetzern hat m.E. nichts mehr mit Amateurfunk zu tun. Nicht einmal mit CB-Funk. Da kann man geradesogut das Smartphone mit Skype oder WA benutzen. Funktechnische oder experimentelle Aspekte sind nicht mehr erkennbar. Für die meisten User dürften ihre DMR-Geräte undurchsichtige Blackboxen sein, die sie nicht einmal selbst programmieren können. Das ist sterbenslangweilig.
Vielleicht mit Ausnahme eines "Haustelefons" für Gruppen mit gleichen Interessen geeignet: Bastler oder DXer, wer weiß. Aber unser weites Spektrum an Frequenzen und Technik hat da spannendere Möglichkeiten für Haus- oder OV-Telefone zu bieten.

Nicht zu verwechseln ist DMR mit DRM (Digitale Radio Mondiale). Letzteres ist ein digitales Übertragungsverfahren für Lang- Mittel- und Kurzwelle. Ein totes Pferd. Und ein alter Indianerspruch besagt: "Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, solltest du absteigen."

Vielleicht wäre es auch Zeit, bei DMR abzusteigen?




Bild: Das Klempner-Paradies

Donnerstag, 9. Februar 2017

Ausgezwitschert



Kürzlich hatte ich ein Twitter-Konto eröffnet, jetzt habe ich es wieder geschlossen. Eigentlich wollte ich nur die Meldungen des neuen POTUS aus erster Hand lesen, anstatt durch das Filter der Journalisten. Damit ich weiß, was nächstens auf uns zukommt. Doch das lohnt sich nicht. Ich kann auch Breitbart lesen, um zu wissen, in welche Richtung die Welt driftet.

Twitter ist m.E. der grösste Mist, den die IT-Branche je hervorgebracht hat - ein Instrument zur Selbstdarstellung von Politikern und VIP'S und allen die sich dafür halten. Von einigen auch zur Vermarktung ihrer Produkte benutzt, doch dazu gibt es effektivere Wege. Blödsinnige Einwegkommunikation von Leuten, die meinen, ihre Meinung sei so wichtig, dass sie die ganze Welt erfahren müsse. Da bleibe ich doch lieber bei meinem Blog ;-)

Doch Twitter ist nicht der einzige Trend, den ich ausprobiert und wieder verworfen habe. Facebook gehört zum Beispiel auch dazu.
Aber noch wichtiger ist eine andere Erkenntnis: ich kaufe mir wieder richtige Bücher, anstatt sie auf Kindle zu lesen. Ich liebe es, in Büchern zu blättern, Eselsohren zu formen und mit Bleistift reinzukritzeln und ich liebe das Gefühl, ein richtiges Buch in Händen zu halten. Besonders für Fachbücher finde ich die elektronische Form unpraktisch. Ich weiß, das hört sich seltsam an von einem, der seine eigenen Bücher auch auf Kindle veröffentlicht. Aber jeder soll die Wahl haben.
Übrigens lese ich zur Zeit dieses Buch hier.

Viele Bücher kosten auf Kindle fast soviel wie in Papierform. Das ist ein schlechter Witz. Wenn ich schon Bits und Bytes anstelle Papier kriege, dann sollte es zumindest wesentlich günstiger sein.

Für uns Funkamateure gibt es sogar Bücher in elektrotechnischer Form, die gratis sind. nebst alten Schinken sogar auch neuere Literatur.

Zum Beispiel:

Das VHF-UHF-DX-Handbuch. Ganze 446 Seiten auf PDF!

Oder das Pratctical Antenna Handbook von Joseph J. Carr. Zwar nur die vorletzte, 4. Version, Doch bei den Antennen gibt es, außer einigen "Wunderantennen", seit Jahren kaum neue Erkenntnisse.

Es gibt fast nichts, was man in den unergründlichen Tiefen des Webs nicht findet. Habt ihr vielleicht schon lange nach einem alten Röhrenbuch gesucht? Wie wäre es mit dem RCA Receiving Tube Manual von 1975?

Bild: HB9DWS auf der Jagd nach dem Fuchs





 


Freitag, 3. Februar 2017

Die Allerletzte



2015 war für mich das Jahr der KW-Endstufen. Nach langwierigen Versuchen, eine PA mit Schalt-MOSFET zu bauen, ohne das diese explodieren, landete ich schließlich bei einer russischen EB-104 Platine (Blog Teil1, Teil2).
Damit hätte ich eigentlich zufrieden sein können, denn die PA funktionierte klaglos und steckte sämtliche Fehler des OP weg. Falsches Band eingestellt oder keine Antenne dran: Trotz fehlenden Sicherheitsschaltungen passierte nichts. Die PA war nur gegen zu hohe Steuerleistung geschützt. Das genügte den 4x VRF2933 aus zweifelhafter Aliexpress Quelle. Wenn ich daran denke, was andere mit dem hochgelobten BLF188XR erlebt haben (s. update nr2 bei PA0FRI) und welcher Sicherheitsaufwand für diesen Doppel-MOSFET betrieben werden muss, kann ich mich glücklich schätzen.

Doch so ganz glücklich und zufrieden war ich nicht. Denn in meiner Bastelkiste schlummerten eine weitere Russen-Platine, ein LPF von W6PQL und ein zweiter Satz VRF2933, nebst anderen Goodies. Kurz: genug Material für eine weitere PA.

Einfach eine zweite zu bauen, nur weil das Material da war, schien mir ein schlechter Zeitvertreib. Und für andere OM eine zu bauen und zu verkaufen, wie mir vorgeschlagen wurde, hätte mir gar keinen Spaß gemacht. Ich bin nicht dem Hamsterrad in der Fabrik entronnen, um zuhause wieder eine Fabrik aufzumachen. Abgesehen davon sind meine selbst gebauten PA's unbezahlbar ;-)

Doch in den letzten Ferien hatte ich einen Einfall, wie ich aus dem überschüssigen Material einen echten Mehrwert schöpfen konnte: eine kleine und leichte KW-PA sollte daraus werden. Eine für den Urlaub, eine, die nebst dem üblichen Ferien-Karsumpel noch im Kofferraum meines Kleinwagens Platz fand.

So habe ich Anfang Jahr aus einer Grundplatte aus Holz und FR4 Leiterplattenmaterial ein Gehäuse gezimmert und die Russenplatinen reingeschraubt. Und so sieht das Teil aus:


Ein Netzteil ist nicht eingebaut: ich verwende ein externes Surplus Netzteil aus einem alten Server. Es ist etwa so groß wie ein Radio-Handbook und liefert 1300W bei 50V. Genügend Power für 600W bis 700W HF.



Die 12V Hilfsspannung bezieht die PA vom Netzteil des Transceivers.

Daneben weist diese Portabel PA folgende Eigenarten auf:

- Sie ist nur für die Bänder 20 - 160m ausgelegt. Um Platz zu sparen habe ich kurzerhand die höheren Bänder auf der Platine von W6PQL abgesägt ;-)
- Als Kühlkörper finden zwei CPU-Kühler Verwendung. Sie sind aus Kupfer und man kann deshalb auf einen zusätzlichen "Heatspreader" verzichten. Die hohe Zahl schmaler Finnen ergibt eine große Kühlfläche auf kleinstem Raum.
- Für den Luftdurchsatz sorgen zwei 12V-Hochleistungslüfter, die im Normalbetrieb in Serie an 12V liegen. Ab 45 Grad Kühlkörpertemperatur werden sie parallel geschaltet und entfalten ihre volle Wirkung. Die zugehörige Schaltung ist rein elektromechanisch: ein Bimetallschalter, wie er in Haushaltgeräten Verwendung findet, in Verbindung mit zwei Relais.
- Ab 70 Grad schaltet ein zweiter Bimetallschalter eine Alarmlampe auf der Frontplatte ein. Der OP kann dann selbst entscheiden, wie er verfahren will ;-)
- Andere Sicherungen gibt es nicht. Die Bandwahl erfolgt manuell und der Eingang der PA wird durch einen 10dB Leistungsabschwächer geschützt. Wird der KW-Transceiver mal anstatt auf 30W auf 100W hochgeschraubt, passiert nichts. Vergisst der OP eine Antenne anzuschließen oder stellt er den Schalter aufs falsche Band, geschieht erfahrungsgemäß auch kein Unglück. Als Selbstbauer muss man ja nicht auf den DAU Rücksicht nehmen.
- Auf einen Sequencer wurde ebenfalls verzichtet. Das Steuersignal (GND bei TX) schaltet über einen PNP Darlington ein Relais. KISS heisst das Prinzip.



Die PA hat bisher alle Tests bestanden. Die ultimative Prüfung wird jedoch erst im nächsten Urlaub stattfinden.





 Dies ist mein allerletztes KW-PA Projekt in diesem Leben. Ich hoffe, damit wieder einmal bewiesen zu haben, dass auch der wenig bedarfte OM eine KW-PA bauen kann.

 Bild: Besuch einer Freundin

  

Montag, 30. Januar 2017

Alternative Fuchsjagd mit dem FT-817


Kürzlich hatte ich das Vergnügen, an einer spannenden Fuchsjagd teilzunehmen. An einer Veranstaltung jenseits aller Regeln und Reglemente. Da ich eher zu den spaßorientierten und nicht zu den wettbewerbsorientierten Funkern gehöre, machte das natürlich doppelt soviel Freude.
Trotz der Minusgrade und dem Schnee - oder gerade deswegen.

Schon der Start fiel aus dem Rahmen des Üblichen: Jedes Team startete nämlich von zu Hause aus. Allerdings mit dem Handikap, dass der Fuchs da noch gar nicht zu hören war. Immerhin wurde uns Teilnehmern verraten, dass der Fuchs irgendwo im Drei-Seen-Land zu suchen sei.

Klar, dass man da nicht zu Fuß losrennt. Vernünftigerweise steigt man in ein Automobil ;-)

Um es gerade vorweg zu nehmen: Der Fuchs, den es zu jagen galt, befand sich ca. 18km von meinem QTH entfernt (Luftlinie). Für meinen Peiler war der 5W Sender im 80m Band zu schwach. Zu hören war kein Pieps.

So blieb unserem Team nichts anderes übrig, als "blind" loszufahren und im Drei-Seen-Land einen geeignet scheinenden Ort für eine erste Peilung zu finden. Doch das klappte erst beim dritten Anlauf:

Erst in einer Entfernung von 7.5km war ein schwaches Signal aufzunehmen. Allerdings nicht mit einem normalen Peilempfänger wie meinem Snoopy, über den ich hier bereits berichtet habe.

Der Snoopy litt übrigens nicht nur unter mangelnder Empfindlichkeit für diesen speziellen Fall, sondern auch unter der Kälte. Der Oszillator driftete so stark, dass ich schließlich das Empfangssignal nicht mehr in der Mitte, sondern am Rande der Skala wiederfand. Trotzdem war ich an diesem Tag mit dem Snoopy zufrieden. Näher am Ziel erlaubte er eine genaue Peilung. Doch zurück zu Kilometer 7.5:

Glücklicherweise hatte ich vorgesorgt und mir noch ein zweites Instrument gebastelt: Eine Rahmenantenne für den FT-817. Ein "Quickie" wie man am verwendeten Isolierband sehen kann. Der Rahmen stammt von einer alten Stereoanlage. Sie diente dort als Mittelwellenantenne. Dieser Rahmen von 11x13cm war bereits mit 8 Windungen bewickelt. Nach dem Anschließen eines Drehkos ergab sich Resonanz auf 3550kHz bei ca 100pF. Der Drehko wurde durch einen 68pF Kerko und einen parallelen Trimmer ersetzt und als Koppelwicklung für den FT-817 eine einzelne Windung auf den Rahmen aufgebracht. Diese wurde direkt an die BNC-Buchse des FT-817 gehängt. Ein bisschen Isolierband drum...und fertig war die Peilantenne :-)



Wie auch beim Snoopy mit seiner Ferritantenne wird mit dem Rahmen auf ein Minimum gepeilt. Dieses befindet sich aber bei der Rahmenantenne nicht wie bei der Ferritantenne in Längsrichtung, sondern auf der Breitseite des Rahmens. Was natürlich in der Hitze des Gefechts prompt zur Verwirrung führte. Denn ich bin - was das Peilen anbelangt - ein absolut unbedarfter Anfänger.




Auf eine E-Feld-Antenne zur Seitenbestimmung habe ich beim Rahmen verzichtet. Zu diesem Zweck hatte ich ja den Snoopy dabei.

Als wir den Fuchssender nach eineinhalb Stunden gefunden hatten, war die Jagd aber noch nicht vorbei. Wir mussten den Fuchs im Wald noch mit Pfeil und Bogen erlegen. Geschossen wurde natürlich nur auf Kartonfüchse.
Anschließend sammelten wir uns um ein Feuer mit einem großen Kupferkessel und genossen ein wunderbares Fondue in freier Natur. Wie bei Asterix bei den Schweizern. Mit Schnaps und Wein und Tee für die Fahrer. Aber auch das war noch nicht das Ende dieser legendäre Spaß-Jagd. Drin an der Wärme spielten Andy HB3YAF und seine Band Kinohits aus vergangenen Zeiten.
Danke Andy!


Damit Fuchsjagden mit dem Automobil nicht in ein Rennen ausarten, darf die Zeit keine Rolle spielen. Finden oder nicht finden ist das einzige Kriterium und der Weg ist das Ziel. Mit "Sport" hat das naturgemäß nicht mehr viel zu tun - vom Bogenschießen mal abgesehen - aber eine solche Fuchsjagd ermöglicht auch älteren OM eine Teilnahme, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Probiert es einfach mal aus!