Montag, 6. August 2018

Kleines Teil, grosse Wirkung

Wer einmal in der Industrie gearbeitet hat, der weiß, was Eingangskontrolle bedeutet: Die angelieferte Ware - Komponenten, Rohmaterial - wird nach strengen Vorgaben kontrolliert: optisch, mechanisch, elektrisch, chemisch. Entspricht die Ware den Spezifikationen, die der Bestellung zugrunde lagen?
Kleine Dinge können grosse Wirkung haben. Wird ein einziges fehlerhaftes Teil weiterverarbeitet, bzw. in das Endprodukt eingebaut, kann das für das Unternehmen verheerende Auswirkungen haben.

Auch wir Funkamateure sollten eine Eingangskontrolle durchführen, wenn wir Bastelmaterial bestellen. So zum Beispiel bei mir im Shack: die zwei bestellten Koax-Adapter wanderten nach einem kurzen Augenschein in die Schublade. Ist ja ein simples Teil: UHF-Buchse zu BNC-Stecker. Da kann man nicht viel falsch machen, dachte ich.

Erst gestern habe ich eins von den Dingern benötigt.
Wann und wo ich diese bestellt hatte, habe ich schon längst vergessen.


Ihr werdet es kaum glauben: aber der Adapter links ist unbrauchbar. Unmöglich einen UHF-Stecker reinzudrücken - gleich welcher Marke. Die Buchse rechts jedoch, macht keine Fisimatenten. Eine Frage der Verarbeitungstoleranz.

Steckerprobleme sind ärgerlich und entscheiden über die Zuverlässigkeit einer Funkanlage. Je höher die Frequenz und die Leistung, desto kritischer wird es. Ganz besonders trifft das auf Adapter zu, die unterschiedliche Steckernormen miteinander verbinden. Wer auf UKW unterwegs ist, tut gut daran, in Markenstecker/Adapter zu investieren. Und für den Mikrowellenamateur sind  Suhner, Rosenberger, Radiall  und Telegärtner , um nur einige zu nennen, sowieso ein Begriff.

OT: Kleines Instrument, grosse Wirkung. Buddy Greene mit dem Orange Blossom Special



Mittwoch, 1. August 2018

Hokuspokus



Vielen Dank für die netten Zuschriften, die sich nach meinem Befinden erkundigt haben. Es geht mir gut und der neue Hohlleiter hält wie versprochen. Ein echtes Steampunk-Teil.

Wieder einmal sind die Pyramiden in Ägypten das Ziel des Sommerlochs. Angeblich haben russische Wissenschaftler (oder war es sogar Putin selbst?) herausgefunden, dass die Cheopspyramide Resonanzen aufweist, wenn man sie mit elektromagnetischen Wellen erregt. Natürlich nur theoretisch und nicht in der Praxis ;-)
Dabei wurden Mittelwellen zwischen 500 kHz und 1500 kHz verwendet. Wer weiß, vielleicht sendeten schon die Pharaonen im Mittelwellen-Rundfunkband?

Auch wir Funkamateure kennen solche Antennen, bei uns heißen sie Hornstrahler und sind wesentlich kleiner.
Hier geht's zu einem interessanten Artikel über den Unfug mit der "Pyramidologie".

Bild oben: Der Truffadou (Trüffelzug) hoch über dem Tal der Dordogne bei Martel. Doch werfen wir noch kurz einen Blick in den Führerstand:

Dienstag, 31. Juli 2018

Anton bekommt einen Hohlleiter



Euch ist es sicher aufgefallen: In der letzter Zeit ist es in diesem Blog verdächtig ruhig geblieben.
Daran hat nicht nur die Urlaubszeit und das Sommerloch Schuld, sondern auch ein persönliches Ereignis, das mir einen winzigen Hohlleiter beschert hat, den ich zurzeit austesten muss.
Angefangen hat es ungefähr am vorletzten Sonntag. Die äußere Welt war zwar damals noch unverrückt, das heißt in Ordnung, doch irgendwie beschlich mich damals schon eine seltsame Ahnung, wie ich in der Rückschau erkennen muss.
Das lag aber nicht am Antennentuner, den mir ein Freund vorbei brachte. Obwohl...schon beim Entfernen des Deckels schlug mir ein abgestandener Brandgeruch entgegen und warnte mich vor dem, was ich in der nächsten Sekunde entdecken würde. Vielleicht hätte ich das als Warnung für mein persönliches Schicksal annehmen sollen.
Wie dem auch sei. Der Tuner sah so aus, wie eben ein Tuner aussieht, der versucht, eine Antenne mit einem Kilowatt abzustimmen und verzweifelt nach einer nicht vorhandenen Anpassung fandet. Der Brand in seinem Innern ist wohl erst erloschen, nachdem die letzten Sauerstoff-Reserven aufgezehrt waren:


Es handelte sich bei dem unglücklichen Tuner übrigens um einer der seltenen CG-5000, die meines Wissens nicht mehr hergestellt werden. Automatische High Power Tuner sind ja generell und im wahrsten Sinn des Wortes ein heißes Eisen. 100 Watt sind noch einigermaßen zu  beherrschen, wenn mal die Antenne abfällt, oder wenn der OM den Tuner auf unmögliche Impedanzen loslässt. Doch im Kilowattbereich kann sich so ein Tuner rasch in einen feuerspeienden Drachen verwandeln. Zumindest betrifft das die billigeren Exemplare. Manchmal erwischt es einen Kondensator, manchmal ein Relais. Murphy ist da nicht wählerisch.
Bisher ist mein Stockcorner JC4s von solchem Feuerwerk verschont geblieben, im Gegensatz zu seinem Vorgänger JC4 aus der ersten Serie. Die neue, verbesserte Version verhindert das Abstimmen oder das unbeabsichtigte Nachstimmen mit hoher Leistung.

Doch zurück zu den Ereignissen der letzten Woche und zu meiner Blogabsenz:
Der Montag startete mit einer so genannten "Sommergrippe", einer simplen Erkältung. Kein Grund, den Onkel Doktor zu belästigen, höchstens Zeit für einen steifen Grog. Als am Mittwoch etwas Druck in der Herzgegend dazukam, verschaffte der Einwurf von zwei Aspirin bald Linderung. Doch damit war die Geschichte nicht gegessen und das Verhängnis nahm seinen Lauf.
Am Tag darauf, nach einem guten und unbeschwerten Mittagessen, schreckte mich ein Gefühl aus dem Mittagsschlaf, das in meinem Kopf einen klingonischen Gefechtslarm auslöste.

Wenn ihr jemals das Gefühl habt, euer Herz würde in einem Schraubstock zusammengepresst und dieses Gefühl in den linken Arm ausstrahlt, lässt sofort alles liegen und stehen und versucht, so rasch wie möglich in die Notaufnahme der nächsten Klinik zu gelangen, hierzulande Spital genannt. Denn die Uhr ist am ticken.
Ihr kennt das sicher aus den unzähligen Filmen, in denen es darum geht, eine Bombe zu entschärfen. Jede Sekunde zählt.

So geschah es, dass ich in einem weißen Haus landete mit einem Hemd, das auf der falschen Seite zugeknöpft war und mit vielen hübschen und netten Damen und Herren die mich ernst musterten und an mir herumhorchten.
"Sie hatten einen Herzinfarkt", meinte der Chef der Equipe, nachdem ich vollverkabelt auf einem Bett lag und verwundert auf die vielen Bildschirme und blinkenden LED's starrte.

So kam ich denn zu meinem persönlichen kleinen Hohlleiter, dessen Grenzfrequenz mir nicht bekannt ist. Stent, nennt man dieses Teil und dessen "Montage" war ein höchst interessanter Vorgang. Konnte ich doch alles Live direkt an den Bildschirmen verfolgen. Bevor der Stent platziert wird, wird die für den Infarkt verantwortliche Engstelle in der Herzkranzarterie mit einem kleinen Ballon aufgeweitet.
Die Erfolgsquote sei hoch und die Chance, dass ich dieses Blog weiter betreiben kann, sind deshalb gut. Wir werden sehen.
Gewissermaßen als Zugabe habe ich jetzt einen Setzkasten, wie ich ihn für das Einordnen von Kondensatoren und Widerständen verwende. Damit ich keine der vielen Pille vergesse, die ich täglich schlucken muss ;-)

Bild zuoberst: Gute Funklage. Ausblick von der Intensivstation des Kantonsspitals in Freiburg/Fribourg.

OT: Was einem so durch den Kopf geht in solchen Situationen. Intro aus BSG (Battle Star Galactica)


 Wer genau hinhört, erkennt darin vielleicht das Gayatri-Mantra. Das ist kein Zufall.

Montag, 23. Juli 2018

WSJT-X mit dem Icom IC-7400




Der IC-7400 ist ein Transceiver ohne Nachkommen. Ein bedauerlicher Fall in der Familiengeschichte Icom's. Zwar wollte uns Icom weis machen, dass der IC-7410 sein legitime Nachfolger wäre, doch das waren Fake-News. Dem IC-7410 fehlt das 2m Gen. Er ist eine reine KW-Kiste und in meinen Augen keinen Deut besser als sein Vorgänger.  Auch der IC-9100 konnte die Nachfolge nicht antreten, dafür war er schlicht zu teuer. Außerdem hatte er den falschen Namen und suggerierte damit ein Nachkomme des IC-910 zu sein. So wurde die Linie der großen KW+2m Transceiver, die mit dem IC-746 begonnen hatte, sang und klanglos beerdigt. 

Der IC-7400 entstand im gleichen Zeitraum wie der IC-756 Pro2 und verfügt über die gleichen elektronischen Gene:  Die digitale Signalverarbeitung mit frei wählbaren Filtereigenschaften, Passbandtuning und Notchfilter, sowie der NB und NR haben ähnlich gute Eigenschaften. Zwar verfügt er nicht über ein Spektrumskop wie der Pro2, dafür kann er 2m, und dies mit allen Goodies, des KW-Empfängers. Die 2m Endstufe ist separat ausgeführt und leistet mit zwei 2SC2694 satte 100 Watt. Notabene in SSB, CW und FM. Ein grosses Plus für den OM, der sein Funkerleben nicht nur auf KW verbringen will.
Doch als reine FM-Gurke für 2m ist dieser Transceiver zu schade. Er kann mehr: zum Beispiel FT-8 im 2m Band. neuerdings die populärste Betriebsart auf diesem Band, die zurzeit für ein fulminantes Revival von 2m DX verantwortlich ist.

Doch wie wird man mit dem IC-7400 QRV in FT-8 und all den anderen lustigen Betriebsarten von Joe Taylor?

Natürlich kann man einfach ein Modem Kaufen. Zum Beispiel ein von Tigertronics. Aber es geht auch günstiger. Meine Lösung, quick and dirty:

1. Ich zapfe das Audiosignal hinten am Gerät auf der 8-pologen ACC1 Buchse ab. Und zwar über einen in Serie geschalteten Widerstand von 33 kOhm auf dem Pin 5. Die Abschirmung des Kabels, das direkt und ohne weitere Umschweife zum Mikrofoneingang des PC's führt wird auf Pin 2 gelötet. Dieser Audio-Ausgang liefert ein konstantes Signal, unabhängig vom NF-Regler des Transceivers. Der Pegel wird mit dem Mikrofon-Regler des Computers eingestellt.

2. Zum Senden führe ich vom Kopfhörerausgang des Computers das Signal über ein 5k Poti und einen 1uF Kondensator (kein Elko!) auf Pin 1 eines separaten Mikrofonsteckers, den ich bei Digitalbetrieb anstelle des Mikrofons verwende. Auf Pin 7 kommt die Masse des abgeschirmten Kabels. Der Pegel (AGC-Anzeige beachten!) wird am 5k Poti eingestellt. Der Mik-Gain kann dabei so stehen bleiben, wie er für SSB-Betrieb eingestellt wurde und muss nicht verstellt werden.

3. Zum Umschalten von Empfang auf Senden benutze ich die VOX. Der Delay wird auf 0 gesetzt und der eingebaute Lautsprecher des PC muss ausgeschaltet werden (sonst klappert die VOX).
Zwar gibt es auch einen Modulator-Eingang auf der ACC1 Buches, doch dieser führt leider nicht über die VOX.






















Bei neueren Notebooks sind separate Audio Ein- und Ausgänge oft dem Rotstift zum Opfer gefallen.
Mik-Eingang und Kopfhörerausgang werden zusammen auf eine 3.5mm 4-Pol-Buchse geführt. Da hilft ein Splitterkabel aus dem PC-Shop.

Bilder zuoberst: Cyrano de Bergerac in Bergerac, wo sonst ;-)

Und noch ein bisschen OT zum Wochenstart. Die Musik aus dem Film "The Good, the Bad and the Ugly" von Ennio Morricone, gespielt vom Danish National Symphony Orchestra. Da bekommt man richtig Gänsehaut beim Zuhören und Zusehen :-)


Sonntag, 22. Juli 2018

Nuxcom hört auf!



Nuxcom? Nie gehört!
Wird wohl die Reaktion vieler OM sein. Doch für Liebhaber des 2m und 70cm Bandes ist diese kleine Firma ein Begriff. War sie doch eine einfache Möglichkeit, seine Yagi selbst zu bauen.
Denn Nuxcom lieferte Antennenbausätze. Nicht irgendwelche undurchsichtige Fantasieantennen, wie man sie leider allzu oft in den Untiefen des Webs findet, sondern solide, bewährte Designs nach DK7ZB. Die Bausätze enthielten alle benötigten Teile und nach etwas mechanischen Arbeiten war man stolzer Besitzer einer leistungsfähigen und zuverlässigen Yagi. Die Auswahl an unterschiedlichen Ausführungen und Längen war gross und nebst den Bausätzen wurden schwer aufzutreibende Bauteile wie Elementbefestigungen auch separat angeboten.

Doch Nuxcom hört auf. Zurzeit findet ein grosser Ausverkauf statt. Wer in Zukunft eine Yagi bauen will, muss wieder in den Baumarkt und spezielle Teile selbst herstellen. Die bewährten DK7ZB Designs findet man aber glücklicherweise noch im Netz.

Wer nicht selbst bauen will, dem steht aber noch eine andere Möglichkeit offen, an eine gute DK7ZB zu kommen: bei WIMO wird der OM fündig. Schade, dass dort bei den 2m Yagis zwischen 1.2m und 3m Länge eine Lücke klafft. Ich benutze hier eine 2m lange 6 Element (1, 2, 3). Sie ist für meine Verhältnisse ein guter Kompromiss.

Bild: Begegnung an der Dordogne; Kanu trifft Pferd

Samstag, 21. Juli 2018

Neues Leben im 2m Band




Dreht man über das 2m Band, herrscht Totenstille. Im ober Teil wird ab und an ein Relais aufgetastet,  auf der APRS-Frequenz 144.800 MHz irrlichtern ein paar Datenpakete durch den Aether und weiter unten piepst eine einsame Bake ihr ewig gleiches Lied. Im SSB-Band gleich darunter herrscht tote Hose und in CW sowieso. Alles scheint wie ausgestorben.

Bis auf eine einzige Frequenz, bzw. einen einzigen Kanal: 144.174 USB.
Dort sind die Neophilen der Funkergemeinde versammelt. In Subkanälen von jeweils 50Hz zirpen sie ihre Kurzbotschaften. Es gibt kaum eine Tageszeit, in der nichts los ist, manchmal herrscht ein Betrieb wie im 20m Band.

Dort sind sie also alle hingekommen, die SSB/CW-DXer, die sonst den unteren Bandabschnitt bevölkert haben. Ihr neues Spiel heißt jetzt FT-8, und wenn das so weiter geht. platzt bald dieser eine Kanal aus allen Nähten. Die meisten tummeln sich im Audiofrequenzbereich von 600 bis 1600 Hz.
1 kHz geteilt durch 50 Hz ergibt 20 Kanäle. Frequenz-ökonomisch ist sie, die neue Betriebsart, das muss man ihr lassen.

Doch ist das noch Amateurfunk? Hat nicht Joe Taylors FT-8 den Amateurfunk zerstört, wie behauptet wird?

Ich habe die letzten zwei Tage mal reingehört und mitgemacht, um mir eine Meinung zu bilden. Und bin dabei fast süchtig geworden bei diesem neuen Spiel. Es war noch nie so leicht, ein "QSO" zu machen. Ein Mausklick genügt und schon zirpt der Computer los. Das "QSO" läuft vollautomatisch. Eigentlich bräuchte es den OP gar nicht. Der PC könnte auch selbst auf einen CQ-Ruf antworten oder selbst CQ rufen und dann ein QSO tätigen.
Ja, ich bin sicher, dass eine der nächsten Versionen - vielleicht FT-8 oder 9 - dieses Feature anbieten wird. Am nächsten Morgen kann man dann im elektronischen Log nachschauen, was der Computer die Nacht durch gemacht hat. Bei WSPR besteht bereits diese Möglichkeit.

Geht damit der Amateurfunk kaputt? Schafft er sich ab?
Ich denke nicht.
Auch dieses "Spiel" gehört dazu. Denn Amateurfunk heißt: immer neues auszuprobieren, ob sinnvoll oder nicht.
Funkamateure, die Jahr ein, Jahr aus immer das gleiche machen, am gleichen Wasserloch hocken und der Vergangenheit nachtrauern, verpassen das (Funker-) Leben. Eigentlich haben sie das falsche Hobby, denn Amateurfunk ist Experimentalfunk.

Das neue "Spiel" wird sich im 2m Band viel rascher totlaufen als auf anderen Bändern. Die Anzahl der erreichbaren Stationen ist überschaubar. Sind alle einmal abgearbeitet, wird es langweilig. Denn mit FT-8 kann man nicht chatten. Die Kommunikation beschränkt sich auf Locator und Rapport.
Als nächstes wird dann das 70cm Band abgegrast und dann kommen die Mikrowellenfreaks dran.
Spätestens dann müsste Joe Taylor den nächsten Wurf bringen.

Wie dem auch sei: spannend ist die Entwicklung allemal und das Mitmachen und Beobachten hat seinen Reiz.

Folgende Dinge sind mir in diesen zwei Tagen aufgefallen:

1. So leicht wie in den flachen Ländern ist es nicht, hier zwischen Jura und Alpen. Trotzdem konnte ich mit Troposcatter, ohne angehobene Ausbreitungsbedingungen, Distanzen zwischen 300 bis 600km erzielen. Aufgrund meines Radiohorizonts vorzugsweise gegen Norden. Station: IC-7400 mit 100W und 6 Element DK7ZB Yagi.

2. Die meisten FT-8 Signale konnte ich auch akustisch wahrnehmen. Das heißt: es hätte auch in CW und oft auch in SSB geklappt.

3. Manchmal sieht man einzelne CQ-Rufe (Single Shots), wo dann trotz gutem Signal kein "QSO" zustande kommt. In meinem Fall aus England und Südfrankreich. Vermutlich handelt es sich dabei um kurze Flugzeugreflexionen. Bei weiter entfernten Single Shots (z.B. ein UA3) war vermutlich kurzzeitig Es im Spiel.

4. Benachbarte Stationen können störend sein. Dagegen hilft: gleichzeitiges Senden beim CQ rufen oder Antenne drehen. Bewährt hat sich auch das manuelle Notchfilter des IC-7400.

Bild: Kein gutes UKW-QTH. Ritzlialp mit Blick auf die Gastlosen.

Mittwoch, 18. Juli 2018

Es'hailsat 2 und das verflixte 13cm Band

Der Satellit Es'hailsat 2 soll noch dieses Jahr ins All gestartet werden. Dieser geostationäre Satellit wird 24 Stunden ununterbrochenen Funkbetrieb in ganz Europa und Afrika ermöglichen, von der Ostküste Südamerikas bis zum indischen Subkontinent, von Island bis zu den Inseln im indischen Ozean. Die Antennen können dazu fix ausgerichtet werden, eine Nachführung ist nicht notwendig. DX vom heimischen Balkon aus wird  damit auch für Funkamateure möglich, die bisher keine KW-Antenne errichten konnten. Die Amateurfunkantenne unterscheidet sich nicht mehr von der Satschüssel des Nachbarn.































Auf einem 250 kHz breiten Band können dann Funkamateure gleichzeitig in SSB, CW oder schmalbandigen Digitalmodi kommunizieren und experimentieren. Der Uplink erfolgt auf 2.4 GHz, der Downlink im 10 GHz Band.
Der Aufwand ist überschaubar: eine 60 - 90cm Satellitenschüssel mit einem Dualfeed soll ausreichen. Auf der Empfangsseite genügt ein Vorverstärker und ein Konverter, auf der Sendeseite soll ein Umsetzer von 144 (432) auf 2400 MHz mit zirka 10 Watt reichen.
Soweit so gut, doch es gibt ein Problem:

Das 2.4 GHz Band wird für WLAN und andere Heimelektronik verwendet. In einigen Ländern, unter anderen auch in der Schweiz, ist das Band nicht generell für den Amateurfunk freigegeben. 
Ich habe deshalb Anfang Mai dieses Jahres mit dem BAKOM Kontakt aufgenommen und um eine Sondergenehmigung gebeten. Eine Antwort steht zurzeit noch aus. 

Wird die Schweiz auf der Karte des Es'hailsat 2 ein weißer Fleck bleiben? Oder wird uns das BAKOM den Betrieb von 2400.05 - 2400.3 MHz für den Satellitenbetrieb erlauben? Darauf bin nicht nur ich gespannt. Sobald ich mehr weiß, werde ich euch informieren. 

Das 13cm Band ist in unserem kleinen Land inmitten Europas sowieso ein "seltsames Ding". Der Betrieb ist uns Funkamateuren nur von 2308 bis 2312 MHz erlaubt. Für andere Frequenzen im Bereich 2300 bis 2450 sind laut Vorschriften zwar individuelle Sondergenehmigungen vorgesehen, doch diese werden in der Praxis sehr restriktiv gehandhabt. Die Bewilligungen sind punkto Leistung, Antennengewinn und Azimutbereich beschränkt und werden nur für einen bestimmten Standort erteilt. Oft auch mit einer zeitlichen Beschränkung verbunden (z.B. nur für Conteste). 
Da für terrestrischen Schmalbandbetrieb in Europa der Bereich 2320 bis 2322 MHz benutzt wird, bleiben uns Ausbreitungsversuche via Tropo und Flugzeugscatter mit Funkamateuren in anderen Ländern verwehrt. 
Den Grund dafür kenne ich nicht, in diesem Abschnitt herrscht Dauerrauschen, wenn nicht gerade Amateurfunkstationen aus unseren Nachbarländern zu hören sind, die über unsere Köpfe hinweg Verbindungen tätigen. Wer oder was blockiert in den unergründlichen Gängen und Büros unserer Administration diesen Frequenzbereich. Wieso wurde uns der nutzlose Bereich 2308-2312 zugestanden und nicht 2320-2322 wie in den umliegenden Ländern. Ein Mysterium.