Mittwoch, 9. März 2016

Anton gründet eine Gang: den Overspeed MC




Auf meiner Bucket List fehlt immer noch ein Punkt. Packen wir es an:

Es ist höchste Zeit, dass wir älteren Semester mehr Gas geben und eine Gang gründen.
Lassen wir die Sau raus, dass es die Sau graust.

Deshalb habe ich meine alte James Dean Lederjacke aus dem Schrank geholt und den
  Overspeed MC
gegründet. Was sind unsere Ziele? Wie lassen wir es krachen?

Doch bevor ich zu unserem Tätlichkeitsprogramm komme: Wer kann bei uns mitmachen?

Jeder mit zwei Zylindern. Die Einzylinder wollen wir nicht, das sind alles lahme Enten. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel, aber die kommen alle aus dem Osten.
Auch die mit dem High-Tech Zeug können absteigen. Wer sich eine Tastatur auf den Lenker schnallt, der fliegt. Ladies sind aber immer willkommen.
Wir wollen auch keine Braven, die sich an die üblichen Geschwindigkeiten halten. Denn wir sind prinzipiell schneller unterwegs als es die Polizei erlaubt. Unter 120 geht Innerorts nichts. Und auch die holprigste Landstrasse kann uns nicht von Tempo 160 abhalten. Autobahnen meiden wir, das gibt nur eckige Pneus und schadet dem Gehör. Denn wir lassen es rocken. Unsere Spezialität sind verrückte Stunts:
Wir fahren vorallem einhändig. Links oder rechts spielt dabei keine Rolle. A oder B auch nicht. Die Strasse gehört uns. Und natürlich fahren wir nicht immer korrekt und nach den Regeln. So ein Wheely macht doch einfach Spass. Auch wenn wir uns dabei verhaspeln verschalten.

Doch kommen wir zum Hardcore, dem harten Kern. Wir handeln ausschließlich mit harten Sachen. Nicht unter einem Kilo. Und wir lieben einen harten Aufschlag Anschlag.

Nun, wie stets, liebe Rocker? Wollt ihr wieder einmal so richtig Benzin Ozon schnuppern? Seid ihr dabei, beim Overspeed Morse Club?
Ach ja, beinahe hätte ich's vergessen: Unser Idol ist natürlich Guilielmo. Der da:

 

Montag, 7. März 2016

IC-7300 auf Ebay



Wem es besonders pressiert, der kann jetzt seinen IC-7300 direkt in Japan kaufen. In 3-5 Tagen hat er dann die Kiste im Haus. Allerdings die japanische Version und nicht die europäische mit dem 4 m Band.
Macht nichts. Das Basis Manual ist hier bereits in Deutsch verfügbar.

Wer aber lieber warten möchte, bis die gröbsten Bugs raus sind, beobachtet am besten die Seite von AB4OJ. Wenn es neues über den ersten Direct-Sampler von ICOM gibt, wird man es dort zeitnah erfahren. Adam Farson gilt als ICOM Guru mit einem guten Draht zu der Firma.

Was mich betrifft: Ich möchte die Kiste zuerst hören. SDR hin oder her.
Manchmal sind ja die Töne nicht so, wie sie das Publikum erwartet. Da musste doch kürzlich an der Kölner Philharmonie ein Konzert abgebrochen werden, weil das Publikum randalierte. Was war geschehen?
Es wurde das Stück Piano Phase von Steve Reich gespielt (Minimal Music Art). Wunderbar, diese wechselnden Interferenzen ;-)


PS. Ich mag dieses Stück. Aber ich kann es leider nie zu Ende hören - es macht mich irgendwie besoffen.

Sonntag, 6. März 2016

Das Wort zum Sonntag



Die Tageszeitungen haben mit schwindenden Auflagen zu kämpfen. Das liegt nicht nur daran, dass der Graben zwischen den Journalisten, oder denen, die sich dafür halten, und ihren Lesern immer grösser wird. Es liegt natürlich in erster Linie am Internet. Zwar gibt es kaum eine Zeitung, die nicht auch online gegangen ist, doch die meisten haben nun Paywalls eingerichtet. So will die NZZ zum Beispiel hirnrissige 52 Franken pro Monat für den digitalen Zugriff. Während ich die New York Times bereits für $15 aufs Smartphone und für $20 aufs Tablett kriege. Archiv bis 1851 zurück inbegriffen.
Ich denke nicht, dass das ein nachhaltiges Geschäftsmodell ist. Es gibt zuhauf alternative Informationsquellen im Internet (Siehe z.B. meine OT-Links) über das ganze politische Spektrum hinweg.
Die Zeitungen werden sterben, oder man wird sie mit Geld vom Steuerzahler künstlich am Leben erhalten müssen.

Das gleiche Schicksal droht den Amateurfunk-Zeitschriften. Ausgerechnet die Funkamateure, die dabei sind, ein eigens Internet einzurichten - das HamNet. Ausgerechnet sie halten verbissen an Papier fest. Das passt auf den ersten Blick nicht zusammen. Auf den zweiten Blick jedoch schon: Das Durchschnittsalter der Öhmer befindet sich in der Nähe des Rentenalters und verschiebt sich zunehmend gegen scheintot. Da mag man Veränderungen nicht mehr so sehr. Man wählt CDU, kauft ein graues Auto und schwarze Hosen.

Natürlich gibt es ein paar Cracks, die aus persönlichem Interesse, oder vielleicht auch weil die Bestätigung in der beruflichen Karriere nicht so geklappt hat, etwas Leben in die konservative Bude bringen. Aber auch die bewegen sich in der erwähnten Altersklasse. Zwar wird Nachwuchs angelockt, am liebsten mit Prüfungen für Dummies. Doch High Flyer sind da kaum in Sicht. Der Trend geht in Richtung Verdummung des Amateurfunks. Man höre nur den Funkbetrieb auf den Bändern.

Blättert man die Amateurfunk-Zeitschriften durch, wird dies offensichtlich. Meistens kalter Kaffee frisch aufgekocht. Natürlich mache ich das in meinem Blog auch - aber ich verlange wenigstens kein Geld dafür;-)

Da wird zum Beispiel in der CQ-DL, der Clubzeitschrift des DARC, als letzter Schrei ein Pendelempfänger für UKW-Empfang aus der Mottenkiste geklaubt. Notabene ohne Vorstufe - also eine Störquelle par Excellence.
In der gleichen Zeitschrift wird angekündigt, dass Baofeng angeblich Tokyo High Power gekauft hat und plant, KW-Transceiver im Billigsegment anzubieten. Doch diese Meldung ist bereits mehr als ein Jahr alt. Vielleicht sollten die Redakteure beim DARC lernen, etwas schneller zu googeln.

Doch die anderen sind nicht besser. Ob Radcom oder Practical Wireless oder was auch immer. Wirklich Neues gibt es nicht - nur alte Kamellen. Von der Hochglanz-Broschüre der Schweizer USKA will ich gar nicht reden. Nur die QST bringt manchmal einen Lichtblick. Interessanterweise ist dann aber der Autor oft ein Europäer.

Im letzten Radcom, der Clubzeitschrift des RSGB, schrieb ein OM in einem Leserbrief, dass er es völlig unnötig finde, wenn bei Testberichten das Innenleben der Geräte gezeigt würde. Das interessiere doch niemanden mehr. Was zähle, seien Frontplatte und Rückwand. Damit hat der Gute den Zustand unserer aussterbenden Spezies treffend auf den Punkt gebracht.

Bild: NF-Verstärker



  


Samstag, 5. März 2016

Prognosen für den Kurzwellenfunk



Ohne aktuelle Funkprognosen ist Kurzwellenfunk wie Blindflug.

Für den DXer gibt es VOACAP mit einer ganzen Palette von Möglichkeiten. Nebst detaillierten Prognosen für eine bestimmte Strecke nach Tageszeit und Frequenz, kann man auch eine Übersicht über die aktuelle Reichweite seiner Signale auf dem Globus bekommen. Dabei lassen sich die Sendeleistung und die verwendeten Antennen spezifizieren. Damit kann sich der Funker ein gutes Bild darüber machen, ob zum Beispiel eine Funkverbindung auf 15m zu einer bestimmten Tageszeit mit Vertikalantennen und 100W zwischen Zentraleuropa und Westaustralien klappen würde.

Wer mehr an europäischen Verbindungen oder gar NVIS gelegen ist, dem helfen die diversen Ionosonden. Einen Überblick über alle Ionosonden weltweit gibt diese Seite.
Die wichtigsten Sonden für Europa findet man direkt hier:

Tromsø (Norwegen)
Juliusruh (Norddeutschland)
Dourbes (Belgien)
Pruhonice (Tschechien)
Rom 
El Arenosillo (Südspanien)
Athen

Eine sehr gute Übersicht über die Entwicklung des weltweiten Funkwetters gibt die Seite von WM7D. man findet dort nicht nur die wichtigsten solaren Indizes, sondern auch aktualisierte Diagramme über das Fortschreiten des aktuellen Sonnenzyklus.

Doch um die letzten Geheimnisse der Funkausbreitung zu ergründen, empfehle ich ein Buch. Zwar gibt es viele, auch in Deutsch, doch eines hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen:
Propagation and Radio Science von Eric P. Nichols KL7AG
Wieso?
Eric enthüllt dort Dinge, über die sich andere Bücher ausschweigen, bzw. falsche Informationen liefern. Zum Beispiel klärt er den Leser darüber auf, wie unterschiedlich die Wellen aussehen, die uns die Ionosphäre reflektiert und wieso das für den Funker von Bedeutung ist. Er räumt in seinem Buch mit Legenden auf, die sich bei Funkamateuren seit Jahrzehnten hartnäckig halten, obwohl sie die Wissenschaft schon lange entlarvt hat. Ich habe darüber berichtet.




OT. Anleitung für Flugpassagiere, für den Fall, dass beide Piloten ausfallen. Hier am Beispiel einer 737. Wir Funkamateure haben ja Erfahrung mit vielen Knöpfen ;-)




Freitag, 4. März 2016

Affenhirn nun auch mit 75 Zeichen pro Minute


Vielen Dank an alle, die mir angeboten haben, mein Affenhirn zu hüten.
Doch im Moment ist der Zugriff gering und so reicht eine simple Dropbox.

Hansjoerg HB9EWH hat mir geschrieben, dass man mit dem VLC Mediaplayer die Geschwindigkeit variieren kann. Das dürfte wohl auch bei anderen Playern der Fall sein. Allerdings leidet die Tonqualität beim Langsamermachen. Bei höheren Tempi gibt es jedoch keine Probleme.
Daher habe ich AFFENHIRN jetzt auch in 15 WpM aufbereitet. So kann jeder das Tempo nach seinem Gusto aufdrehen.

Wer das Buch zum Morsetext möchte: es ist hier erhältlich.

Das Buch in Morsezeichen findet ihr hier.
Achtung Dropbox! Beschränkte Kapazität!

Alexander OE9DAI hat mir zum SignaLink und zum Morsen ebenfalls eine interessante Mail geschrieben, die euch nicht vorenthalten möchte.

Hallo Anton,

ich habe das SignaLink mit meinem IC 746 in Betrieb gehabt und war super zufrieden damit.

Den Hauptvorteil sehe ich in den Hardware Pegelstellern an der Frontseite. Kein Herumgekrame in
irgendwelchen Soundkartenmenüs, einfach nur KISS  ;-)

Mein CW-Training am Smartphone(Android) habe ich intensiviert, habe aber folgendes festgestellt:

Morse CT ist ein Traum um das Geben zu trainieren. Man hat die Möglichkeit, einzelne Buchstaben,
Ziffern oder Sonderzeichen zu trainieren. Es gehen aber auch ganze Worte (englisch per Zufallsgenerator).
Im FreePad kann man frei eingeben.
Die App ist kostenlos, aber leider im Receive Training so umständlich.
Trotzdem habe ich die Software in meinen Unterricht eingebaut und lerne mit 13 jährigen Kindern
innerhalb von Tagen die Morsezeichern (nur Buchstaben).

Meine Schwäche liegt eindeutig im Hören von CW und ich habe mir eine andere App dafür geladen:
Morse Code CW (kosenlos, ver 1.11)
Dort gibt es ein Menü Quiz. Man bekommt ein Zeichen und darunter eine Auswahl von 3 Lösungen.
Der Vorteil für mich: ich bekommen in einer kurzen Arbeitspause einen ziemlichen Durchsatz an
gehörten Morsezeichen zusammen. Dafür sind die anderen Menüpunkte der App schwach/unbrauchbar.

vy 73 de Alexander OE9DAI
Bild: Selfie eines Affen 

Donnerstag, 3. März 2016

SignaLink USB - ein Truckli für Digitaliker



Wer all die interessanten digitalen Modulationsarten wie zum Beispel die WSJT-Palette, PSK31, aber auch das altehrwürdige RTTY benutzen möchte, der hat oft nur ein Problem zu lösen: wie verbinde ich meinen Transceiver mit dem PC?

Da kommen dann allerhand Bastellösungen zum Zug. Das Web ist voll davon.
Dabei müsste der OM nur mal seiner Jungmannschaft eine Frage stellen: "Wie verbindet ihr ein anderes Gerät mit dem Computer?"

"Mit USB natürlich", wird die Antwort lauten.

Doch einen USB-Anschluss haben nur die neusten Transceiver. Ältere Exemplare besitzen nur DIN, Mini-DIN oder Schlimmeres auf ihrer Rückseite. Verzweifelte Nostalgie-Funker basteln dann sogar an der Mikrofonbuchse rum.

Ich bastle zwar auch gerne und Nostalgie ist für mich kein Fremdwort, aber ich habe mir kürzlich für das Digitale ein Allzweck-Kästchen zugelegt. Ein kleines Truckli, in erster Linie für meine FT-857/817, die ich gerne im Urlaub benutze.
Und zwar das bewährte SignaLink USB von Tigertronics. Ich habe es im QRP Shop bestellt und es wurde prompt mit dem passenden Anschlusskabel für die erwähnten Yaesu-Geräte geliefert, inklusive deutscher Bedienungsanleitung. Der QRP-Shop zieht, wie es sich für das Nicht-EU-Ausland gehört, die deutsche MWSt ab. Unsere Post kassiert dann die Schweizer MWSt von 8% plus Verzollungsgebühr an der Haustür ein.

Bevor es losgeht, muss man aber das Kästchen öffnen und es "programmieren". Hardware-mässig, notabene, mithilfe der beigelegten Drahtbrücken. Auch für den Steckdosenfunker ein No-Brainer.




Dann verbindet man das SigmaLink mit dem Transceiver und mit dem ebenfalls mitgelieferten USB-Kabel mit dem PC. Eine Speisung ist nicht notwendig, das Truckli bezieht den nötigen Saft für seine eingebaute Soundkarte via USB aus dem PC.



Von nun an spielt sich alles in der Software ab. Alle oben erwähnten digitalen Betriebsarten liefen bei mir auf Anhieb. Probiert habe ich auch noch Spectrum Lab von Wolfgang DL4YHF, den CW-Decoder von WD6CNF, Argo von Alberto I2PHD, Olivia von Pawel Jalocha und ein paar andere "Exoten". Wenn etwas nicht läuft, liegt es erfahrungsgemäß am Operateur ;-)

Soweit bin ich also zufrieden. Das Teil ist klein und leicht und lässt sich auch noch im Fluggepäck unterbringen. Und Brummeffekte habe ich auch nicht mehr, da mit dem Truckli Transceiver und PC galvanisch getrennt sind.




Mittwoch, 2. März 2016

Anton sucht Host für Morsehörbuch



Endlich komme ich wieder dazu, hier ein paar Gedanken zu unserem Hobby zu posten.
In den vergangenen Tagen habe ich nämlich an einem Morse-Hörbuch gearbeitet. Affenhirn heißt es und hat trotz dem Titel nichts mit dem Fünf-Neun-Gebrüll auf den Bändern zu tun.

Es ist eine Geschichte, die ich vor fünf Jahren geschrieben habe und die es bei Amazon auch als Buch gibt. Nun habe ich sie von den weniger gängigen Zeichen wie ä, ö, ü etc. befreit und in Morse übersetzt. In der Geschwindigkeit 25 WpM bzw. 125 ZpM.

Die Story ist in eine Einleitung und 36 Kapitel gegliedert und hat gegen 60'000 Wörter. Also ein dicker Brocken und Hörstoff für viele Nächte. Sie ist - wie könnte es anders sein - ziemlich schräg und verrückt und teilweise etwas sexistisch.
Aber ich habe sie einfach so aufgeschrieben, wie sie mir Armin erzählt hat, als er im Sanatorium "zu Gast" war. Und Armin ist ein ziemlicher Macho. Alice Schwarzer hätte ihre helle Freude an ihm ;-)

Dummerweise kann ich hier keine MP3 posten, sonst würde ich sie ins Blog stellen.
So bin ich denn auf der Suche nach einem Freund der Telegraphie, der auf seinem Server noch ein Plätzchen und etwas Bandbreite frei hat. Vielleicht kann ich dann dieses Morsehörbuch auch noch in anderen Geschwindigkeiten erstellen. Zum Beipiel noch in 100 und 150 ZpM.

Zur Umwandlung von Text in CW habe ich diese Programme von Fabian Kurz benutzt: ebook2cw

Wer gerne CW-Geschichten hört, dem kann ich übrigens diese Seite empfehlen.

Was mich betrifft: ich habe mir einige Geschichten auf das Smartphone geladen. So kann ich sie überall hören. Nicht nur in schlaflosen Nächten. Über 2.4 GHz (Bluetooth) überträgt das Smartphone zum Beispiel auch die Morsesignale in das Audiosystem meines Wagens. So schließt sich der Kreis: die Anfänge der drahtlosen Kommuniaktion treffen auf die heutige Drahtlostechnik ;-)

Noch ein Tipp für die, die Morsen lernen. Üben heißt das Zauberwort. Auch der Unbegabteste schnallt es irgendwann. Ich bin ein gutes Beispiel dafür.
Zuerst versteht man nur Bahnhof. Nach einiger Zeit hört man dann Buchstaben raus und irgendwann sogar Wörter. Eines Tages versteht man dann den Sinn der Sätze, auch wenn einige Wörter noch verloren gehen.


PS. Zurzeit kann man es hier herunterladen. Allerdings ist die Bandbreite begrenzt (Dropbox)