Mittwoch, 20. Juli 2016

FT-991 unter der Lupe #3



In Japan können die meisten der 400'000 Funkamateure keine großen Antennen errichten. Sie müssen sich auf Kompromiss-Antennen oder Mobilbetrieb beschränken. Ein Trend, der aufgrund der Verstädterung auch in anderen Teilen der Welt festzustellen ist.

Kleine Transceiver wie der FT-991 und der IC-7300 nehmen darauf Rücksicht. Die Empfindlichkeit der Empfänger ist sehr hoch - auf Mobilantennen ausgelegt.

Daher ist auch der FT-991 mit eingeschaltetem Vorverstärker sehr empfindlich. Doch was für Mobilantennen gut ist, ist bei ausgewachsenen Antennen Gift. Der Empfänger wird mit eingeschaltetem Vorverstärker übersteuert. Intermodulation entsteht.

Bei guten Antennen muss deshalb - zumindest auf den Bändern 160 bis 20m - der Vorverstärker ausgeschaltet werden. In der "Yaesu-Sprache" heißt das IPO. Intercept Punkt Optimierung auf Deutsch.

Doch das S-Meter nimmt darauf keine Rücksicht. In Position IPO habe ich für bei S9 140 Mikrovolt gemessen. Die Norm wären 50uV. Für S7 braucht's auch noch 70uV und für S5 35uV.
Wie man daraus ersehen kann, hat sich Yaesu - wie auch ICOM beim IC-7300 - für 3dB pro S-Stufe entschieden. 6dB/S-Stufe wären die Norm. Die dB Werte über S9 sind jedoch recht akkurat. 20dB über S9 entsprechen also ziemlich genau 1400uV mit IPO.

Schaltet man den Vorverstärker Nummer 1 ein, genügen bereits 35uV um S9 zu erreichen. Doch wie gesagt: Nur an schwachen Antennen ist das auf den langwelligeren Bändern angezeigt.

Ich habe die Anzeige inzwischen korrigiert und im Abgleich-Menü S9 bei IPO auf 50uV eingestellt. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass nun auch im 2m Band die Norm eingehalten wird: nämlich S9 = 5uV. Vorher waren es 10uV.
Nun zeigen die S-Meter sowohl beim IC-7300 und beim FT-991 die gleichen Werte. Die 3dB/S-Stufe habe ich bleiben lassen.
Aber ich geb's zu: Ich bin eben ein S-Meter Fetischist ;-)

Doch der Abgleich ist nicht ohne Tücken, und wer nicht über einen präzisen Messsender verfügt, dem muss ich davon abraten. Lasst lieber die Finger vom Abgleich-Menü, sonst besteht das Risiko, dass euer Transceiver in die Werkstatt muss.


Bild: Eine Goldgräber-Küche. Mich traf fast der Schlag, als ich sie zum ersten Mal sah. Hatte man mich doch als Koch engagiert - zum Schaufeln sei ich nicht zu gebrauchen, hieß es ;-)

Hier der Hauptgang meines Menüs: falsche Forellen mit Zwiebeln.
Dazu gab's Erbsen und Kartoffeln




Kommentare:

Peter Sidler hat gesagt…

Da bei vielen TRX S-Meter und AGC Funktion zusammenhängen, könnte bei einem veränderten Abgleich des S-Meter die AGC Funktion verändert werden. Wie ist das beim FT-991?

73, Peter - HB9PJT

Anton's Funkperlen hat gesagt…

Das dürfte m.E. auch beim FT-991 der Fall sein. Sowohl S-Meter-Anzeige wie auch die AGC kommen aus der 24kHz DSP. Da mir jedoch im Betrieb bisher nichts Nachteiliges aufgefallen ist, und keine Schaltungs-/Prozess-Beschreibung vorliegt, habe ich darauf verzichtet, auch in der AGC herumzustochern.
73 de Anton

HB9SHD HAM hat gesagt…

Das S-meter ist mir egal, was mich interessiert: wie war die Gold Ausbeute?
Reichts das Gold für ein Silberling? äää für ein Hilberling?

Grüsse

Remo es HB9SHD