Dienstag, 9. August 2016

Ein Balun für undefinierte Impedanzen




Meine Lieblingsantenne im Urlaub ist ein nicht resonanter Dipol beliebiger Länge, abgestimmt mit einem automatischen Tuner  im Speisepunkt. Die Lage der Drähte richtet sich dabei nach den örtlichen Gegebenheiten. Das funktioniert meistens recht gut. Wenn der Tuner ausnahmsweise Fisimatenten macht, werden die Drähte verkürzt oder verlängert.

Doch nicht immer gelingt es, den Tuner am Speisepunkt zu installieren. 
In diesen Fällen hilft eine Zweidrahtleitung, in der Funkersprache Hühnerleiter genannt. Zweidrahtleitungen haben viel geringere Verluste als Koaxialkabel und ein hohes Stehwellenverhältnis auf der Speiseleitung ist somit keine Katastrophe.

Gerade bei nicht-resonanten Antennen ist das eine wichtige Eigenschaft. Die Impedanzen auf den verschiedenen Bändern bewegen sich in einem weiten Bereich. Ein SWR von 1:30 liegt da durchaus drin.

Eine 10 oder 20m lange Hühnerleiter lässt das aber kalt. Wie kalt, kann man auf dieser Seite ausrechnen. Leider sieht man bei dieser Gelegenheit auch, dass die käufliche "Wireman" (450 Ohm) nur trocken gut läuft. Ist die "Wireman" nass, steigen die Verluste dramatisch. Wesentlich besser sind selbstgestrickte Zweidrahtleitungen.

Damit der OM nicht heiß wird, wenn er zum Mikrofon greift und der Auto-Tuner ordnungsgemäss arbeitet, braucht es aber noch ein anderes Teil: Einen Balun. Viele schwören auf den, in vielen manuellen Tunern bereits eingebauten, 1:4 Balun. Ich habe mich für einen Strom-Balun für nicht definierte Impedanzen entschieden. Er soll nicht transformieren, sondern nur Gleichtaktströme auf der Zweidrahtleitung verhindern. Um die Anpassung kümmert sich ja der Tuner.
Dieser Balun ist zwischen Tuner und Zweidrahtleitung geschaltet - unmittelbar am Ausgang des Tuners. Vorsichtshalber bekommt die HF-Zuleitung und die Steuerleitung zum Tuner auch noch eine Mantelwellensperre in Form einiger Windungen auf einen N30 Kern.

Natürlich wäre es besser einen symmetrischen Tuner zu verwenden und keinen "Einbeinigen" wie den CG-3000. Aber das Teil tut es auch und man bekommt es für einen konkurrenzlosen Preis.

Einen solchen Balun zu bauen, ist kein Hexenwerk. Wichtig ist die Wahl des Kerns. Eisenpulverkerne sind ein No-Go. Die damit erzielten Induktivitäten sind zu gering. Denn die induktive Reaktanz sollte wesentlich höher sein, als die zu erwartenden Impedanzen. Also mehrere 1000 Ohm.
Dazu wird ein Ferritkern benötigt. In meinem Fall ist es der FT240-31. Der Balun oben im Bild hat 290uH. Damit liegt der Blindwiderstand im 80m Band über 6000 Ohm.

Wer mehr über dieses Thema wissen möchte, dem kann ich die Seiten von DG0SA empfehlen.



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