Samstag, 11. Februar 2017

DMR und tote Pferde



Auf meinen letzten Beitrag hin habe ich sowohl positive, wie auch negative Rückmeldungen erhalten. Offenbar gibt es eine ganze Reihe OM, die gerne twittern, bzw. dem Gezwitscher der Reichen und Schönen und sonstigen Vögeln folgen.

Ein Leser hat mich gefragt, was ich denn von DMR halte.
Auch auf die Gefahr hin, mich in die Nesseln zu setzten, gebe ich darüber gerne Auskunft. Doch für all die OM, die nicht wissen, was DMR ist, hier eine kurze Erklärung:

Digital Mobile Radio ist eine digitale Modulation, die mit einem Zeitmultiplex-Verfahren arbeitet. Das heißt: Zwei Sprechkanäle werden auf dem gleichen Kanal in unterschiedlichen Zeitschlitzen übertragen. DMR kann deshalb in einem einzigen 12.5 kHz Kanal zwei Sprechwege gleichzeitig übertragen. Bei kommerziellen Diensten wird das für Vollduplex genutzt (Gleichzeitiges Sprechen und Hören).

Neben den digitalen Modulationen C4FM von Yaesu und D-Star von Icom wird auch DMR im Amateurfunk eingesetzt, und in der Zwischenzeit existieren bereits hunderte von Umsetzern, die über das Internet miteinander verbunden sind und so eine weltweite Kommunikation ermöglichen.
Im Gegensatz zu C4FM und D-Star wurde DMR zuerst für den kommerziellen Einsatz entwickelt und von den Funkamateuren in der Folge übernommen.
DMR-Geräte müssen vor ihrem Einsatz programmiert und konfiguriert werden.

Persönlich finde ich DMR eine interessante Technik, die sparsam mit der Ressource Frequenz umgeht. Sie zu erforschen, auszuprobieren und damit zu spielen entspricht dem Gedanken des Amateurfunks. Für die Pioniere, die kommerzielle Geräte für den Amateurfunk umgebaut und Umsetzter installiert haben, war das sicher eine spannende Aktivität.

Doch der flächendeckende Einsatz mittels über das Internet verbundenen Umsetzern hat m.E. nichts mehr mit Amateurfunk zu tun. Nicht einmal mit CB-Funk. Da kann man geradesogut das Smartphone mit Skype oder WA benutzen. Funktechnische oder experimentelle Aspekte sind nicht mehr erkennbar. Für die meisten User dürften ihre DMR-Geräte undurchsichtige Blackboxen sein, die sie nicht einmal selbst programmieren können. Das ist sterbenslangweilig.
Vielleicht mit Ausnahme eines "Haustelefons" für Gruppen mit gleichen Interessen geeignet: Bastler oder DXer, wer weiß. Aber unser weites Spektrum an Frequenzen und Technik hat da spannendere Möglichkeiten für Haus- oder OV-Telefone zu bieten.

Nicht zu verwechseln ist DMR mit DRM (Digitale Radio Mondiale). Letzteres ist ein digitales Übertragungsverfahren für Lang- Mittel- und Kurzwelle. Ein totes Pferd. Und ein alter Indianerspruch besagt: "Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, solltest du absteigen."

Vielleicht wäre es auch Zeit, bei DMR abzusteigen?




Bild: Das Klempner-Paradies

1 Kommentar:

Alfred hat gesagt…

Einspruch! Näheres siehe https://oe5akm.tumblr.com/ar

73, Alfred, OE5AKM