Dienstag, 15. Dezember 2015
Blog und Gegenblog
Nicht nur die Endstufenbauer geraten sich zuweilen in die Haare, wie wir gestern gesehen haben. Überall wo große Egos im Spiel sind, dampft es.
Hans-Jörg Spirig, Ex-Polizeihauptmann und Journalist, produziert mit seiner Swissfilmproductions GmbH Filme und betreibt auch das Blog Medioline.TV.
Was hat das mit Amateurfunk zu tun?
Ziemlich viel, denn Hans-Jörg ist nicht nur als Funkamateur (HB9ANF) bekannt, sondern auch als vehementer Kritiker der USKA, mit der er schon manchen Strauss ausgefochten hat, wie sich jeder selbst ergoogeln kann.
Tippt man im Internet amateurfunk.ch ein, landet man automatisch bei der Medioline.TV. Und da geht es unter anderem auch um Relais-Stationen. Diese sorgen ja immer wieder für Unruhe unter den Funkamateuren, wie man weiß, und seit es nicht nur FM, sondern verschiedene Sorten digitaler Umsetzer gibt, hat sich die Unruhe noch potenziert.
Das findet seinen Niederschlag im Gegenblog zu Medioline, im Blog Comedioline. Dort werden im Gegenzug Hans-Jörgs Filme besprochen.
Ich werde mich hüten, in dieser Geschichte Position zu beziehen. Da beiße ich lieber in meine Taste.
Montag, 14. Dezember 2015
Endstufenbau mit Anwalt
"Aufgrund von juristischen Drohungen bleibt das Forum bis zur Klärung mit meinem Anwalt geschlossen."
Na sowas! Zwar ist das deutsche Abmahnwesen weltberühmt und hierzulande lachen darüber die Hühner, doch dass es jetzt zum Basteln einen Anwalt braucht, ist mir neu.
Apropos PA. Kürzlich bin ich auf eine Gemeinschaft von Endstufen-Amateuren gestoßen. Doch was heißt da Amateure. Schaut euch mal die Daten und das wunderbare Display an: da sind Profis am Werk. 22 OM aus dem DOK B26 Forchheim erfüllen sich hier einen Traum und bauen eine Endstufe, wie es sie wahrscheinlich nirgendwo zu kaufen gibt. Chapeau!
Donnerstag, 10. Dezember 2015
Neuigkeiten zum Icom IC-7300
Seit ich zum ersten Mal über den SDR-Transceiver IC-7300 berichtet habe, steht er in meiner Blogstatistik an erster Stelle. Willi, HB9PZK, macht mich nun darauf aufmerksam, dass es zum ersten Mal wieder Neuigkeiten zu diesem angekündigten Gerät gibt: nämlich hier.
Ich denke, es ist vernünftig, nicht vor Frühling mit der Markteinführung zu rechnen. Zumindest hier in Europa. Was den Preis betrifft, so hört man die wildesten Gerüchte. Nach dem Interesse der OM an dem Teil zu schließen, wird der Neue ein Renner - sofern sich Icom keinen gravierenden Bug leistet. Da wird man das Gerät zu Beginn kaum verschenken ;-)
Hier gibt's noch ein paar Filmchen zum Neuen:
Ich denke, es ist vernünftig, nicht vor Frühling mit der Markteinführung zu rechnen. Zumindest hier in Europa. Was den Preis betrifft, so hört man die wildesten Gerüchte. Nach dem Interesse der OM an dem Teil zu schließen, wird der Neue ein Renner - sofern sich Icom keinen gravierenden Bug leistet. Da wird man das Gerät zu Beginn kaum verschenken ;-)
Hier gibt's noch ein paar Filmchen zum Neuen:
Mittwoch, 9. Dezember 2015
Holland prescht vor
Heute wurde in der Schweiz einer der sieben Bundesräte neu gewählt. Guy Parmelin kommt aus der Welschschweiz und ist Weinbauer. Das ist gut. Da können wir mindestens damit rechnen, dass das Weintrinken in den nächsten Jahren noch nicht verboten wird.
Kaum ist die Weltfunkkonferenz in Genf zu Ende prescht Holland vor und gibt den Funkamateuren das 5 MHz Band frei. Nicht etwa die in Genf zusammengeschrumpften 15 kHz mit 15W EIRP. Nein. Ganze 100kHz mit 100W PEP. Sehr vernünftige Leute, diese Holländer. Davon können wir nur träumen.
Ob jetzt die anderen nordischen Länder, die das 60m Band schon seit einigen Jahren freigegeben haben, die Bänder und die Leistungen wieder schrumpfen werden, wage ich zu bezweifeln.
Das müssen sie auch nicht zu tun. Denn Artikel 4.4 des ITU Reglements gibt den Staaten die Möglichkeit vom abgemachten Frequenzplan abzuweichen.
Habt ihr in der letzten Zeit abends ins 80m Band reingehört? Da läuft über kürzere Distanzen von einigen 100km oft gar nichts mehr. Die Senkrecht-Grenzfrequenz (wichtig für NVIS-Verbidnungen) sinkt oft deutlich unter 3.5 MHz. Je weiter im Norden der OM wohnt, desto schlimmer ist es. Sehr gut an den Ionogrammen der Sonden zu beobachten.
Hier ein Beispiel: Dourbes liegt in Belgien:
Im Norden Deutschlands sieht es noch schlimmer aus. Hier das Ionogramm von Juliusruh - das liegt an derNordsee Ostsee* - zum gleichen Zeitpunkt:
Da verbleiben für Kurzstrecken dann nur noch das 160m Band, Mittel- und Langwelle ;-) oder Troposcatter auf UKW.
* Danke Wolf, DJ3XF, für den Tipp!
Kaum ist die Weltfunkkonferenz in Genf zu Ende prescht Holland vor und gibt den Funkamateuren das 5 MHz Band frei. Nicht etwa die in Genf zusammengeschrumpften 15 kHz mit 15W EIRP. Nein. Ganze 100kHz mit 100W PEP. Sehr vernünftige Leute, diese Holländer. Davon können wir nur träumen.
Ob jetzt die anderen nordischen Länder, die das 60m Band schon seit einigen Jahren freigegeben haben, die Bänder und die Leistungen wieder schrumpfen werden, wage ich zu bezweifeln.
Das müssen sie auch nicht zu tun. Denn Artikel 4.4 des ITU Reglements gibt den Staaten die Möglichkeit vom abgemachten Frequenzplan abzuweichen.
Habt ihr in der letzten Zeit abends ins 80m Band reingehört? Da läuft über kürzere Distanzen von einigen 100km oft gar nichts mehr. Die Senkrecht-Grenzfrequenz (wichtig für NVIS-Verbidnungen) sinkt oft deutlich unter 3.5 MHz. Je weiter im Norden der OM wohnt, desto schlimmer ist es. Sehr gut an den Ionogrammen der Sonden zu beobachten.
Hier ein Beispiel: Dourbes liegt in Belgien:
Im Norden Deutschlands sieht es noch schlimmer aus. Hier das Ionogramm von Juliusruh - das liegt an der
Da verbleiben für Kurzstrecken dann nur noch das 160m Band, Mittel- und Langwelle ;-) oder Troposcatter auf UKW.
* Danke Wolf, DJ3XF, für den Tipp!
Sonntag, 6. Dezember 2015
100 Watt im 630m Band mit dem TS-590
Der TS-590 von Kenwood ist wegen seines Preis/Leistungsverhältnisses ein Bestseller.
Aber er hat nicht nur auf Kurzwelle einiges zu bieten, sondern auch auf unserem Mittelwellenband 472-479 kHz und sogar auf Langwelle. Nicht nur, dass er mit dem neusten Software-Update auf Lang- und Mittelwelle jetzt eine 1Hz Anzeige besitzt. Er hat noch mehr:
Das Gerät hat nicht nur einen separaten Empfänger-Eingang, sondern auch einen so genannten Drive-Ausgang. Dort kann der gewiefte OM ein Signal auf 136kHz oder 472 kHz abzapfen. Allerdings nur im Milliwatt-Bereich.
Bei meinem stehen an dieser Chinch-Buchse im 630m Band zwischen 2 und 11 dBm zur Verfügung (je nach eingestelltem Power).
Kürzlich habe ich in diesem Blog eine neue 100W Endstufe für Mittelwelle vorgestellt. Sie hat sich mit dem Ultimate 3 als Treiber inzwischen gut bewährt. Doch um den TS-590 als Treiber für diese PA zu nutzen, braucht es noch etwas Zwischengas. Dieser kleine Verstärker liefert den notwendigen Punch:
Der 2N3866 (oder 2N5109) muss ein Kühlblech auf den Kopf bekommen, sonst wird es ihm zu heiß. Achtung: der Kollektor sitzt auf dem Gehäuse!
Mit diesem Zwischenverstärker kann nun die100W PA angesteuert werden. Damit kann der OM sämtliche digitalen Betriebsarten bequem nutzen. Denn der TS-590 lässt sich über seinen USB-Anschluss ohne Modem steuern. Ob Olivia oder PSK31 oder einfach nur CW: der TS-590 schafft das. Natürlich auch SSB, Doch bitte nur am oberen Bandende (479 LSB) und möglichst nur tagsüber, um die Nutzer der schmalbandigen Betriebsarten nicht zu stören.
Die Antenne darf in diesem Fall aber nicht zu schmal sein. Bei mir sieht das so aus, wenn ich auf 478 kHz tune:
Wie man sieht, schwankt das SWR bereits innerhalb des SSB-Kanals. Ich trimme die Antenne übrigens mit einem Antennentuner auf Resonanz, da ich nicht immer raus will um am Variometer zu schrauben.
Für CW und WSPR spielt die Intermodulation der Endstufe keine Rolle, da ja immer nur ein Ton gesendet wird. Doch bei anderen Betriebsarten und vor allem bei SSB hört der Spaß auf. Wir müssen auf die Intermodulation achten.
Doch schauen wir zuesrt einmal, wie sauber das Signal ist, das aus dem Drive-Ausgang des TS-590 rauskommt:
Das ist die IMD bei kleiner Leistung (2dBm) gemessen. Ein Strich vertikal ist 5dB. Nach ARRL Standard sind das also -36 dB IMD3. Was das ist und wie sie gemessen wird, habe ich hier beschrieben.
Man beachte: Der ARRL Standard gibt 6dB "Kredit", die hinzugezählt werden. Da die beiden Einzeltöne ja nicht PEP darstellen.
Dreht man den TS-590 voll auf (11dBm) so sieht es etwas schlechter aus:
Glücklicherweise hat der vorgestellte Zwischenvertsärker genügend Reserve, so dass wir nur wenig Leistung aus dem Drive benötigen. Etwa 3dBm reichen.
Und so sieht dann das Signal aus, wenn es die 100W Endstufe mit den beiden IRFP264 durchlaufen hat:
Die Intermodulation dritter Ordnung ist etwas schlechter geworden, doch vor allem die höheren Produkte - fünfter, siebter und neunter Ordnung - haben deutlich zugelegt. Allerdings befindet sich die Endstufe hier bereits in der Sättigung.
Nochmals zurücke zu den extra 6dB des ARRL Standards. Sie lassen natürlich viele Transceiver besser aussehen, als sie wirklich sind und wenn man mit Endstufen experimentiert, sollte man diesen 6dB Bonus im Hinterkopf behalten, sonst vergleicht man Äpfeln mit Birnen.
Und man sollte auch die Kirche im Dorf lassen: Was nützt mir zum Beispiel eine Endstufe mit fast 50 dB IMD3 (nach ARRL), wenn der Transceiver nur 30dB bringt?
Aber er hat nicht nur auf Kurzwelle einiges zu bieten, sondern auch auf unserem Mittelwellenband 472-479 kHz und sogar auf Langwelle. Nicht nur, dass er mit dem neusten Software-Update auf Lang- und Mittelwelle jetzt eine 1Hz Anzeige besitzt. Er hat noch mehr:
Das Gerät hat nicht nur einen separaten Empfänger-Eingang, sondern auch einen so genannten Drive-Ausgang. Dort kann der gewiefte OM ein Signal auf 136kHz oder 472 kHz abzapfen. Allerdings nur im Milliwatt-Bereich.
Bei meinem stehen an dieser Chinch-Buchse im 630m Band zwischen 2 und 11 dBm zur Verfügung (je nach eingestelltem Power).
Kürzlich habe ich in diesem Blog eine neue 100W Endstufe für Mittelwelle vorgestellt. Sie hat sich mit dem Ultimate 3 als Treiber inzwischen gut bewährt. Doch um den TS-590 als Treiber für diese PA zu nutzen, braucht es noch etwas Zwischengas. Dieser kleine Verstärker liefert den notwendigen Punch:
Der 2N3866 (oder 2N5109) muss ein Kühlblech auf den Kopf bekommen, sonst wird es ihm zu heiß. Achtung: der Kollektor sitzt auf dem Gehäuse!
Mit diesem Zwischenverstärker kann nun die100W PA angesteuert werden. Damit kann der OM sämtliche digitalen Betriebsarten bequem nutzen. Denn der TS-590 lässt sich über seinen USB-Anschluss ohne Modem steuern. Ob Olivia oder PSK31 oder einfach nur CW: der TS-590 schafft das. Natürlich auch SSB, Doch bitte nur am oberen Bandende (479 LSB) und möglichst nur tagsüber, um die Nutzer der schmalbandigen Betriebsarten nicht zu stören.
Die Antenne darf in diesem Fall aber nicht zu schmal sein. Bei mir sieht das so aus, wenn ich auf 478 kHz tune:
Wie man sieht, schwankt das SWR bereits innerhalb des SSB-Kanals. Ich trimme die Antenne übrigens mit einem Antennentuner auf Resonanz, da ich nicht immer raus will um am Variometer zu schrauben.
Für CW und WSPR spielt die Intermodulation der Endstufe keine Rolle, da ja immer nur ein Ton gesendet wird. Doch bei anderen Betriebsarten und vor allem bei SSB hört der Spaß auf. Wir müssen auf die Intermodulation achten.
Doch schauen wir zuesrt einmal, wie sauber das Signal ist, das aus dem Drive-Ausgang des TS-590 rauskommt:
Das ist die IMD bei kleiner Leistung (2dBm) gemessen. Ein Strich vertikal ist 5dB. Nach ARRL Standard sind das also -36 dB IMD3. Was das ist und wie sie gemessen wird, habe ich hier beschrieben.
Man beachte: Der ARRL Standard gibt 6dB "Kredit", die hinzugezählt werden. Da die beiden Einzeltöne ja nicht PEP darstellen.
Dreht man den TS-590 voll auf (11dBm) so sieht es etwas schlechter aus:
Glücklicherweise hat der vorgestellte Zwischenvertsärker genügend Reserve, so dass wir nur wenig Leistung aus dem Drive benötigen. Etwa 3dBm reichen.
Und so sieht dann das Signal aus, wenn es die 100W Endstufe mit den beiden IRFP264 durchlaufen hat:
Die Intermodulation dritter Ordnung ist etwas schlechter geworden, doch vor allem die höheren Produkte - fünfter, siebter und neunter Ordnung - haben deutlich zugelegt. Allerdings befindet sich die Endstufe hier bereits in der Sättigung.
Nochmals zurücke zu den extra 6dB des ARRL Standards. Sie lassen natürlich viele Transceiver besser aussehen, als sie wirklich sind und wenn man mit Endstufen experimentiert, sollte man diesen 6dB Bonus im Hinterkopf behalten, sonst vergleicht man Äpfeln mit Birnen.
Und man sollte auch die Kirche im Dorf lassen: Was nützt mir zum Beispiel eine Endstufe mit fast 50 dB IMD3 (nach ARRL), wenn der Transceiver nur 30dB bringt?
Hamopathie
Viele Funkamateure haben meinen gestrigen Blogeintrag für einen Scherz gehalten. Oder sie dachten, ich würde dieses homöopathische Mittel gar selbst herstellen. Glaubt ihr wirklich, ich würde meine Lieblingsbänder 2200m und 630m und 3cm vergessen?
So ein schmalbandiges Business ist nicht meine Sache. Meine Hamopathie ist breitbandig und hochprozentig. Und sie wirkt sofort: mein Tastspiel wirkt beschwingter.
Danke lieber Markus, HB9EMS, für den Tipp ;-)
Und Dank an alle für die Korrektur: Nicht der verstörte OM muss die Kügelchen schlucken, sondern der gestörte Nachbar.
So ein schmalbandiges Business ist nicht meine Sache. Meine Hamopathie ist breitbandig und hochprozentig. Und sie wirkt sofort: mein Tastspiel wirkt beschwingter.
Danke lieber Markus, HB9EMS, für den Tipp ;-)
Und Dank an alle für die Korrektur: Nicht der verstörte OM muss die Kügelchen schlucken, sondern der gestörte Nachbar.
Samstag, 5. Dezember 2015
Neues Mittel gegen Elektrosmog
Jetzt besonders aktuell: Weihnachtszeit ist Elektrosmog-Zeit. Rundum überbieten sich die lieben Nachbarn mit den neusten Lichterspielen aus Fernost. Das macht uns Funkamateuren Sorgen. Auf den Bändern rauscht und knistert es. Auch hier ist in der heiligen Zeit wieder der Teufel los und ich habe mir bereits überlegt, ob ich mich nicht beim Verein für "Betreutes Funken" anmelden soll. Das ist eine Unterabteilung für "Betreutes Wohnen."
Zurzeit versuche ich noch, das QRM mit Glühwein in den Griff zu kriegen. Doch die Lichter und damit der Elektrosmog aus den Schaltnetzteilen wird immer stärker und ich fühle mich jeden Morgen müde und schlapp und habe vom Morsen bereits einen DX-Arm gekriegt. Außerdem liegen mir die Lebkuchen schwer im Magen. Muss ich vom Glühwein auf stärkere Getränke umsteigen?
Nein! Die Lösung liegt diesmal nicht bei QRO sondern bei QRP. Genauer gesagt bei der Homöopathie. Jetzt gibst es Notfalltropfen in hochpotenter Verdünnung in der Apotheke Ihres Vertrauens. Ein paar Kügelchen vor dem Funken in ein Glas Wasser und gut rühren (linksrum und nicht schütteln) und schon ist das QRM weg.
Oder habe ich da vielleicht etwas falsch verstanden?
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