Dienstag, 21. März 2017

Wie man seinen Transceiver wieder auf die Schiene kriegt



Wie bereits erwähnt, driften Funkgeräte nach einiger Zeit ins Abseits und stehen dann eines Tages frequenzmäßig neben den Schuhen. Das liegt an der Alterung der Bauteile im Referenzoszillator (Kondensatoren, Trimmer, Spule, Quarz).

Auch wenn man über keinen Frequenzzähler oder einen Signalgenerator verfügt, auf den man sich verlassen kann: es gibt ein einfaches Mittel, um seine Kiste wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Alles was der OM dazu braucht, ist ein Computer.

Denn auch der hat einen Oszillator, der ihm seine Referenzfrequenz liefert. Ok, IT-Experten sagen dazu Taktfrequenz. Aber ich bin nur ein Radiomann, und wenn man nur einen Hammer hat, dann sieht jedes Problem wie ein Nagel aus ;-)

In der Tiefe unserer PC steckt also ein Pierce-Oszillator mit einem Quarz von meistens 14.318 MHz. Der ist heutzutage in einem IC versteckt, zusammen mit den Schaltungen zur Frequenzaufbereitung. Unter anderem auch für die Soundkarte. Natürlich ist dieser Oszi für uns Funker nicht ein Muster an Stabilität. Doch für die Frequenzen, die die Soundkarte verarbeiten muss, genügt das.
Auch wenn er z.B. 100 ppm daneben liegen sollte, also 1430 Hz Abweichung hat. bei 1.4318 kHz sind das nur noch 0.143 Hz. Darum ist die Soundkarte ein sehr genaues Instrument. Wäre sie es nicht, könnte man viele digitale Betriebsarten vergessen.

Kurze Rede, langer Sinn: Ich verwende meine Soundkarte und stelle meinen RX auf einen Zeitzeichensender. Vorzugsweise auf 10.000 MHz. Dort sendet der WWV. Sein Ticken interessiert uns dabei nicht, wir wollen nur den Träger. Auch der ist nämlich exakt.

Auf dem PC lasse ich ein Programm laufen, das mich nicht mit seiner Kompliziertheit überfordert. Für mich ist das Argo. Ein Programm, wie es zum Beispiel für QRSS benutzt wird.
Mode QRSS3, besser QRSS10, Speed fast. Die Empfindlichkeit wird zurückgenommen, bis man nur noch einen dünnen Strich sehen kann. Diesen sieht man bei der am Transceiver eingestellten Frequenz des Mithörtons. Ist dieser 500 Hz, sieht man bei 500 Hz auf dem "liegenden" Wasserfall-Diagramm einen Strich. Im Idealfall.

Wenn nicht, dreht man an der richtigen Schraube, das heißt am Trimmer des Referenzoszis im Transceiver. Moderne Geräte wie der IC-7300 oder der FT-991 brauchen keinen Schraubenzieher und auch das Gehäuse muss nicht gelüftet werden. Die Frequenz lässt sich bequem im Menü korrigieren.



Eine Einstellung auf +/- 1 Hz oder besser ist so problemlos möglich. Damit ist der TRX dann auch auf 50Mhz auf +/- 5 Hz genau geeicht. Meteorscatter sollte damit nichts mehr im Weg stehen.

Natürlich sollte man vorher seinen Transceiver warm laufen lassen. Und wer Bedenken wegen der Stabilität des Mithörtons hat: Auch der ist sehr exakt. Denn er stammt in der Regel vom Referenzoszi des Transceivers und somit gilt auch das, was ich bereits für die Soundkarte erklärt habe.

Bild1: Quelle Wikipedia
Bild2: ist während des Schreibens am PC entstanden ;-)

  

2 Kommentare:

HB9SHD hat gesagt…

Moins Toni

Danke für diesen Artikel. Da ich kein Rubidium-Normal mein eigen nenne ist dieser Artikel genau von der Sorte Toni zeigt und schreibt wies in der Praxis mit Bordmittel die fast jeder Amateur zur Hand hat funktioniert.

Ich bin kein Frequenzfetischist die Hertz daneben mögen verziehen, aber gegen eine genaue Frequenz habe auch ich nichts einzuwenden.

Daher flugs die ASB Methode "Transceiver on the rail again" ausprobiert und siehe da es funzt prächtig. Sowohl bei meinem FT-991 als auch beim ANAN (der nur mit dem PC funktioniert) Die Probe gemacht. Der virtuellen Schraubenzieher (Die Alemannen sagen dazu richtigerweise Schraubendreher) kam nicht zum Einsatz, da alles Paletti bei meinen beiden.

Wenn man mit deiner Methode nicht nur einen Transceiver sondern auch Züge auf die Schiene bringst, da wäre die SBB in der heutigen Zeit sicher interessiert.
https://www.srf.ch/news/schweiz/schaeden-an-den-bahnanlagen-sind-groesser-als-angenommen

In diesem Sinne hoffe ich, dass der eine oder andere OM deine Methode nachahmt.

Grüsse aus BL

Remo es HB9SHD

HB9SHD hat gesagt…

Moins Toni

Danke für diesen Artikel. Da ich kein Rubidium-Normal mein eigen nenne ist dieser Artikel genau von der Sorte Toni zeigt und schreibt wies in der Praxis mit Bordmittel die fast jeder Amateur zur Hand hat funktioniert.

Ich bin kein Frequenzfetischist die Hertz daneben mögen verziehen, aber gegen eine genaue Frequenz habe auch ich nichts einzuwenden.

Daher flugs die ASB Methode "Transceiver on the rail again" ausprobiert und siehe da es funzt prächtig. Sowohl bei meinem FT-991 als auch beim ANAN (der nur mit dem PC funktioniert) Die Probe gemacht. Der virtuellen Schraubenzieher (Die Alemannen sagen dazu richtigerweise Schraubendreher) kam nicht zum Einsatz, da alles Paletti bei meinen beiden.

Wenn man mit deiner Methode nicht nur einen Transceiver sondern auch Züge auf die Schiene bringst, da wäre die SBB in der heutigen Zeit sicher interessiert.
https://www.srf.ch/news/schweiz/schaeden-an-den-bahnanlagen-sind-groesser-als-angenommen

In diesem Sinne hoffe ich, dass der eine oder andere OM deine Methode nachahmt.

Grüsse aus BL

Remo es HB9SHD