Mittwoch, 11. Februar 2015

Tiefpassfilter





























   Meine kleine Endstufe für den FT-817 hat wieder Fortschritte gemacht. Oben im Bild sind die Tiefpassfilter zu sehen, die durch eine Abschirmung vom HF-Modul getrennt sind. Sie werden mit Relais geschaltet, wie bereits in der großen Endstufe für 160 & 80m. Da ich mich entschlossen habe, auch das 160m Band einzubauen, sind vier TPF zu sehen: für 160, 80, 40 und ein Kombifilter für 30/20m. Die Ringkerne sind Amidon T68-2 (rot) und T68-6 (gelb) und die Kondensatoren ausschließlich Glimmer.
Alle TFP sind 7ter Ordnung vom Chebishev-Typ und wurden mit dem Programm von AADE entworfen. Und zwar einerseits auf geringste Durchgangsdämpfung und andererseits gemäss den Kondensator-Werten, die in meiner Bastelkiste zu finden waren. Die Oberwellendämpfung ist mehr als ausreichend, da die Push Pull Endstufe von zuhause aus die ungeraden Oberwellen und damit die 1. Oberwelle bereits sehr gut unterdrückt.
Wie ihr sehen könnt, soll die ganze PA schließlich auf einer Europakarte Platz finden.

Samstag, 7. Februar 2015

Eine Endstufe für den FT-817





   Endstufen bauen kann süchtig machen. Nachdem nun meine PA für 160 & 80m mit ihren vier IRFP264 im Shack ihren Dienst tut, stecke ich schon mitten in einem neuen Endstufenprojekt. 

Wie so oft hat mich dazu ein bestimmtes Bauteil inspiriert, das in meiner Bastelkiste liegt. Diesmal war es ein Kupferkühlkörper für eine CPU, den ich von meinem lieben Schul- und Funkfreund Hansjörg erhalten hatte.

Was gut ist, um die überschüssige Wärme in einem Computer loszuwerden, kann sicher nicht schlecht sein, um eine PA zu kühlen. Natürlich ist das Ding nicht so gross, wie der Kühler in meiner 160& 80m PA, aber man kann ja auch kleinere Brötchen backen. Wie wärs zum Beispiel mit einer kleinen PA für den FT-817, sagen wir für die Bänder 80/40/30/20?

Diesmal sollten richtige HF-Transistoren zum Einsatz kommen, hatte ich doch in China via Alibaba einige VRF2933 bestellt. Anstatt für 100$ das Stück, für 30$. Free Shipping, versteht sich.

Was ich erhielt, war offensichtlich recycelte Ware und ich fragte mich, ob ich nicht einem Fake aufgesessen war. Ein Transistor sah besonders übel aus. Ein Flansch war verdreht, so dass eine plane Monatge nicht mehr möglich war. Nun, ich habe den Flansch einfach mit der grossen Zange zurecht gebogen und zurechtgefeilt.

Der VRF2933 ist eine verbesserte Version des SD2933 und natürlich für eine kleine PA ein totaler Overkill. Vier Stück davon liefern locker ein Kilowatt. Zudem ist er ein sehr robustes Teil. Er steckt auch noch ein SWR von 1:70 weg und hat eine max. Verlustleistung von sage und schreibe 648 Watt, sofern man die Wärme wegbringt. Er ist für 50V Betrieb ausgelegt und der maximal zulässige Strom beträgt 42 Ampère.

Ein einziger wäre mehr als genug, um eine kleine PA zu betreiben. Aber es musste natürlich eine Push Pull Schaltung sein. Denn die legendäre Motorola Application Note von Helge Granberg, die EB104, sollte als Vorlage dienen. Etwas vereinfacht und auf meine Bastelkiste zugeschnitten, wie immer. 

Ein Netzteil langweilte sich noch unter dem Labortisch. Zwar nicht 50Volt, aber 23-27 Volt bei 10A. Für die angestrebten 50 bis 100 Watt, die die Endstufe liefern sollte, gerade recht. Das machte auch eine Überstromschutzschaltung überflüssig, da das Schaltnetzteil kurzschlussfest ist. Und das Schönste daran: es besitzt keinen Ventilator.
Überhaupt habe ich auf jegliche Schutzschaltung verzichtet. Bei 27V und 10A dürfte es schwierig sein, die beiden VRF2933 zu bodigen.

Verzichtet habe ich auf die BIAS-Schaltung aus der EB104. Aus dem einfachen Grund, weil das entsprechende IC nicht in der Bastelkiste war. Stattdessen habe ich die Schaltung aus meiner 160&80m PA verwendet. Auch die Koppel-C's am Ausgang habe ich weggelassen und als Eingangstrafo habe ich einen 1:1 Balun verwendet, auf einem FT50-43 (sechs Windungen bifilar). Er brachte in meinem Fall die besten Ergebnisse. 

Als Ausgangstrafo habe ich nur eine einfache Schweinenase verwendet, ein BN43-3312, ohne parallel geschaltete C's.


Die ersten Resultate des Versuchsaufbaus sind ermutigend. Die VRF2933 funktionieren klaglos, auch der zurecht gebogene/gefeilte Typ.


Bei 27.5 Volt (das Maximum, das ich aus dem Schaltnetzteil herausholen kann) und einem Ruhestrom von je 100 mA bringt die kleine Endstufe mit den riesigen Transistoren auf 80 und 40 gut 140 Watt, auf 30m noch 120 Watt und auf 20m 100 Watt. Auch auf 160m sind es noch 120W. Nur auf den oberen KW-Bändern fällt die Leistung ab. Auf 17m sind es zum Beispiel nur noch 60 Watt. Wohl wegen des schlechter werdenden Eingangs-SWR, bei dem der TRX zurückregelt (Induktivität der Widerstände?)

Angesteuert wurde mit 5 Watt aus einem FT-817 mit nachgeschaltetem Dämpfungsglied von -3.6 dB, das ich auf dem Modul integriert habe. 
Der Wirkungsgrad liegt je nach Band bei erstaunlichen 65 bis 75 %. IMD Messungen folgen.


Fortsetzung demnächst auf diesem Blog.


  


Donnerstag, 5. Februar 2015

Funkperlen reloaded: "Einmaleins" für "Steckdosenamateure"


Veröffentlicht am 19. Juli 2013


   Was fällt einem bei der Bezeichnung IT-System ein?
   Wahrscheinlich nichts, wenn man nicht Informatiker ist.
   Doch das IT-System, von dem ich hier berichte, hat nichts mit EDV zu tun. Wohl aber etwas mit der Dose, an die wir unsere gekauften Geräte anstöpseln. Ich denke, wir Steckdosenamateure – und da zähle ich mich auch hinzu – sollten unsere Dosen kennen. Deshalb machen wir heute eine kurze Expedition in die Welt jenseits der Dose:
   Was eine rechte Dose sein will, ist in der Regel dreipolig. In der Schweiz sitzt rechts die Phase, links der Null- oder Neutralleiter und unten in der Mitte die Erde, auch Schutzleiter genannt. In Deutschland hängt es vom Gusto des Elektrikers ab, ob die Phase links oder rechts ist. Abgesehen davon haben unsere Freunde im grossen Kanton sowieso andere Dosen.
   Aber eigentlich ist es wurscht, wo die Phase sitzt, nur die Erde muss am richtigen Ort sein, sonst wird das Gehäuse unseres Transceivers plötzlich elektrisch und befördert den OM zum Harfenspieler*. Wenn wir unsere zweipoligen Lampen oder anderes Zeug anschliessen, brauchen wir uns nicht darum zu kümmern – wir können Nullleiter und Phase problemlos vertauschen. Bei modernen Lampenfassungen ist das Gewinde stromlos, so dass wir auch nicht beim ungeschickten Wechseln der Birne unversehens Flügel fassen müssen.
   Hinter der Steckdose führen bekanntlich Drähte zum Sicherungskasten. Gelbgrün die Erde, braun die Phase und blau der Neutralleiter.
   Eigentlich könnte man in den Steckdosen Neutralleiter und Erde miteinander verbinden und früher wurde das zum Teil auch so gemacht. Doch damit würden wir mit unseren Transceivern russisches Roulette spielen. Leicht könnte dann die Phase auf dem Gehäuse liegen und der Neutralleiter auf dem Ein/Aus-Schalter. Um solche Abkürzungen in den Amateurhimmel zu verhindern, dazu ist der Schutzleiter da.
   Doch jetzt befinden wir uns auf unserer Reise durch das Stromnetz beim Sicherungskasten. Und da fängt der Spass so richtig an. Es gibt nämlich verschiedene Möglichkeiten ein Stromnetz auszuführen.
   Den meisten heutigen Netzen ist aber gemeinsam, dass der Strom in drei Phasen ins Haus gelangt. Sie sind untereinander um 120 Grad phasenverschoben. Man nennt das Drehstrom. Würden wir im Haus nur perfekte Drehstromverbraucher anschliessen, so könnten wir auf den Nullleiter und auch auf den Erdleiter verzichten. Sowohl Zu- wie auch Abfluss des Stromes würde über die drei Phasenleiter erfolgen.
   Doch viele Verbraucher im Haus sind nur einphasig, wie zum Beispiel unsere Transceiver und Netzgeräte und so werden die drei Phasen schön brüderlich und schwesterlich aufgeteilt. Gewiefte Elektriker achten dabei darauf, dass sie im Schnitt etwa gleich beansprucht werden. Trotzdem werden aus den drei Phasen unterschiedliche Ströme bezogen. Der Transceiver im Shack ist vielleicht nicht zur gleichen Zeit in Betrieb wie der Föhn der YL und das Licht im Keller. Ausserdem verbrauchen beide nicht gleichviel Strom.
   Die drei Phasen vom Trafo des EW werden also nie gleich beansprucht. Und somit braucht es irgendeinen Ausgleich. Das besorgt der Nullleiter. Über ihn fliesst der Ausgleichsstrom. Doch beim Trafo des EW ist in der Regel fertig lustig. Der Nullleiter wird nicht mehr gebraucht. Die Ausgleichströme fliessen über die Erde. Das wird einem spätestens beim Betrachten einer Hochspannungsleitung klar. An den Masten hängen nur Kabel für die drei Phasen, bei uns meistens zwei Paare. Einen Null- bzw. Neutralleiter sucht man vergebens. Das dünne Kabel von Mastspitze zu Mastspitze dient dem Blitzschutz. Man möchte damit vermeiden, dass ein Blitz direkt in eine Phase knallt.
   Doch was hat das mit dem eingangs erwähnten IT-Sytem zu tun?
   Nun, ein IT-System (Isolé Terre) ist ein Netz mit isolierter Erde. Beim Trafo des Drehstromnetzes wird in diesem Fall der Sternmittelpunkt nicht geerdet, wie das sonst üblich ist (TN: Terre Neutre). Es ist somit nur für kleine geschlossene und balancierte Netze brauchbar.
   Stromnetze in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind meistens vom TypTN-C-S, Terre Neutre Combiné Séparé). Der Sternpunkt des EW-Trafos ist geerdet und es wird zusätzlich vom Sternpunkt ein Nullleiter geführt. Dieser wird vor Gebäudeeintritt geerdet. Im Innern des Gebäudes werden Nullleiter und Erde aber getrennt geführt. Das schützt den OM vor einem heissen Chassis, wenn was schiefläuft.
Es gibt daneben natürlich noch eine Anzahl weiterer Möglichkeiten ein Netz auszuführen. Aber das würde jetzt zu weit führen. Wir wollten ja nur wissen was hinter unserer Steckdose vorgeht. Dort an diesem geheimnisvollen Ort, wo der Strom sitzt und sich langweilt, bevor wir ihn umwandeln und in den Æther schicken.


* In der Gerüchteküche des Vatikans wird geflüstert, dass es im Funkerhimmel für Amateure Yagis statt Harfen gebe und in der Funkerhölle dauernd Contest sei.

Funkperlen reloaded: Wanderwellenantenne für 10 - 160m


Veröffentlicht am 23. Juli 2013


   Was ist besser als ein UNUN?
   Zwei UNUN’S!
   Gestern war ich bei Hans Peter, HB9PKP, zu Besuch. Wenn ich zum Einkaufen fahre, komme ich jeweils an seinem Haus vorbei, und jedesmal staune ich über die wechselnden Antennenkonstruktionen. Hans Peter ist ein Tüftler und Antennen sind nur eine Facette seiner Experimente.
   Oben im Bild sehen wir ihn mit seiner Bierdosenantenne für 40m. Doch als “UNUN-Allergiker” hat mich vor allem dieser Kasten interessiert, den er portabel einsetzt:

   Hans Peter betreibt aber auch zuhause eine Langdrahtantenne mit zwei UNUNS 1:9. Einer am Speisepunkt und einer am Ende. Wobei letzterer mit einem 50 Ohm Dummy Load abgeschlossen ist. Es handelt sich dabei also um eine Art Wanderwellen-Antenne (Traveling Wave Antenna). Eine solche Konstruktion zeichnet sich vor allem durch ihre enorme Breitbandigkeit aus. Das SWR ist im ganzen Kurzwellenbereich niedrig. Aber sie ist auch eine ruhige Antenne, da sie geerdet ist und sich nicht aufladen kann.
   VK6YSF gehört auch zu den Amateuren, die damit experimentiert haben und von ihm stammt das nachfolgende Schema der Antenne:

   Ein Funkamateur, der sich auch intensiv mit der Materie auseinandergesetzt hat, ist W4RNL. Er zeigt auf seiner Webseite, wie man Wanderwellenantennen berechnet. Auch W7HTJ hat mit dieser Sorte Antenne Erfahrungen gemacht (ganz runter scrollen)
   Wanderwellen-Antennen sind eigentlich nichts anderes als strahlende Leitungen und sie entwickeln bei einer Ausdehnung von mehreren Wellenlängen eine starke Richtwirkung. Eine prominente Vertreterin dieser Gattung ist die Beverage-Antenne, welche als Empfangsantenne vor allem auf 160m bei DX-Profis beliebt ist.
   Ist die Wanderwellenantenne jedoch kurz im Verhältnis zur Wellenlänge, so geht ihre Richtwirkung verloren. Auf den unteren Bändern wird sie zum Steilstrahler.
   WA2WVL hat diese Antennen in seinem Artikel
   BROADBAND TRANSMITTING WIRE ANTENNAS FOR 160 THROUGH 10 METERS
im QST vom November 1995 eingehend untersucht. Eine derartige Antenne mit zwei UNUNS und 50 Ohm Abschluss, in 10m Höhe und mit 30m Länge, erreicht gemäss seinen Berechnungen folgende Wirkungsgrade:
1.8 MHz 1.8%
3.8 MHz 11.7%
7.2 MHz 26%
10.1 MHz 35.2%
14.2 MHz 53.2%
18.1 MHz 60.4%
21.2 MHz 64.9%
24.9 MHz 68%
28.5 MHz 68.5%
   Das SWR sollte dabei immer unter 1:1.5 bleiben.

   Dieser Draht ist als Kompromissantenne also durchaus brauchbar und dürfte sich vorallem bei SWL’s bestens bewähren.

Funkperlen reloaded: FT-857


Veröffentlicht am 13. August 2013



   Der FT-857 von Yaesu gehört zu den “reifen” Geräten. Er wurde um die Jahrtausendwende entwickelt und wird auch heute noch oft gekauft. Kein Wunder, denn nach dem Phase-Out des IC-706Mk2G ist er konkurrenzlos. Eine komplette Funkstation von 160m bis 70cm für tausend Franken, das bietet niemand sonst. Für einen IC-7000 von ICOM muss man hierzulande immer noch mehr als 1600 Franken hinblättern. Zwar erhält man dafür ein Gerät mit ZF-DSP mit den entsprechenden Filtermöglichkeiten und einem hübschen Bildschirm, aber vielleicht auch ein Wärmeproblem, wenn man nicht aufpasst, denn der ICOM säuft wesentlich mehr Strom.
   Letztes Wochenende hat mir ein Freund seinen FT-857 vorbeigebracht, damit ich mal ein Auge darauf werfen kann. Eine Schönheit ist das Teil zwar nicht und das Handling ohne Blick ins Handbuch für mein Alkohol geschädigtes Hirn nicht zu beherrschen.
   Dass einige OM aber bereits mit dem Handbuch Mühe haben, wie nachfolgendes Zitat aus einer Yahoo-Gruppe zeigt, hat mich jedoch erstaunt. Die US-Funkerprüfung muss ein ziemlich grobes Sieb sein:
FT 857 for Dummies NEEDED !!!I just bought a FT 857D and I can’t get to 1st base with the terrible manual.The manual makes no sense to me.. I can’t even figure out how to save a memorylet alone find out how to retrieve one.This is only the top surface of my frustrations !@%%%*!PLEASE tell me that someone has made a FT 587 for DUMMIES book/manual!I’d buy it in a heart beat.SOS I’m dying a slow death ;-(
   Doch zurück zu meinem Augenschein: In FM und CW lief das Teil, doch in SSB lag die durchschnittliche Ausgangsleistung gerade mal bei einem halben Watt. Doch wenn ich ins Mikrofon pfiff, schnellte der Zeiger meines CN-801HP auf 100W.
   100WPEP und fast kein Talk Power. Das konnte nicht sein. Da bemerkte ich, dass der Output von meiner “Pfeiffrequenz” abhing. Pfiff ich zu tief oder zu hoch, kamen nur ein paar mickrige Watt raus. Ein Hörtest mit einem Empfänger bestätigte den Verdacht: Die Modulation war dumpf und kaum verständlich. Was war geschehen?
   Wie so oft, lag der Fehler im Operator-Menü. Dort, auf Position 86 kann man nämlich dem Transceiver sagen, er solle durch eines der optionalen Filter senden. Dummerweise war das in diesem Fall das 300Hz CW-Filter. Vermutlich war dieser Menupunkt unbeabsichtigt verändert worden.
   Ich erinnere mich an einen anderen “Menüfehler” bei einem FT-897, der mal auf meinem Basteltisch landete. Der Sender hatte bei USB wesentlich mehr Leistung als bei LSB. Auch das liess sich leicht korrigieren. Der Vorbesitzer war vermutlich mit seiner Modulation nicht zufrieden und hatte am Carrier-Point herumgeschraubt (Menu 016/018)
   Der FT-857D meines Freundes ist neueren Datums und deshalb mit zweimal2SC2782 in der KW-Endstufe bestückt und dem MOSFET RD70HVF1 in der 2m/70cm PA. Yaesu war im Verlaufe der Jahre zu einem Wechsel der Transistoren gezwungen, da der Hersteller die Produktion einstellte (ehemals 2x2SC5125 für KW und 2SC3102 für VHF/UHF).

   Da oft über schlecht eingestellte Ruheströme geklagt wird, wollte ich diese überprüfen.Doch ein neues Service-Manual mit den korrekten Ruheströmen ist im Web nur für teures Geld zu finden. Diese Ausgabe lohnt sich nicht. Ich werde euch die Ruheströme verraten :-)
   600mA für die beiden KW Transistoren 2SC2782 (also je 300mA) und
   1000mA für den RD70HVF1 in der UKW PA.
   Liegt man weit darunter, wird man für einen CB-Funker aus Süditalien gehalten. Beim Einstellen sollte man etwas warten, bis die Ruheströme nicht mehr hochlaufen. In meinem Fall waren sie richtig eingestellt.
   Korrigieren musste ich auch noch die Ausgangsleistung im Servicemenü. Sie betrug auf 160m nur 70 Watt.
   Die beiden 2SC2782 sind ja kräftige Gesellen und könnten zusammen über 160 Watt an die Antenne bringen. Doch übertreiben lohnt sich nicht und so liess ich es bei 110W bewenden.
   Auch der UKW-Transistor ist ein Powerhouse. Mehr als 70W auf 2m und 50W auf 70cm würde er klaglos vertragen und auch ein schlechtes SWR kann dem MOSFET nichts anhaben. Aber auch hier gab ich mich mit 55W, bzw. 25W zufrieden.
   Nach der Modifikation des MH-31 (ich habe darüber berichtet) tönt das Teil nun recht gut. Beim Besprechen schwankt der Zeiger des Power-Meters zwischen 20 und 30 W (Mik-Gain 50). Auch ohne Kompressor; der ist beim Jäsus sowieso für die Katz.
   Das gilt übrigens für alle 100W-Transceiver: Beim Modulieren sollte der Zeiger des SWR/PWR-Meters in diesem Bereich pendeln. Bewegt er sich nur im Watt-Bereich, hat das Teil zuwenig Talk Power. Ja, ja ich weiss, die Puristen werden jetzt sagen, das hinge vom jeweiligen Messinstrument und vom Sprecher ab etc. Interessanterweise zeigen mein HP-Bolometer und das CN-801HP genau gleich an :-)
   Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: Viele Dummies schalten auf den tiefen Bändern den IPO nicht ein und klagen dann über den Noise. IPO Ein heisst Vorverstärker Aus. Yaesu-Logik halt. An guten Antennen und besonders auf 40-160m ist das Abschalten des Vorverstärkers ein Muss.
   Für Telegrafisten empfehle ich das 300Hz CW-Filter, das NF-DSP-Filter allein ist nur ein Notbehelf.  Das zusätzliche SSB-Filter lohnt sich bei Geräten aus neuerer Produktion jedoch nicht – der Unterschied ist zu gering. Zu empfehlen ist aber der TCXO, besonders für schmalbandige digitale Betriebsarten und VHF/UHF.
   Der FT-857 ist auch heute noch ein guter Kauf mit einem unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis.

2. Bild: FT-857 beim Überprüfen der PA-Ruheströme

Funkperlen reloaded: Ein TCXO für den FT-817 aus China


Veröffentlicht am 3. Dezember 2014

   Auch ich habe in meinem FT-817 nun einen billigen TCXO aus China eingesetzt.
Doch leider funktionierte er nicht wie gewünscht und verwandelte mein Funkgerät in eine Sirene. Aber glücklicherweise funktioniert das Gerät noch. Und hier ist der Fehler:

RICHTIG:

Bild aus dem Blog von DL2YMR, der seinen Chinesen ausgemessen hat.


FALSCH:

   Der TCXO war falsch (um 180° versetzt) auf den Print gelötet!
   Also habe ich mein Bretzeleisen angesteckt und das Ding rausgelötet. Trotz Lötsauglitze gingen natürlich die Durchplattierungen kaputt. Aber mit etwas Fantasie kann man auch dieses Problem lösen ;-)

   Jetzt läuft der Chinese und ist dazu noch genau auf der Frequenz. Sagt zumindest mein Rubidium-Normal. Auf dem 2m Band aufs Hertz genau! Eine wahre Freude.

Funkperlen reloaded: Brauche ich einen TCXO?


Veröffentlicht am 24. Oktober 2014

   Ein TCXO, also ein Temperatur kompensierter Referenzoszillator, wird für viele Transceiver als Option angeboten. So zum Beispiel für die beliebte Yaesu-Reihe FT-817, FT-857, FT-897, oder auch für den Kenwood TS-590. Und dieses sind – wie die optionalen Quarzfilter – elend teuer. Nun gibt es Alternativen aus China. Anstatt 100-150$ kostet so ein TCXO-Klon etwas über 20$, free shipping.
   Hier der originale TCXO-9 für die Yaesu-Geräte:

   Und hier der Klon aus China:

   Sieht gut aus; ist auch gut, wenn man den Diskussionsbeiträgen in den einschlägigen Yahoo-Gruppen glauben will. Doch einen entscheidenden Nachteil hat das günstige Teil: Im Gegensatz zum Original muss es nämlich kopfüber eingebaut werden. Und damit ist die “Abstimmschraube” unten und somit nicht mehr zugänglich. Der OM muss also darauf vertrauen, dass der TCXO bereits perfekt abgeglichen ist.
   Nach meinen Erfahrungen war das zumindest bei den Originalen nie der Fall.
   Doch braucht man überhaupt so einen TCXO?
   Der FT-817 hat ohne diese Option eine Frequenztoleranz von +/- 4ppm (Parts per Million) nach einer Minute Anlaufzeit. Bei Raumtemperatur!
   Für Elektronik-Dummies: Ich kann meine MHz mit dem ppm-Wert multiplizieren.
Das bedeutet, dass er im 20m Band maximal  +/- 56 Hz umherlatschen kann. Bei Raumtemperatur, versteht sich. Draussen bei Schneesturm oder Sommerhitze darf es natürlich wesentlich mehr sein. Doch tragisch ist das nicht. Ausser für die extrem schmalbandigen digitalen Betriebsarten.
   Doch auf 2m sieht es bereits düsterer aus: gut +/- ein halbes Kilohertz bei Raumtemperatur macht der FT-817 ohne TCXO-9. Und im 70cm Band sind es dann ganze +/-  1728 Hz. Draussen in der Natur können es natürlich mehr sein und bei einem Sked mit schwachen Signalen kann man die Gegenstation vielleicht verfehlen.
   Der optionale TCXO verspricht +/- 0.5ppm und ist daher 8x besser. Für das 20m Band bedeutet das +/- 7Hz bei Raumtemperatur, und für 70cm noch akzeptable 216 Hz.
   Mein schlimmster Patient in dieser Hinsicht ist der IC-910. Ohne optionalen TCXO ist das Teil kaum brauchbar und rutscht im 23cm Band auch bei Raumtemperatur mehrere Kilohertz ab. Aber auch mit TCXO ist er ziemlich wanderlustig. Vor drei Monaten nachgetrimmt, ist er heute auf 23cm schon wieder mehr als 200 Hz neben den Schuhen.