Montag, 16. Mai 2016

Flaschenpost






Vielleicht habt ihr auch die Ballone von VE3KCL verfolgt? 
Dave rüstet einfache Party-Ballone mit dem Ultimate 3 von Hans Sommers und einem Arduino aus und lässt sie um die Welt fliegen. Auf 20 und 30m senden sie ihre Position in WSPR, CW und JT-9. 
Die Ballone legen zum Teil riesige Distanzen zurück. Ballon S-9, zum Beispiel, schaffte während 18 Tagen 51'711km, bevor er auf nimmerwiedersehen verschwand. Zurzeit läuft Flug S-10.

Nach den Ballonen folgt jetzt die Flaschenpost: ZL1SIX will nun eine Treib-Boje mit einem Ultimate 3 aussetzen. Sie wird mit 100mW im 30m Band auf WSPR senden. Am 14. Mai ist die Yacht Windflower gestartet und wird die Flaschenpost im Südpazifik ihrem Schicksal überlassen. Hier kann dieses spannende Unternehmen verfolgt werden. 

Die Idee dazu stammt ursprünglich von Hans Sommers, der bereits im Jahr 2009 angeregt hat, derartige Treib-Bojen in der Nordsee auszusetzen. 

Bilder: Die Yacht Philmi verlässt den Hafen von Nizza. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann das Schiff chartern. Ab 170'000 Euro pro Woche. Ihre Sprittanks mit 59'000 Litern reichen immerhin für 3'500 Seemeilen. Das reicht für eine kleine DX-Pedition mit ein paar Funkfreunden. Na ja, mein Stil ist das Teil nicht...mir fehlt ein Heli* an Bord ;-)

*Hubschrauber


Sonntag, 15. Mai 2016

Mittelwelle und Mittelmeer



Das Meer ist ein idealer "Boden" für die Wellenausbreitung. Das merke ich auch hier in Nizza. Auf 80 und 40m habe ich sehr starke Signale aus dem Mittelmeerraum. 160m würde sicher ebenfalls sehr gut gehen. Doch auch hier ist der lokale Störnebel leider hoch. Hinzu kommt noch, dass in Frankreich nur 1810 - 1850 kHz zugelassen sind. Genauso in Spanien. In Italien sind es sogar nur 1830 - 1850 kHz Wer anderswo sendet, sendet schwarz.
Auch das 630m Band findet übers Meer ideale Ausbreitungsbedingungen. Während wir im voralpinen Hügelland tagsüber mit der Bodenwelle nur einige 10km überbrücken können, sind es übers Meer einige hundert Kilometer. Nachts, mit der Raumwelle, egalisiert sich das etwas. Doch eine Antenne am Meer ist schwer zu schlagen. 
Wer plant auf dem 630m Band QRV zu werden und eine Antenne zu bauen, dem hilft vielleicht dieses Tool. Man kann damit den Wirkungsgrad seiner Mittelwellenantenne abschätzen und bekommt eine ungefähre Ahnung, wie viel Sendeleistung man aufwenden muss, um die erlaubten 1 oder 5 Watt EIRP zu erreichen. 
Die meisten Amateurfunk-Transceiver eignen sich übrigens gut als Mittelwellen-Empfänger. Auch der neue IC-7300, sofern man die Dämpfung des Mittelwellenbereichs im Menu ausschaltet. Ist die Antenne erst mal angepasst, muss man sich um eine eventuelle Übersteuerung des A/D-Wandlers keine Sorgen machen. Abgestimmte 630m Band sind in Amateur üblichen Dimensionen sehr schmalbandig ;-)

Einen Sender muss aber jeder selber stricken. Ganz einfach geht das, wenn der Transceiver bereits über einen Treiberausgang für diesen Frequenzbereich verfügt, wie zum Beispiel der TS-590. Dann braucht man nur noch einen Verstärker.


Wunderschöne Segelyacht im Hafen von Nizza






























Klassische Yacht in der Bucht von Villefranche





























Nochmals die Octopus. Diesmal am Cap Ferrat. Aufgenommen von der Villa Ephrussi 

Ein Lotse geht an Bord der Super-Yacht Lioness 5

Freitag, 13. Mai 2016

Zeugen der Belle Époque an der Côte d'Azur

Weniger auffällig als die Mega-Yachten, die einem direkt vor der Nase vorbei schippern, sind die Villen an der Côte d'Azur. Sie verstecken sich hinter hohen Mauern und nur die Eingangstore lassen ahnen, wie es dahinter aussieht.

Eine der schönsten Villen öffnet aber ihre Tore auch für den normalen Sterblichen. Die Villa Ephrussi de Rothschild am Cap Ferrat. Sie lässt den Besucher eintauchen in das Leben der Belle Epoque und erfreut das Herz mit ihren wunderbaren Gärten und Wasserspielen.

Die Villa wurde zwischen 1907 und 1912 erbaut, und die Besitzerin Béatrice Ephrussi de Rothschild (1864 - 1934) lebte im gleichen Zeitabschnitt wie Guglielmo Marconi (1874 - 1937). Ob sich die beiden gekannt haben, weiß ich nicht. Aber die Baronesse hat sicher von den Versuchen Marconis gehört.
Marconi stellte übrigens einige seiner ersten Versuche in der Schweiz an: in Salvan im Wallis. Einigen Funkamateuren ist das Marconi-Museum in Salvan sicher bekannt.

Marconi hat die Welt verändert. Hätte er die drahtlose Telegrafie nicht erfunden, so sähe die Welt heute vielleicht so aus, wie in meinen Steampunk-Romanen ;-)

So ist es nicht verwunderlich, wenn ich beim Streifzug durch die Räume und Gärten der Villa Ephrussi ins Träumen geraten bin und mir eine Zeitmaschine wünschte, um für einen Augenblick in eine Epoche zurückzukehren, in der die Grundlagen für unsere heutige Welt gelegt wurden - dorthin wo auch unser Hobby, der Amateurfunk, seinen Ursprung nahm.

Ein Ereignis, das auch in diese Zeit fiel und der drahtlosen Telegrafie vollends zum Durchbruch verhalf, war der Untergang der Titanic 1912. So klang damals der SOS-Ruf der Titanic. Eine Aufnahme, bei der mir immer noch ein kalter Schauer über den Rücken läuft.

Wir Funkamateure sind die Letzten, die dieses Erbe der drahtlosen Übertragung pflegen: die Morsetelegrafie. Nichts kann sie ersetzen, sie war die erste digitale Übertragungsart und ist immer noch die einzige, die der Mensch direkt und ohne Hilfsmittel decodieren kann. Tragen wir Sorge zu diesem immateriellen Kulturerbe!

  


Donnerstag, 12. Mai 2016

Die Schiffs- und Funkwelt vom Mittelmeer aus



Hier am Cap Nice ist das Leben schon als Beobachter sehr interessant. Gerade ist die Octopus vorbeigefahren. Die Yacht von Paul Allen, einem Weggefährten von Bill Gates. Das Teil ist 126m lang und 21m breit, hat unter anderem zwei Hubschrauber an Bord, ein Unterseeboot für 8 Personen und ein 19m langes Beiboot. Der Dieselantrieb leistet 14320 kW. Wie wohl der Funkraum dieser Mega-Yacht aussieht?
Oben im Bild ist die Club Med 2 zu sehen, die kürzlich vor unserer Nase vorbei schipperte. Sie ist ein Kreuzfahrt-Segler und noch ein wenig grösser als Paul Allens Yacht.
Zurzeit versammeln sich ja alle Schönen und Reichen in Cannes. Für Yacht-Spoter ein Paradies, wie ein Blick ins AIS Vessel Tracking zeigt. So liegt zum Beispiel die Eclipse von Roman Abramowitsch gerade in Antibes. Die hat nicht nur ein U-Boot an Bord, das aus dem Schiffsinnern ungesehen abtauchen kann, sondern auch ein Raketenabwehrsystem.

Wie mein Funkraum in Zukunft aussehen soll, darüber zerbreche ich mir immer noch den Kopf. Der IC-7300 ist zwar ein interessantes Gerät, aber kein Ersatz für den TS-590, den ich verkauft habe. Vielleicht leg ich mir wieder einen Woody zu, wenn der Zauber des Wasserfalls verflogen ist.
Aber der Hype um den IC-7300 ist nach wie vor ungebremst. Ian, G3NRW will seine TS-590 Family Page abtreten. Er hat seinen Woody verkauft und sich einen IC-7300 zugelegt. Sein Interesse am TS-590 ist offenbar erloschen.

Genau das Gegenteil hat ein bekannter Funkamateur gemacht, den ich gestern auf dem Band getroffen habe. Er besitzt bereits eine Reihe von Direct-Samplern. Jetzt hat er sich einen TS-590SG zugelegt.
Zu Beginn ist ein Wasserfall zwar interessant und man kann sehen, wie das Band belegt ist, oder wann der Nachbar den Plasma-TV einschaltet. Aber funken tut man in der Regel immer nur auf einer Frequenz.
Außer man arbeitet split, wie es die Expeditionen tun. Dann kann so ein Aether-Fenster ganz praktisch sein.

Apropos Funk-Expeditionen. Einer meiner Funkfreunde hat ein spezielles Problem. Er möchte diesen Sommer ein paar rare Pazifik-Inseln besuchen und von dort funken. Nur so nebenbei und mit ein paar Freunden und rein zum Spaß. Also nix DX-pedition, sondern undercover.
Doch das wird wohl schwierig werden. Sobald einer sein Rufzeichen aufschnappt, ist er im Cluster und dann ist fertig lustig und die Meute wird ihn jagen. Verweigert er sich dann dem 59-Betrieb, wird ihn die Meute zerreißen.

Zum Schluss noch eine Neuigkeit für die Endstufen-Bauer. Freescale und NXP sind jetzt eine Firma und der bei den Funkamateuren beliebte BLF188 bekommt einen Nachfolger. Der heißt MRF1K50H. Der LDMOS befindet sich in der Vorserie und soll bei 74% Wirkungsgrad im AB-Betrieb 1500W liefern.
Ich sehe schon eine neue Welle von neuen Selbstbau HF-Endstufen durchs Web rauschen - mit den wohlbekannten Protagonisten ;-)

 

Was wir zuhause in der Stube pflegen, ist hier Unkraut


Oder ein Baum.



Mittwoch, 11. Mai 2016

QRV in Nizza




Für mich als Alpenbewohner hat das Meer eine magische Anziehungskraft. Ich kann nicht anders, ich muss immer wieder hinfahren.
Glücklicherweise ist es aus der Westschweiz nicht weit. In fünf Stunden fährt man über den großen St. Bernhard, hinunter durch das Aostatal und durch die Ebenen des Piemont mit ihren Reisfeldern, und schon taucht das Mittelmeer auf.

Nizza war dieses Mal das Ziel. Darum war der Weg durch Italien der kürzeste.
Die Gegend ist einer der ältesten Siedlungsorte der Menschheit. Vor 400'000 Jahren hausten hier schon Neandertaler. Allerdings kannten die noch keinen Amateurfunk. Aber wie ich höre, sind diese jetzt wieder auf den Bändern im Vormarsch ;-)

Der Funk darf natürlich bei keiner Reise fehlen. Für mich allerdings nur als Zutat. Ich kann die OM nicht verstehen, die an einen wunderbaren exotischen Ort hingehen und dort nichts anderes tun, als wie die Gepickten tagelang Five Nine zu brüllen und auf Frontplatten und Computer zu starren. Eh nu, jedem das Seine.

Diesmal habe ich mich für eine leichte Station entschieden. Der IC-7300, über dessen Fähigkeiten in den Foren noch heftig gelobhudelt und gestritten wird, musste zu Hause bleiben. Der Yaesu FT-857 kam wieder einmal zum Zug. Der Grund dafür ist im folgenden Bild zu sehen:


95 Stufen sind es vom Parkplatz bis zum Ferien-QTH. Ein hübsches Fitness-Programm. Aber man muss ja nicht jeden Tag mit dem Wagen rum fahren. Ein Strandweg führt direkt am Meer entlang in die Stadt.

Das Spannende bei einem neuen QTH ist immer die Antenne. Man kann sich zwar im voraus alles Mögliche ausdenken und mit Eznec simulieren, doch wie es wirklich ist, sieht man erst auf Platz. Das war auch diesmal nicht anders.

Im folgenden Bild ist das QTH zu sehen. Das ist das runde Haus im Leuchtturm-Design in der Mitte:



  Hier sehen wir das wunderliche Haus noch etwas näher:


Für die Wellenausbreitung gegen Süden ideal, doch gegen Norden müssen die Wellen den steilen Hang hinaufklettern um den Aether zu erreichen. In meinem Fall ist das nicht besonders schlimm. Ich bin ein NVIS und Europa-Funker.
Begrenzt wurden meine Antennenvorstellungen aber durch die hohen, teilweise mit Natodraht verzierten Zäune, die hier die Grundstücke sichern. An der Côte d'Azur ist man auf Sicherheit bedacht. Drei Türen müssen wir hier aufschließen und dann innert dreißig Sekunden die Alarmanlage ausschalten, die direkt mit der Polizei verbunden ist. Ziemlich verrückt.

So habe ich als Antenne einen asymmetrischen Dipol gewählt, den ich Inverted V und im Winkel von 90 Grad vom Dach gegen das Meer hinunter gespannt habe. "Gewählt" ist etwas übertrieben. Es war das Beste was ich tun konnte, ohne übermäßig aufzufallen. Ein Arm des Dipols misst 10m, der andere 17m. So sieht das etwa aus:

Die Y-Achse zeigt etwa Richtung Norden. Besser als nichts, dachte ich und machte mich auf mickrige Signale aus Norden gefasst. Doch Oha Lätz, Die Signale aus D und HB waren respektabel und als ich schließlich das Gebilde mit Eznec 6+ untersuchte, bestätigte sich diese Erfahrung. Auf 40m ist die Antenne ideal für Europa-Verkehr:


Natürlich hat daran auch das Meer seinen Verdienst. 
Angepasst wird das Gebilde wie immer mit einem automatischen Tuner CG-3000. Der stimmt auch auf 80m die Antenne problemlos ab, doch diese ist hier zu kurz, die Impedanz ungünstig und daher sind die Verluste höher. Auch strahlt die Antenne steiler. 
Trotzdem gelang auch auf 80m eine CW-Verbindung nach Kassel. Trotz dem QRN von einem Gewitter über dem Mittelmeer.

Als Bonus kann man während dem Funken die vorbeifahrenden Schiffe bewundern. Gestern Abend zum Beispiel "Mein Schiff 3", das den nahen Hafen von Villefranche-sur-mer in Richtung Toulon verließ. 2500 Passagiere und 1000 Besatzungsmitglieder fahren auf dieser schwimmenden Stadt. Vom Typ "Mein Schiff" gibt es übrigens ganze sechs Stück!

Der Turm vorne gehört übrigens nicht zum Schiff ;-) es ist der Leuchtturm vom Cap Ferrat.

 Während ich diese Zeilen schreibe, geht gerade der Lotse aus dem Hafen von Nizza an Bord der korsischen Capo Nero. Und für mich ist es Zeit, in den Hafen zu spazieren und dort die wunderbaren Yachten zu bestaunen.





Dienstag, 3. Mai 2016

Ein Relais wird ruhig gestellt

Das laute Relais-Klick-Klack im IC-7300 ist einigen Telegrafisten negativ aufgefallen.
Und so haben sich ein paar OM Gedanken gemacht, wie der Relais-Lärm zu vermindern wäre.
Eric W1JH hat das Relais in weiches Isolationsmaterial eingepackt, wie folgendes Video zeigt:


Diese Lösung hat aber einigen Nörglern in der Yahoo-Gruppe nicht gepasst. Das Relais könne durchbrennen, monierte einer. Andere wiesen darauf hin, dass mit diesem Eingriff die Garantie verwirkt werde.

Apropos Garantie: Wie ihr vielleicht gelesen habt, habe ich meinen Yaesu FT-991 an Wimo zurückgeschickt. Der Bildschirm blieb plötzlich dunkel und das Teil schien mausetot.
Den Fehler hat der Wimo-Service rasch behoben - ein Blick ins Gerät reichte aus.
Soweit so gut - das Teil geht nächstens wieder auf die Rückreise. Allerdings war das keineswegs ein Garantiefall. Ich hatte den Transceiver selbst abgeschossen. Ich hatte ihn nämlich aufgemacht um den Sender für das 60m Band zu erweitern. 
Dummerweise habe ich dann ein Flachbandkabel am falschen Ort eingesteckt.
Ich hätte schwören können, dass das Ding am richtigen Ort war und ich zweifelte keine Sekunde daran, dass die Kiste tot war. Die einzige Frage, die ich mir stellte war: "Ist das Teil an der Modifikation gestorben?"
Falsche Frage, wie sich herausstellte, aber ich denke, das Lehrgeld ist gut angelegt.

Immerhin konnte ich jetzt einmal den Service bei Wimo testen ;-) Die Techniker dort sind auf Draht. Chapeau!
Weniger auf Draht ist der deutsche Zoll. Obschon ich von allem und jedem eine Kopie beigelegt hatte, lag der FT-991 tagelang beim Zoll und langweilte sich. Es würden "Papiere" fehlen, erfuhr ich auf Nachfrage. Ob ich meine Steuererklärung hätte beilegen sollen? 

Donnerstag, 28. April 2016

Ein Truckli für den IC-7300

Wenn der ADC im IC-7300 überlastet wird, hilft nur der RF-Regler - der jedoch auch die Empfindlichkeit verringert - oder eine bessere Vorselektion.

Kürzlich hatte ich einen einfachen Preselektor vorgeschlagen. Nun habe ich ihn in eine brauchbare Form gebracht und für den Bereich 3 bis 30 MHz aufgebaut. Er sitzt nun in einem kleinen Kästchen auf dem IC-7300 und sieht so aus:


Rechts davon ist übrigens das Kontrollkätchen für den Tuner JC-4 von Stockcorner zu sehen. Hier ein Blick ins Truckli, bevor dieses verschlossen wurde. Ich habe es aus Leiterplatten-Material gebaut:



Der Preselector hat drei überlappende Bereiche, die sich mit einem Drehschalter wählen lassen. Aus einem Spleen heraus habe ich alle drei Plattenpakete des Drehkos ausgenutzt. Doch die Schaltung lässt sich auch mit einem Einfachdrehko realisieren. Der Drehschalter braucht dann lediglich eine zusätzliche Umschaltebene.

Mit einem Schalter lässt sich der Preselektor deaktivieren. Wenn er zugeschaltet ist, steuert der IC-7300 (von der Buchse SEND) ein Relais und überbrückt den Preselektor im Sendefall.

Das, und die weiteren Schaltungsdetails kann man dem folgenden Schema entnehmen:


Im Gegensatz zum MFJ 1048 und dem Preselektor des BCC, die einen Seriekreis verwenden und dazu Ein- und Ausgang auf ca. 5 Ohm heruntertransformieren, habe ich Parallelkreise verwendet. Damit wird die Schaltung einfacher und zusätzliche Verluste durch die Trafos können vermieden werden. Außerdem kann das Statorpaket des Drehkos an Masse gelegt werden.

Die Selektion ist nicht besonders hoch, doch zur Vermeidung eines ADC-Overflows genügen ein paar dB in den störenden Rundfunkbändern. Wichtig war mir, dass der Preselektor keine merkbare zusätzliche Dämpfung im Durchlassbereich verursacht. Hier die gemessenen Dämpfungswerte und Bandbreiten:


Natürlich werden dem gewieften Bastler ein paar Seltsamkeiten auffallen. Doch die Schaltung ist ein erster Wurf und sicher verbesserungsfähig. Ein weiterer Drehko wartet bereits in der Bastelkiste auf neue Versuche.

Das folgende Video zeigt die Wirkung am IC-7300 im 20m Band beim Zu- und Wegschalten des Preselektors:


Und hier sehen wir die Selektionswirkung im Falle des 10 MHz Bandes auf dem Spktrumanalyzer.

Im Großen und Ganzen bin ich mit dem neuen Truckli zufrieden. es beseitigt zuverlässig die Überlastung des ADC (OVL-Anzeige!) durch starke Signale aus den Rundfunkbändern. Doch gegen starke Signale durch Amateurfunkstationen in der Nähe, die im gleichen Band arbeiten, reicht die Selektion nicht aus. Glücklicherweise ist das bei mir nicht der Fall.

Für Neugierige hier noch die KW-Vorfilter, die im IC-7300 eingebaut sind. Sie sind wenig steil und fressen deshalb links und rechts ziemlich über den Zaun. Wie man sieht, hat Icom auf den höheren Bändern gespart:

0.03 - 1.59 MHz
1.6 - 1.99 MHz
2.0 - 2.99 MHz
3.0 - 4.49 MHz
4.5 - 6.49 MHz
6.5 - 7.99 MHz
8.0 - 9.99 MHz
10  - 14.99 MHz
15  - 21.99 MHz
22  - 29.99 MHz

Zukünftige (teurere) Modelle dürften vermutlich mit einzelnen Bandfiltern für die Amateurfunkbänder oder einer automatisch mitlaufenden Vorselektion aufwarten. Wetten dass?