Donnerstag, 29. Juni 2017

Ein verrückter Tower


Wie sagte doch Zorbas zu Basil, dem Schriftsteller, im Film Zorbas the Greek:

"A man needs a little madness, or else he never dares cut the rope and be free."


An diesen Spruch erinnere ich mich jeweils, wenn ich mal wieder ein wenig der "Verrücktheit" fröne. 

Kürzlich habe ich euch vom IC-746 berichtet, den ich gegen meinen einjährigen FT-991 "getauscht" habe. Das war schon ziemlich verrückt: Das Neuste gegen alten Schrott.
Doch einer ist keiner und aller guten Dinge sind drei. Schließlich gab es ja noch den IC-746pro und den (identischen) IC-7400. Wenn ich schon den Narren an diesen Geräten gefressen hatte, musste die Familie komplett sein, dachte ich. 
Und so kommt es, dass ich euch heute meinen Tower präsentieren kann:



Wie ich zu dem IC-746 zuoberst auf dem Turm kam, habe ich bereits berichtet. Er funktioniert einwandfrei aber seine etwas düstere Anzeige deutet darauf, dass ihm irgendwann in der nächsten Zeit das Licht ausgehen wird. Einer der häufigsten Fehler in der Familie. Aber ich habe mich darauf vorbereitet. Genauso wie auf die anderen Erbkrankheiten dieser Serie. Doch darüber werde ich später noch ausführlich berichten. Der 746er läuft übrigens wie ein Gepard auf der Jagd. 2m SSB,CW oder Digital ohne zusätzlich eingebauten OCXO (CR-282) ist wie Roulette im Casino. Ich werde ihm nächstens so ein Teil verpassen.

Das mittlere Gerät ist ein IC-746PRO. So heißt der amerikanische IC-7400. Diese Version verirrt sich naturgemäß selten nach Europa. Ich habe ihn bei einem Händler in Illinois aufgetrieben, der allerlei Plunder aus Erbschaften und Hausräumungen verkauft. Schon sein Inserat zeigte, dass er nichts von Funk verstand. 
Also setzte ich auf volles Risiko.

Als ich das Paket aus den USA aufmachte, fühlte ich mich auf der Gewinnerstraße: das Gerät sah aus wie frisch gekauft, nicht der kleinste Kratzer war zu entdecken. Das Mikrofon war ungebraucht, ebenso das Batteriekabel. Als Zugabe bekam ich noch das passende Netzteil PS-125. Ein rares Stück. Natürlich wollte es 110 Volt und nicht 220, das erzählte bereits der Netzstecker. Darum habe ich es aufgeschraubt und den Jumper umgesteckt. So wurde aus dem Amerikaner im Handumdrehen ein Europäer:



Es ist übrigens ein sehr solides Netzteil, doppelt abgeschirmt und aufwändig entstört. Sein Innenleben zeugt von einem hohen Qualitätsstandard:


Doch zurück zum IC-746PRO: was auf den ersten Blick wie ein Glückstreffer aussah, war auf den zweiten eine Niete. Der VFO-Knopf ließ sich nicht bewegen, er war blockiert. Hatte das Gerät beim Transport einen Schlag erhalten? Die Verpackung war nicht besonders gut und der Transceiver steckte nur in einem liederlichen Karton voller Styropor-Chips.

Ehrlich gesagt, liebe ich diese Momente. Sie sind so spannend wie ein Krimi.
Da war also wieder einmal eine große Zerlegung angesagt. Bis man zum Encoder kommt, müssen viele Schrauben rausgedreht und etliche Kabel ausgesteckt werden. Schließlich hatte ich das Corpus delicti heraus operiert. Es sah unbeschädigt aus. Schnell die Blechkammern auseinandergebogen, den Deckel weg und das Innere begutachtet: auch da schien alles in Ordnung. Die Schlitzscheibe und die Optik waren in Ordnung. 
Ein interessanter Fall. ich kam mir vor wie Inspektor Barnaby
Irgendetwas musste in der Achsdurchführung klemmen. Sollte ich den Encoder komplett auseinandernehmen? 
Ich entschied mich für WD40. Ein Sprutz und ein wenig Hin- und Her, und der Encoder lief wieder wie geschmiert. Ich war baff. So einfach hatte ich es mir nicht vorgestellt.
Hatte der Transceiver die ganze Zeit seit dem Kauf 2003 auf dem Dachboden oder in einer Garage gelegen? Was hatte zu dieser totalen Blockade geführt? Vielleicht etwas Sicherungslack, das sich ins Achslager geschlichen hatte? War das Gerät überhaupt jemals benutzt worden?
So wie es aussah, war ich der erste, der es nach seiner Fertigstellung im Land der aufgehenden Sonne geöffnet hatte.

Da ich es schon mal offen hatte, habe ich ihm gleich noch einen OCXO verpasst. Genauso wie der IC-746 läuft das Teil so schnell es kann. Für das 2m Band ist es ohne den CR338 eine Witzkiste.

Der IC-7400 zuunterst im Turm habe ich aus Spanien. Ein sehr gepflegtes Gerät, ebenfalls ohne den kleinsten Kratzer - ein wahres Bijou! Es glänzte wie direkt aus der Fabrik und war perfekt verpackt - double boxed mit Originalkarton. Und es funktioniert auch so. Doch bei diesem Transceiver war ich nicht der erste, der ihn aufgeschraubt hat. Sowas sieht man an winzigen Details. Und in diesem Fall auch am bereits eingebauten CR-338 - eine freudige Überraschung.

Ob ich alle drei behalten werde, bezweifle ich. Zwei wären genug. Auf jeden Fall werden sie in Zukunft noch ein paar interessante Stories für dieses Blog liefern. 



  



Montag, 26. Juni 2017

Eine Lautsprecherprobe

Mein alter Funklautsprecher, den ich vor vierzig Jahren gebaut habe, war bisher nicht zu schlagen. Eine lange Reihe selbstgebauter und gekaufter Lautsprecher habe ich in den vergangenen Jahren probiert, aber ich bin immer wieder zu meinem alten zurückgekehrt. Dass er wesentlich besser klingt, als die Eingebauten in den Transceivern, ist selbstverständlich.
Das ist ja der Zweck der Übung.

Im Gegensatz zu den Lautsprecherboxen der HiFi Anlagen hat der Funklautsprecher im Shack eine andere Aufgabe. Er muss keine Konzerte wiedergeben sondern Kommunikation. Sein oberstes Ziel ist deshalb Verständlichkeit. Aber natürlich soll er auch gut klingen und den Operateur nicht ermüden.

"Das ist eine Sache des Frequenzgangs und den kann man messen", werdet ihr jetzt vielleicht entgegnen.
"Ja aber", würde ich antworten, "am Ende ist es Geschmacksache, wie zum Beispiel beim Wein."

Natürlich muss man sich an die Regeln der Kunst halten, wenn man Erfolg haben will, und die Auswahl des Lautsprechers - mit dem richtigen Frequenzgang - spielt eine entscheidende Rolle.

Vergangenes Wochenende habe ich wieder einmal einen Anlauf genommen und meiner Reihe von Funklautsprechern einen weiteren hinzugefügt. Der Lautsprecher ist, wie unten zu sehen, ein Visaton FR-10. Das ist ein Breitbandlautsprecher mit einem ausgeglichenen Frequenzgang und guter Tiefenwiedergabe, was besonders für Telegrafie wichtig ist. Ich höre übrigens CW bei 500Hz. Auch das ist Geschmacksache.



Das Gehäuse besteht aus verleimten Sperrholzplatten und spiegelt meine eher bescheidenen mechanischen Fähigkeiten wider ;-) Als Leim habe ich UHU hart verwendet - meinen Standard-Kleber.
Einzige Knacknuss beim Bau ist das Aussägen der Lautsprecheröffnung. Geholfen hat mir hierbei ein Kreisschneider von Westfalia.


Die Box wird hinten Luftdicht mit einer weiteren Sperrholzplatte verschlossen, damit kein akustischer Kurzschluss entstehen kann, der vor allem die tieferen Frequenzen dämpfen würde.
Vorne drauf kommt noch ein Abdeckgitter, damit der OM nicht in der Hitze des Gefechts die Membran zerstochert. 


Den Frequenzgang meines Neuen habe ich bisher nicht gemessen. Aber natürlich habe ich ihn mit meinem 40 jährigen Referenzlautsprecher verglichen. Und zwar in situ, das heißt auf dem Stationstisch im Shack. Oben links der Neue, rechts der Alte.

Das Resultat war verblüffend. Zum ersten Mal ist es mir offenbar gelungen, einen Funklautsprecher zu bauen, der für mich ebenso gut klingt wie der alte. 
Doch wie gesagt, der Klangeindruck ist Geschmacksache. Deshalb lautet meine Beurteilung wie folgt:

Der Klang des neuen Lautsprechers ist zwar frisch und fruchtig doch ohne aufdringlich zu sein. Obschon noch jung, ist er doch bereits wunderbar ausgereift und schmeichelt dem Innenohr. Seine Klangfarbe ist sicher noch entwicklungsfähig und wird erst in ein paar Jahren zur vollen Blüte gedeihen. Gewisse Klänge erinnern an die fernen Rufe eines Muezzins, aber mit einem sauberen Abgang und ohne Nachhall. Sein SSB wirkt kräftig ohne penetrant zu sein und in CW weckt er Erinnerungen an alte Röhrenklänge. Auch die tiefen Töne sind klar und voll. Das Aetherrauschen gibt er schnörkellos wieder wie das Rauschen im Blätterdach eines Baumes im Sommerwind. Rund und gelungen mit beschwingtem Magnetismus, lautet das Urteil meiner Wein Lautsprecherprobe. 

Sonntag, 25. Juni 2017

Ein Tuner Dongle für ICOM Transceiver



Alle ICOM KW-Transceiver ab dem IC-706 sind an dieser Stelle gleich gestrickt: sie haben einen vierpolige Buchse für einen externen Antennentuner.

Ein ICOM-Tuner wie der AH-4 wird dort angeschlossen und beim Drücken des Tune-Knopfes stimmt der Tuner mit reduzierter Leistung ab. Soweit so gut. Doch was ist mit einem artfremden Tuner, zum Beispiel einem CG-3000?

In diesem Fall hilft ein Tuner-Dongle. Das ist nichts anderes als ein vierpolige Stecker mit einer simplen Schaltung. Dieser gaukelt dem Transceiver einen AH-4 vor, und beim Drücken der Tune-Taste wird ein Träger von ca. 10 Watt während 5 bis 10 Sekunden ausgesendet. Genug Leistung und Zeit, damit auch der CG-3000 mit den Relais klappern und die richtige Anpassung finden kann.

Natürlich kann man so einen Tuner-Dongle fixfertig kaufen. Doch besser ist selber machen - schließlich sind wir Funkamateure.

Nebst dem Stecker braucht es nur noch einen Kondensator und einen Widerstand - und natürlich einen heißen Lötkolben. Und so wird das Teil verdrahtet:


In der Praxis sieht das dann so aus:

Ich habe anstatt 1000 uF einen 470 uF Kondensator gewählt. Das gibt ca. 5 Sekunden Tuning - genug für den CG-3000 oder meinen Stockcorner JC-4.
Zum Schluss noch ein Stück Schrumpfschlauch drauf und fertig ist der Tuner-Dongle. Er funktioniert vom IC-706 bis zum neuen IC-7300 bei allen ICOM Modellen.






















Bild: Ehringer Kuh in der Nähe von Nendaz/Wallis

Samstag, 24. Juni 2017

Ein Morsepaddle für 18 Euro



Da wir schon mal Basteln sind, hier ein weiteres interessantes Projekt, das in jedes Ham-Budget passt:

Als ich zum ersten Mal mit einem Touch-Paddle in Berührung kam, war ich skeptisch. Ein Morsepaddle ohne Mechanik? Das konnte doch nur ein Spielzeug sein!
Doch weit gefehlt: ich schloss sofort Freundschaft mit der vollelektronischen Morsetaste und machte auch nicht mehr Fehler als mit der Begali (Danke Bernd).

Bisher waren vollelektronische Tasten exotische Projekte und oft nicht ganz immun gegen HF, doch Javier EA3GCY ist auf dem besten Weg, das Universum der Telegrafisten zu verändern:
Für nur 18 Euro bietet er seinen Bausatz für das elektronisches Paddle TKEY-1  an
Mit diesem Preis schlägt er alle Mechanischen, von Palm bis Begali. Zudem soll die Taste besonders HF-fest sein.

Eine Behausung dazu baut man sich meist selbst oder integriert die Taste in einen Selbstbau-Transceiver. Aber Javier bietet auch ein Gehäuse für sein Paddle an. Allerdings ist das fast doppelt so teuer wie die Elektronik: 30 Euro.

Hier geht es zum Shop von Javier Solans. Er ist ja kein Unbekannter in der Selbstbauszene. Sein ILER, ein QRP SSB Transceiver für das 40m Band, ist schon eine Weile auf dem Markt und wurde in der Zwischenzeit weiter verbessert. Zudem wird der ILER jetzt auch in einer 20m oder 17m Version angeboten.

Freitag, 23. Juni 2017

Die 20$ PA in der Praxis

Zum gestrigen Blogeintrag hat mir Tim DK5OH eine sehr interessante Mail geschrieben. Er hat die 20$ PA aus China mit einem 40m QRP Bausatz zu einem Transceiver kombiniert....und er hat sein Gerät nicht nur im Aether getestet, sondern auch gemessen. Hier sein Bericht:

Hallo Anton,
ich habe einen netten, kleinen 40m SSB TRX-Bausatz (BitX40) um die von dir beschriebene "70W DIY-PA" von ebay erweitert. Der TRX macht jetzt 50W. Gesamtkosten des Projektes waren ca. 100€.

So sieht mein kleiner, robuster TRX dann aus:




Wie du siehst, musste ich die PA vom TRX abschirmen, da sonst der kleine Arduinio oft ausgestiegen ist.

Nun aber zu der PA.
Der Bausatz ist wirklich klasse. Einfach aufzubauen und macht auf 40m mit 5W in ca. 60W out.
Ich habe auch die Messdaten am Spectrumanalyzer aufgenommen. Treiber war mein FT817ND mit 5W an einem Dummy mit -40db Auskopplung und -20db Dämpfungsglied.
Zunächst ohne LPF:




Danach hab ich einen 7-Element Tschebyscheff-Filter nach W3NON eingebaut. Auf der Platine sind praktischerweise Ein- und Ausgang für einen LPF vorgesehen. Auch ein Koaxrelais für TX-RX ist verbaut. So empfängt man nicht durch das Filter.

Hier die Messdaten mit LPF. Treiber war wieder mein FT817ND mit 5W an einem Dummy mit -40db Auskopplung und -30db Dämpfungsglied.



Das LPF ist im UKW-Bereich nicht mehr wirklich gut. Das ist sicher meinem Aufbau und den verwendeten Bauteilen geschuldet.
Hier hab ich also noch Optimierungspotenzial ;)

73
Tim (DK5OH)


Vielen Dank lieber Tim und herzliche Gratulation zu deinem Projekt. 
Deine Messresultate zeigen klar, dass man die 70W PA nicht ohne Tiefpassfilter betreiben sollte.
73 de Anton

PS. Dank an alle, die mich darauf aufmerksam gemacht haben, dass man die Bilder nicht sehen konnte. Hoffentlich klappt es jetzt.

Donnerstag, 22. Juni 2017

FT-817 PA - Bausatz ohne Schema

Auch wer QRP unterwegs ist, wünscht sich manchmal etwas mehr Power.
Doch eine Edel PA wie die KXPA 100 von Elecraft hat nicht in jedem Funk-Budget Platz.
Doch glücklicherweise gibt es Ebay. Wer dort nach einer kleinen und günstigen PA für seinen Knirps sucht, wird rasch fündig. Die Auswahl an Kurzwellen-Endstufen für QRP-Geräte ist groß.

Dieser Bausatz ist bereits für 20$ zu haben, Versand inklusive. Jedoch ohne Kühlkörper und Gehäuse:



 Bei 5W Eingangsleistung soll die PA bis zu 70W von 80m bis ins 10m Band liefern. Dies bei 13.8 Volt Versorgungsspannung. Gerade richtig, um am Urlaubsort mit Steckdose seinen FT-817, KX2, KX3 oder mcHF zu betreiben.
Die paar wenigen Komponenten wird man sicher an einem Abend zusammenlöten können?

Doch so einfach ist es nicht. Zu diesem Bausatz, der es in verschiedenen Versionen gibt, erhält man weder Schema noch Bauanleitung.
Frits PA0FRI hat sich auf seinem Blog um dieses Thema gekümmert und Schaltpläne zu einer Version dieser Bausätze zusammengetragen. Das Teil arbeitet mit zwei MOS FET IRF530 - gewöhnlichen Schalttransistoren. Deshalb darf man auch nicht erwarten, bis ins 10m Band die volle Ausgangsleistung zu bekommen. Doch die PA läuft, wie KC2IRV im folgenden Video demonstriert:


Leider berichtet das Video weder über Oberwellen noch über IMD. Offenbar stehen dem OM nicht die entsprechenden Messmittel zur Verfügung.
Wie dem auch sei: von einem Betrieb dieser PA ohne nachfolgende Tiefpassfilter ist dringend abzuraten.
PD7MAA hat auch noch ein paar wichtige Tipps und Vorschläge für Tiefpassfilter zu dieser PA.

Wer sich nicht um Schaltpläne und nicht vorhandene Anleitungen und Filter kümmern will und lieber etwas pfannen-fertig möchte: für etwas mehr Geld gibt's diesen Winzling hier:


Das Teil ist fertig aufgebaut und Tiefpassfilter sind auch drin. Allerdings muss die Hobbykasse jetzt schon 160$ bis 180$ rausrücken. Und anstatt 70W gibt's diesmal nur 45W. Aber auch das ist noch viel in Anbetracht des winzigen Kühlköpers.
DK9JC hat den Winzling ausprobiert (aber leider auch nicht ausgemessen):


Inzwischen gibt es auf Ebay einen regelrechten Tsunami dieser Endstufen in allen möglichen Ausprägungen und Zuständen. Für Bastler ein Eldorado.

Für meinen FT-817 habe ich eine Endstufe selber gestrickt. Sie hat sich bisher bestens bewährt:
Teil 1
Tiefpassfilter
Teil 2

Nachtrag 15.8.2017
Hier geht es zur Webseite von John DK9JC
In seinem Beitrag über die Endstufe findet ihr noch zusätzliche Informationen und auch einen Link zu den detaillierten Messwerten von John GM4SLV
DK9JC schreibt mir dazu: "Nur wegen dieser Meßwerte habe ich die Endstufe gekauft und dann nicht mehr ausgemessen. Smiley"
Im Übrigen ist John mit der Endstufe sehr zufrieden und kann sie weiterempfehlen.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Das haut dem S-Meter den Zeiger ab


Norwegen hat es bereits getan, die Schweiz ist auf dem Weg dazu: DAB ersetzt den FM Rundfunk. Nun hat Deutschland im Bundestag die Weichen gestellt: Anfang Juni hat dieser – weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit – mit der „vierten Änderung des Telekommunikationsgesetzes“ ein faktisches Verkaufsverbot von „normalen Radios“ beschlossen, und dies im wahrsten Sinne des Wortes in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, nämlich um 2 Uhr morgens...

Die Einführung von DAB wird in DL auf eine ganz spezielle Art vorbereitet:
Der Bundestag hat nun nach jahrelangen Beratungen und Verhandlungen den Weg zu einem gesetzlichen Verbot des Verkaufs von Radios freigemacht, die keinen digitalen Empfangsteil haben, also kein DAB+ oder Internet-Radio unterstützen.

Der Verbotsweg ist zwar für DL typisch, doch da scheint einiges noch nicht klar zu sein. Verwirrung herrscht.
Aber auch das ist irgendwie typisch, wenn man an das Netzdurchsetzungsgesetz denkt, das der Deutsche Justizminister unbedingt haben will. Dabei rangiert Deutschland angeblich bereits jetzt auf Rang drei nach der Türkei und Russland was die Twitter-Zensur anbelangt.
Dagegen ist der sanfte DAB-Zwang geradezu harmlos.

Hierzulande habe ich mich übrigens an DAB gewöhnt und es schätzen gelernt. Besonders die Musikprogramme ohne Werbung und Moderatoren-Geplapper haben es mir angetan. Mein Favorit ist zurzeit - wie könnte es anders sein - Vintage Radio. 
Die alten FM/MW-Radios wurden bereits in den Keller verbannt, wo sie auf ihren Abgang warten und beim nächsten Autokauf ist DAB+ ein Killer-Kriterium.

Trotzdem höre ich in den langen Winterabenden gerne den Holländischen Piratenstationen auf Mittelwelle zu - natürlich mit dem AFU-Transceiver ;-)
Seltsam, nicht wahr?



Jetzt wo die meisten dicken Mittelwellensender in Mitteleuropa verschwunden sind, wird die Mittelwelle wieder so richtig interessant. Auch schwache Stationen können nun gehört werden. Vielleicht baue ich mir wieder einmal ein Nostalgie-Radio - am besten mit Röhren. Da macht das Hören doppelt soviel Spaß.